Beim Empfang der Ehrenamtler des Galerie+Schloss e.V. in der Villa Zanders hat Bürgermeister Lutz Urbach Dr. Günter Henne mit der Ehrennadel in Gold gehrt. In der Feierstunde würdigte der Bürgermeister das Engagement, das der Arzt seit Jahrzehnten zugunsten der Kunsteinrichtung zeigt. Überhaupt zeichnet die Verbindung von ärztlicher Tätigkeit und Kunstförderung das Wirken des Bergisch Gladbachers aus.

Kunst in der Arztpraxis Raum zu geben, das war die Idee, die ab 1971 das Ehepaar Henne zunehmend faszinierte. Der kunstliebende Bergisch Gladbacher initiierte 1971 eine regelmäßige, nicht kommerzielle Ausstellungsreihe moderner Kunst, die bis 2001 zweimal im Jahr stattfand.

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Ein Exil für die Kunst während der Renovierung der Villa Zanders

Insbesondere in Anbetracht der wegen Restaurierungsarbeiten länger nicht geöffneten Villa Zanders (Wiedereröffnung 1992) war diese kulturelle Aktivität einzigartig in Bergisch Gladbach; die kleinen Kunstausstellungen waren für einige Jahre die einzigen besonderen Kunstereignisse der Stadt und bündelten einheimische und überregionale Künstler und Kunstinteressierte. Zeichnung, Radierung, Lithografie, Linolschnitt, Holzschnitt, Aquarell, Gouache, Kollage, Aquarell und Öl wurden in verschiedenen Stilrichtungen präsentiert. Auch Fotografie war vertreten. Einführungsreden zu den Vernissagen hielten oft namhafte Persönlichkeiten.

Auch kaufte Dr. Henne teilweise Kunst auf, um Künstler vor finanzieller Not zu bewahren. Nachdem der engagierte Mediziner seine Praxis im Jahr 2001 an einen Nachfolger weitergegeben hatte, setzte er seine Aktivitäten und Erfahrungen ein, indem er in einer Rahmenhandlung in Bensberg weiterhin Künstler durch Ausstellungen förderte. Dabei wirkten durch seine Vermittlung auch junge Musiker von der Max-Bruch-Musikschule mit.

Mediziner und Vertreter der Ärzte

Von 1977 bis 2000 engagierte sich Dr. Henne in berufs- und standespolitischen Organen der Ärzteschaft. Er war in vier Wahlperioden (1977-1993) Mitglied der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Darüber hinaus war er Mitglied der Kreisstellenvorstände sowohl der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein als auch der Ärztekammer für den Rheinisch-Bergischen Kreis.

Einige Jahre war der heute 83-Jährige Vorsitzender der Laborgemeinschaft der hiesigen Ärzteschaft, ein Zusammenschluss mit ähnlichen genossenschaftlichen Organisationen in der Region. 1993 war er Mitbegründer der MED LaborUnion GmbH mit Sitz in Reichshof, die heute rund 1000 Arztpraxen im Raum zwischen Köln und Siegen betreut. Hier war er im Vorstand bis 2001 tätig.

Ein Herz für drogenabhängige Jugendliche

Die Betreuung drogenabhängiger Jugendlicher in Bergisch Gladbach, in Zusammenarbeit mit der Psychosomatischen Klinik Bergisch Gladbach, war ab 1982 Dr. Henne eine soziale Herzensangelegenheit.

In den ersten zwei Jahren war der charismatische Mediziner einziger Arzt am Ort mit Engagement für diese schwierige Aufgabe. Die Methadonvergabe verlangte die tägliche Anwesenheit, auch an Sonn- und Feiertagen – eine allerdings in erster Linie berufliche Pflichtaufgabe eines Arztes.

Dr. Henne war Mitbegründer eines regelmäßigen Arbeitskreises von Ärzten der Suchttherapie und Sozialarbeitern im Rahmen der Drogenabteilung der Caritas Bergisch Gladbach. Es war eine enorm schwierige Arbeit, die auch mit Ärger und Anfeindungen verbunden war. In seiner fortschrittlichen und sozialen Einstellung fühlte sich dieser charakterstarke Mensch den in der Regel jungen Leuten verantwortlich.

Retter der Städtischen Galerie Villa Zanders

Dr. Henne hat sich um das Überleben der Städtischen Galerie Villa Zanders als Museum verdient gemacht, indem er von 2005 bis April 2015 den ehrenamtlichen Aufsichtsdienst in der Galerie Monat für Monat organisierte und damit regelmäßige Öffnungszeiten ermöglichte.

Eine Finanzierungsmöglichkeit von Aufsichtskräften durch die Stadtverwaltung war und ist angesichts der angespannten Haushaltslage nicht mehr möglich. Seine Ehefrau, die ihn in seinen ehrenamtlichen Aktivitäten stets unterstützt, ist Teil des heute etwa 45-köpfigen Aufsichtsdienstes.

Seit 2011 hat der hilfsbereite Kunstliebhaber sein Engagement noch verstärkt. 2013 ist ein Pausenservice und ein Service nach den Abendveranstaltungen eingeführt worden, der es Besuchern erlaubt, bei Veranstaltungen im Erdgeschoss auch die Ausstellung im 2. Obergeschoss zu besuchen.

Förderer der Städtepartnerschaft mit Beit Jala

Darüber hinaus wird die Auktion „Kunst tut gut“, eine etablierte und gefragte Veranstaltung getragen von meist regionalen Künstlern zu Gunsten sozialer Zwecke, von ihm begleitet.

Mehrere Jahre war Dr. Henne im Vorstand des Stadtverbandes Kultur in Bergisch Gladbach tätig. Die in 2011 begründete Städtepartnerschaft zwischen Bergisch Gladbach und Beit Jala wird ebenfalls durch aktive Mitarbeit des Ehepaars Henne gefördert.

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Pressestelle Stadt BGL

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