Nachrichten, Hintergründe, Termine und Service aus Bergisch Gladbach

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

2 Kommentare zu “Macht Nähe zur Autobahn glücklich? Und egoistisch?”

  1. Sehr geehrter Herr Theis,

    persönlich begrüße ich es sehr, dass man Umfragen und Statistiken erst einmal kritisch gegenübersteht! Und weil Sie sich sehr bemüht haben Fakten gegen die Aussagekraft der Umfrage zu generieren, gehe ich mit Respekt auf das Geschriebene ein:
    Man kann doch grundsätzlich erwarten, dass die Meinungen der Bürger als solche bewertet werden und danach die Frage der repräsentativen Aussage gestellt werden. Bislang hat die Stadt GL keine Meinungen der Bürger eingeholt. Das auch bewusst! Und wenn man die Wertung “repräsentativ” in Frage stellt, kann/sollte man dieses wichtige Umfrage-Prädikat mit den Fachleuten diskutieren!
    Dann bekommt man entweder Recht oder muss seinen (fachlichen) Fehler eingestehen.

    Warum gehen Sie, sehr geehrter Herr Theis, nicht einfach auf den “Lobbyverein” Autobahnzubringer zu und verifizieren die Fakten? Wenn Sie sich schon so viel Mühe mit Ihren faktischen Ausführungen gegeben haben, sollte doch klar werden, ob Sie aus einem Oppositionsdenken heraus die Studie ablehnen oder ob Sie in der Diskussion mit der Fa. September wissenschaftliche Gründe finden werden, die Studie zu ignorieren.
    Beides sehe ich als konstruktives Vorgehen an. Über Jahrzehnte hat es an solchen faktischen Diskussionen gefehlt. Nur so lässt sich die – insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht – schlechte GL-Situation erklären.
    Die Rechnung der Ineffektivität kann ja nur der Bürger bezahlen: In Form höherer Steuern, was gerade wieder beschlossen wird!

