Der Konrad-Adenauer-Platz beim Benefizkonzert von Hits für Hospiz 2015

Paul Falk, Martin Hardenacke und Helmuth Bornhöft präsentieren das Jahresergebnis von Hits für Hospiz

„Das Arbeitsvolumen war in diesem Jahr extrem“, bilanziert Paul Falk. Der Lohn für viele Sieben-Tage-Wochen ehrenamtliches Schaffen fiel dafür verdient hoch aus. 168.911 Euro Spenden konnten allein beim Benefizkonzert „Hits fürs Hospiz“ mit der Big Band der Bundeswehr und den Bläck Fööss im August 2015 gesammelt werden.

„Das war deutlich mehr als die 140.000 Euro, die wir nach dem Konzert auf der Bühne verkündeten“, freut sich Hits fürs Hospiz-Initiator Paul Falk. Die Einnahmen durch das Open Air auf dem Konrad-Adenauer-Platz, das mit ca. 8.000 Schaulustigen doppelt so stark besucht wurde wie bei der Premiere vor die Jahren, trugen wesentlich dazu bei, 2015 mit insgesamt 203.176 Euro an Spenden zum erfolgreichsten Jahr seit Bestehen der Initiative (2007) zu machen.

Der Konrad-Adenauer-Platz beim Benefizkonzert von Hits für Hospiz 2015. Foto: W. Schmitz-Dietsch

„Wir werden jetzt sogar in Köln beachtet“, freut sich Falk. Fast 60.000 Euro ergaben sich durch kleine Spendenbeträge bis 100 Euro.

„Herzenswünsche erfüllen“ geht weiter

Für das kommende Jahr sind die Pläne bereits geschmiedet. Das Projekt „Herzenswünsche erfüllen“ soll weiter geführt werden. Auf diesen Wege werden Organisationen gefördert, die Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Erkrankungen unterstützen, beispielsweise durch Ferienaufenthalte mit ihren Familien in einem der nur 15 Kinderhospize Deutschlands.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Bergischen Boten

200 Kinder würde dies allein im südlichen Rheinisch-Bergischen Kreis betreffen, erläutert Falk. „Von ihnen bekommt man aber nichts mit. Die betroffenen Familien ziehen sich mit ihren Sorgen sehr zurück, selbst aus dem Bekanntenkreis“, sagt Falk.

Im nördlichen Teil des Kreises soll ebenfalls der große Bedarf von einer Betreuungsstelle gedeckt werden. Denkbar ist ein ambulanter Hospizdienst. Die Personalkosten könnten durch das Projekt getragen werden. Mit rund 300.000 Euro für den Aufbau und die Betreuungsarbeit eines solchen Dienstes wird gerechnet. Ein Gesamtüberschuss von 714.647 Euro seit 2007 ist eine gute Grundlage.

Hospizzentrum im Vinzenz-Pallotti-Hospital wird erweitert

Auch der Bedarf an Einrichtungen für Erwachsene ist groß. Das einzige Hospizzentrum in Rhein-Berg befindet sich am Vinzenz Pallotti Hospital und sei nahezu ständig ausgebucht, so Falk. Dort wird im Frühjahr der Erweiterungsbau mit drei neuen Zimmer eingeweiht, der durch das Projekt „Herzenswünsche erfüllen“ finanziert werden konnte. 300 Menschen können dort jährlich aufgenommen werden.

Lesen Sie mehr:
Alle Beiträge über Hits für Hospiz
WebsiteFacebook

Auch ein Kleinbus für alle rheinisch-bergischen und oberbergischen ambulanten Hospizdiensten soll angeschafft werden. In Oberberg ist das Wiehler Johannes Hospiz die einzige stationäre Einrichtung.

Die Unterstützer stellen das Projekte „Herzenswünsche erfüllen” vor.

Hits fürs Hospiz stellt sich personell breiter auf

„Die Doppelspitze aus Helmut Bornhöft und mir kann das nicht mehr schaffen“, sagt Falk. Drei ehrenamtliche Helfer stießen über die Bergisch Gladbacher Freiwilligen Börse hinzu, Rainer Weyrich engagiert sich als Scout und forscht das Internet nach potenziellen Spendern, Martin Hardenacke unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit.

Falk möchte weitere Themenbereiche, wie Veranstaltungsorganisation, Buchhaltung oder Steuerabwicklung, an weitere Helfer abtreten. „Ich müsste wohl wieder einen Beruf aufnehmen, um wieder eine geregelte Freizeit zu haben“, scherzt Falk.

Kein Kirchtumdenken – Hilfe geht auch nach Wuppertal

Am Willen scheitert es nicht: „Wir werden nicht an den politischen Kreisgrenzen stoppen. Es gibt bei uns kein Kirchturmdenken. Wenn irgendwo Hilfe benötigt wird, greifen wir mit unseren Mitteln unter den Arme.“

So geschehen bei dem 2015 eröffneten Kinderhospiz Burgholz in Wuppertal, wo Falks Initiative 75.000 Euro beisteuerte. Vor allem im Oberbergischen Kreis will er mit Hits fürs Hospiz bekannter werden. Dort gibt es bereits sieben ambulante Hospizdienste, die alle mit fehlender Öffentlichkeit zu kämpfen haben.

Neue Veranstaltungsreihe: „Musik fürs Leben”

In diese Richtung zielt auch die Veranstaltung „Musik fürs Leben“ im Vinzenz Pallotti Hospital. Sie fand am 10. Dezember zum ersten Mal statt. Das Vokalensemble Ohrenschmaus sang Weihnachtslieder für Hospiz-Gäste, ihre Angehörigen und alle Interessierten. Martin Hardenacke las Weihnachtsgeschichten vor.

„Es ist eine Einladung, eine mögliche Schwellenangst zu überwinden. Ein Hospiz ist keine traurige Einrichtung“, erklärt Paul Falk, „Hier wird Weihnachten oder Karneval gefeiert wie überall sonst auch.“

Hauptsponsoren von Hits für Hospiz sind die Bensberger Bank eG, Elektro Bornhöft, das Internetportal „Lust auf Bensberg“, KL Druck – Kürten & Lechner GmbH, Krüger GmbH & Co KG, das Porsche Zentrum Bensberg, die Privatbrauerei Gaffel, die Raiffeisenbank Kürten-Odenthal eG und die VR Bank Bergisch Gladbach eG. Bethe-Stiftung verdoppelte die Spenden.

Die nächsten Termine: 
Dienstag 15. Dezember, 17 Uhr, Kölsche Weihnacht – Benefizkonzert, Kapelle des Vinzenz Pallotti Hospitals, Vinzenz Pallotti Str. 20

Dieser Beitrag erschien zuerst im Bergischen Boten

PDFDrucken

Sebastian Last

ist verantwortlicher Redakteur beim Bergischen Boten. (Jahrgang 1982) ist verantwortlicher Redakteur beim Bergischen Boten. Er hat an der Deutschen Sporthochschule Köln sein Diplom in Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Medien & Kommunikation gemacht.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.