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Blick in die weihnachtlich geschmückte RheinBerg Galerie in Bergisch Gladbach

Blick in die weihnachtlich geschmückte RheinBerg Galerie in Bergisch Gladbach

Bergisch Gladbach war und bleibt die Stadt mit der größten Kaufkraft in RheinBerg: Über stolze 2,64 Milliarden Euro konnten die knapp 110.000 Einwohner zuletzt pro Jahr ausgeben. Auf Platz zwei folgt Wermelskirchen abgeschlagen mit 814 Millionen Euro.

Eine ganz andere Rangfolge ergibt sich jedoch, wenn man die verfügbaren Einkommen pro Kopf ausrechnet, wie es jetzt das Statistische Landesamt NRW für die Jahre 2004 bis 2013 gemacht hat.

Beim Pro-Kopf-Einkommen fällt die Kreisstadt zurück

Da zeigt sich, dass die Bürger Bergisch Gladbachs in den betrachteten neun Jahren deutlich zurückgefallen sind – im Vergleich zu den anderen Städten im Kreis und vor allen in ganz NRW.

In RheinBerg liegt Bergisch Gladbachs Netto-Pro-Kopf-Einkommen nur noch auf dem dritten Platz (hinter Odenthal und Rösrath), in ganz NRW rutscht die Kreisstadt von Rang 26 auf 36 ab.

Wie wohlhabend ist unsere Stadt?

Ziel der Übung ist es, eine Aussage über den Wohlstand einer Stadt zu bekommen. Dazu haben die Statistiker das durchschnittliche „verfügbare Einkommen” berechnet: Sie nehmen das gesamte Einkommen (Lohn und Einkommen aus selbstständiger  Arbeit und Vermögen), ziehen Steuern und Sozialabgaben ab, rechnen die Sozialleistungen hinzu, teilen die Summe durch die Zahl der Einwohner, vom Baby bis zum Greis. Was dabei herauskommt steht den Bürgern im Schnitt pro Jahr zur Verfügung – zum Ausgeben oder Sparen. In Bergisch Gladbach waren das 2013 exakt 24.927 Euro.

Inflation frisst nominalen Anstieg auf

Dieses verfügbare Einkommen ist für jeden Bergisch Gladbacher zwischen 2004 und 2013 zwar um 3097 Euro auf 24.927 Euro gestiegen, aber nur nominal. Die Inflation hat das Plus von 14,2 Prozent vollständig aufgefressen.

Weder die Bergisch Gladbacher noch die Kreisbewohner insgesamt konnten also ihren Wohlstand verbessert. Wie gesagt: im Durchschnitt. Über die Verteilung der Einkommen oder gar des Vermögens zwischen Arm und Reich sagen diese Zahlen nichts aus.

Hinweis: Die Grafik zeigt nominale Werte und den Vergleich zwischen den Städten. Hätten die Statistiker die Inflation heraus gerechnet, würden die Kurven nicht nach oben, sondern ganz leicht nach unten zeigen.

Insgesamt zählen die Bewohner von Stadt und Kreis dennoch zu den wohlhabensten in NRW. Sieben der acht Städte und Gemeinden in RheinBerg gehören zu den obersten 20 Prozent im Land, nur Burscheid fällt mit Platz 156 (von 396) aus dem Rahmen:

Odenthal liegt vorne

Die Gemeinde Odenthal, vor neun Jahren noch auf Platz drei in RheinBerg, hat sich inzwischen an Rösrath und Bergisch Gladbach vorbei geschoben, Bergisch Gladbach liegt nur noch auf Platz drei.

Auf  die Finanzkraft der Städte hat der Wohlstand ihrer Bürger nur sehr indirekt Auswirkungen. Denn die wichtigsten Steuern werden bundesweit aufgeteilt; der Spielraum einer einzelnen Stadt hängt vor allem von den Gewerbesteuern ab. Daher sind Bergisch Gladbachs Bürger relativ reich, die Stadt Bergisch Gladbach ziemlich arm.

Das meiste Geld haben die Sauerländer

In 20 Städten in NRW sind die Bürger allerdings noch wohlhabender als die Odenthaler: Beim Spitzenreiter Attendorn im Sauerland (!) haben die Statistiker ein verfügbares Einkommen pro Kopf von 41.627 Euro ermittelt. Für eine vierköpfige Famile also immerhin 166.000 Euro.

In Kranenburg am Niederrhein sind es pro Kopf dagegen nur 15.141 Euro.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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2 Kommentare

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  1. Unterstützer der AfD lassen auch keine Gelegenheit aus, pauschal und gleichermaßen plump gegen ausländisch-stämmige Mitbürger zu wettern. Hier schwingt das „Deutsche kauft bei Deutschen“ mit. Ekelhaft.

    Ich hoffe, Sie machen ausschließlich Urlaub in D und kaufen ausschließlich hier produzierte Waren. Ist doch gerade die Zeit für dt. Mandarinen und Apfelsinen.

    Vom Export(vize?)weltmeister fange ich erst gar nicht an…

  2. Die Zahlen sind doch nicht zu gebrauchen.

    Vom Netto könnte man auch viel mehr zum Sparen zur Verfügung haben.
    Ohne eine Fixkostenbetrachtung bringt das nix.

    Und wer weiß, wie viel vom dem Geld in die Heimatländer geschickt wird und hier dem Kreislauf entzogen wird.

    Das muss alles erarbeitet werden.