    Mit freundlichen Grüßen

    Wolfgang Maus

  2. Klare Mehrheit ist für den Zubringer
    oder traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.

    Der KStA schreibt am 2. November 2015, dass der geplante Autobahnzubringer über den Bahndamm zwischen Gronau und Bensberg eine signifikante Bevölkerungsmehrheit hinter sich hat. Laut Artikel fordern 65% der befragten Haushalte eine Entlastungsstraße. Die Mehrheit der Befragten, je nach Bezirk, stuften die Verkehrssituation als schlecht bis sehr schlecht ein. Für den Autobahnzubringer sind je nach Bezirk 43% bis 90% der Bevölkerung. Natürlich sei die Befragung repräsentativ gewesen, man habe schließlich 1003 Bürger befragt.
    Die Schlussfolgerung war, dass die Mehrheit den Zubringer fordern würde, die Herausforderung wäre, jetzt noch Überzeugungsarbeit bei den Ablehnern zu leisten. So weit so – gut?
    Leider wurden die Leser des KStA über die genauen Inhalte der Fragen sowie der sehr „interessanten“ statistischen Auswertung im Unklaren gelassen. Der Wahrheit verpflichtet, möchte ich daher auf diese spezifisch eingehen.
    Frage 1 stellte die Frage nach der Lebensqualität. Diese wurde von den Angerufenen in Bensberg (78%) leicht höher beurteilt als in Bergisch Gladbach (BGL) Mitte, jedoch selbst in BGL Mitte wurde sie von 69% der Befragten als gut oder sehr gut beurteilt. Sicherlich sind für die Lebensqualität überwiegend andere Aspekte von Wichtigkeit als die des „Autobahnzubringers“.
    Dann wurde mit Frage 2 die Verbindung zur Verkehrssituation erstellt. Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Verkehrssituation? Hier wurden die Antworten nicht aufgeschlüsselt nach Bezirken zur Verfügung gestellt, insgesamt sollen 62% die Rolle der Verkehrssituation als stark bis sehr stark eingeschätzt haben.
    Stellen wir fest, die Mehrheit der Bürger in den nördliche Stadtteilen und BGL Stadtmitte ist mit der Lebensqualität zufrieden, auch bei starker bis sehr starker Rolle der Verkehrssituation. Nach diesen Zahlen besteht bei der Mehrheit kein Leidensdruck, auch nicht in BGL Mitte!
    Frage 3 wurde nicht allen Angerufenen gestellt, sondern nur denen, die die Verkehrssituation als wichtig bis sehr wichtig für die Lebensqualität angesehen hatten (621 von 1003 Befragten). Diese sollten nun beurteilen, wie sie die Verkehrssituation auf einer Skala von 1 „sehr schlecht“ bis 5 “sehr gut“ beurteilen. Und siehe da, der Unterschied im Stadtgebiet war recht gering. In Bensberg und Refrath befanden 63% bzw. 64% die Situation als schlecht oder sehr schlecht, in Mitte 76%. Und natürlich war bereits hier die Umfrage nicht mehr repräsentativ, denn es war eine Vorauswahl getroffen worden, es wurden nur 621 von 1003 Angerufenen befragt.
    Trotzdem ist der Unterschied gering. Bensberg hat einen Autobahnanschluss, mehr kann in BGL Mitte auch nicht erreicht werden. Daraus folgt, dass für 13% der verkehrsmäßig unzufriedenen Bürger in BGl Mitte ein Autobahnzubringer die Zufriedenheit erhöhen könnte. Ist das die Mehrheit?
    Frage 4 wurde dann nur noch an 414 Befragte gestellt, die Angerufenen, die die Verkehrssituation als schlecht beurteilt hatten. Hier waren Staus der überwiegende Grund der Beurteilung für 373 der Befragten. Laut statistischer Auswertung leiden also 90% unter Staus, also fast alle, nicht wahr? 373 von 1003 Bürgern sind jedoch lediglich 37%, also etwa ein Drittel aller Befragten, nicht 90%. Die Vorselektion durch die zuvor gestellten Fragen führen zum Verlust der Repräsentativität – so lassen sich Daten statistisch darstellen bzw. manipulieren.
    Und von diesen 373 Bürgern stellten auf Befragung hin 90% fest, dass Stau und verzögerter Verkehrsfluss sie stark bis sehr stark stören. Wiederum als nicht 90% der 1003 befragten Bürger, sondern die Minderheit von etwa 335 der über 1003 befragten Bürger – ein Drittel, nicht 90% wie mit der statistischen Auswertung suggeriert.
    Diese 335 Bürger wurden dann gefragt, ob sie sich eine Verbesserung der Verkehrssituation wünschen. 95% dieser Befragten wünschten sich dies stark oder sehr stark – kein Wunde, denn diese waren als die Leidenden durch die vorherigen Fragen vorselektiert. Aber es blieb natürlich nur ein Drittel der 1003 Angerufenen.
    Alle Angerufenen wurden dann gefragt, ob sie eine verkehrsentlastende Straße befürworten würden. Und siehe da, 59% – 71% der Bevölkerung stimmten dem zu. Wiederholen wir einmal die Frage: „eine stauentlastende Straße“. Irgendeine . . . Kein Hinweis auf eine bestimmte Straße oder gar den „Autobahnzubringer“. Und natürlich wird suggeriert, dass die Straße auch stauentlastend ist. Hier ist man am ehesten über die geringe Zustimmungsrate erstaunt.
    Erst jetzt wird der Befragte in Kenntnis gesetzt, worum es geht. Der Wortlaut der Frage ist interessant: „Kennen Sie den Plan der Anbindung „Zentrum Bergisch Gladbach an die A4“, die im Wesentlichen in der Linienführung des ehemaligen Bahndamms führt, oder haben Sie davon schon mal etwas gehört oder gelesen? In Bensberg, Refrath oder BGl Mitte bestätigten 67% bis 79% eine „Kenntnis“.
    Damit brauchte man diesen Angerufenen offensichtlich gar nicht mehr zu erzählen, worum es eigentlich geht. Suggeriert wird ein „Autobahnzubringer“ also einer Strasse, die entlang des bahndamms die A4 erreicht. Dieser ist aber vom Land gar nicht in der Diskussion, derzeit geht es um eine Straße, die das Stadtzentrum mit der Kölner Straße/Frankfurter Straße verbindet. Dieser ist also gar kein „Autobahnzubringer“, auch wenn er so genannt wird. Dieser Problematik entzog sich die Befragung sehr geschickt.
    Die 671 Angerufenen, die es nicht wagten ihre „Kenntnis“ in Frage zu stellen, wurde dann die Frage gestellt, wie sie „das Vorhaben der geplanten Autobahnanbindung in der Linienführung des ehemaligen Bahndamms“ beurteilen. Hier ergab sich eine Zustimmung von 43% in Bensberg, 56% in Refrath und 64% im Zentrum. Da jedoch nur 671 Angerufene befragt wurden ist entweder die Befragung nicht repräsentativ, oder die Zustimmung unter den 1003 angerufenen weniger als 50%. Denn auch im Zentrum sind 64% von 70% „Kennern“ nur 45% der Angerufenen.
    Das beauftragte und vom Lobbyverein „Autobahnzubringer e.V.“ bezahlte Meinungsforschungsinstitut urteilte im Abschluss (und sicherlich nach ausgiebiger Diskussion mit dem Auftraggeber), dass zwei Drittel das Vorhaben mit gut bis sehr gut bewerten (60%).
    Aha, welche zwei Drittel denn? Zwei Drittel der 671, denen durch die Frage suggeriert wurde, es handele sich tatsächlich um eine „Autobahnanbindung“ entlang des Bahndamms (bis zur A4). Nicht zwei Drittel der 1003 Befragten, denn zwei Drittel von 671 sind etwa 440 der 1003 Angerufenen, eine Minderheit.
    Unglaublich ist, dass die Befragung durchgeführt wurde, ohne den Befragten zu erklären, was mit dem Wort „Autobahnzubringer“ gemeint ist. Dass dieser nach dem derzeitigen Stand der Planung gar nicht zur Autobahn führen wird sondern nur zu der dann im Stau kollabierenden Frankenforster/Kölner Strasse. Dies ist methodologisch mehr als kritikwürdig. Und war es nicht der Stau, den viele als am Schlimmsten empfanden?
    Diese Umfrage ist suggestiv, nicht repräsentativ, und wird sachlich falsch interpretiert. Auch in dieser Umfrage war keine Mehrheit für das (nicht näher differenzierte) Vorhaben sondern lediglich eine Minderheit der 1003 Befragten.
    Beachtlich ist, dass die Verkehrssituation in BGl Zentrum nur von einem von sieben Einwohnern in BGL Mitte schlechter beurteilt wird als in Bensberg oder Refrath. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung scheint diese Strasse damit weder zu brauchen noch zu wünschen. Dies ist das bemerkenswerte Resultat der Umfrage. Schade, dass dieses Resultat nicht als Überschrift gewählt wurde:

    Eine als repräsentativ erklärte Umfrage zeigt, dass für die überwiegende Mehrheit der Bergisch Gladbacher Bürger, einschliesslich der Bevölkerung von BGL Mitte, der Bau eines „Autobahnzubringer“ die Lebensqualität nicht aufwerten würde

    Es stellt sich daher die Frage, warum Einzelne sich dann für diese überflüssige und eingreifende Investition so stark machen.

Bitte tragen Sie das Ergebnis ein, dann lassen wir Sie rein. *

Newsletter: Der Tag in BGL

Damit Sie nichts verpassen liefern wir Ihnen alle Infos kostenlos per Mail. Dann, wenn Sie die Nachrichten gebrauchen können: jeden Morgen oder am Abend oder am Wochenende. Hier können Sie Ihre Bestellungen abgeben.

Termine des Tages

20Sep17:30Partnerschaft und Bürgerreisen zwischen PartnerstädtenVernissage

20Sep19:00Musik aus dem BaltikumKammerkonzert

20Sep19:00Die bauliche Entwicklung der HauptstraßeVortrag

20Sep20:00Ab heute bin ich frei!Premiere, Junges Ensemble

20Sep20:00VielsaitigGaleriekonzert

20Sep20:00Tanzabend mit Page 1

Termine, Termine, Termine

kalender-logo-300-x-200

So unterstützen Sie das Bürgerportal

Sponsoren

Pütz-Roth: Bestattungen und Trauerbegleitung     schloss-apotheke-versand

Partner Business

Banner Lernstudio-Logo 300 x 100

Partner Community

logo-bono-direkthilfe-300-x-100
himmel-aead-logo-300-x-100
X