Hier entsteht der Kreisverkehr Schnabelsmühle. Genau im Kreuzungsbereich wurden hochgiftige Schadstoffe gefunden.

Hier entsteht der Kreisverkehr Schnabelsmühle. Im Kreuzungsbereich wurden Schadstoffe gefunden.

Der Strundeverband hat als Bauherr des Megaprojektes „Strunde hoch vier” für Donnerstag zu einer Pressekonferenz eingeladen. Das Thema: „Bodenkontaminationen im Bereich des geplanten Kreisverkehrs”. In der Baustelle direkt vor der Villa Zanders am Knotenpunkt von Schnabelsmühle und Bensberger Straße sind offenbar schon in der vergangenen Woche hochgiftige Stoffe gefunden worden, die nun aufwendig entsorgt werden müssen.

Keine akute Gefahr

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Nach Aussage des Strundeverbandes geht von der Bodenkontamination keine akute Gefahr aus, weder für Anwohner noch für Passanten, betont Martin Wagner, Geschäftsführer des Strundeverbandes, in der Pressemitteilung. Die Verschmutzung sei sehr kleinräumig und strahle nicht aus. Die Bauarbeiten könnten weitergehen, nur der betroffene kleine Teil der Baustelle werde ausgespart. Daher ist auch nicht mit zeitlichen Verzögerungen zu rechnen.

In den letzten Tagen stand die komplette Baustelle still. Im Gegensatz zu den Arbeiten der Belkaw weiter östlich sind hier die Bauarbeiter nach der Karnevalspause am Dienstag noch nicht wieder erschienen.

Die kontaminierte Stelle ist mit einem Bauzaun komplett abgesperrt, die ausgehobene Erde mit einer Plane  abgedeckt.

Hinweis der Redaktion: Der Strundeverband hat die detaillierten Informationen mit einer „Sperrfrist” versehen: die Bürger sollen erst am Donnerstag ab 14 Uhr, mindestens eine Woche nach Entdeckung der Schadstoffe, informiert werden. Trifftige Gründe für diese Informationsblockade gibt es nicht. Es sei nur „vorteilhafter und sinnvoller”, am Donnerstag eine umfassendere Schilderung abzugeben „als jetzt mehr Fragen loszutreten denn Antworten geben zu können”, sagte ein Sprecher des Strundeverbands. Das Bürgerportal hat diese Sperrfrist zurückgewiesen.

Extrem konzentrierte” Schadstoffe fordern starke Sicherheit

Die betroffene Stelle ist zwar sehr klein, aber laut Pressemitteilung  „extrem konzentriert”. Da der Grenzwert massiv überschritten werde seien besondere Maßnahmen zum Arbeitsschutz und zur Sicherung des Grundwasser nötig. In Abstimmung mit der Unteren Umweltschutzbehörde seien bereits entsprechende Sicherungsmaßnahmen ergriffen worden.

Im Mittelkreis des geplanten Kreisverkehrs wurden die Schadstoffe gefunden

Die verschmutzte Stelle befindet sich auf einem Gebiet, das ehemals zur Firma Zanders gehörte. Bei den gefundenen Giften handele es sich um organischen Verbindungen, so genannte Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Das können Teer, Bitumen oder Abfälle aus der ehemaligen Produktion sein. Vor Baubeginn waren Bodenproben entnommen worden; die hatten weit geringere Konzentration ergeben.

Die Baustelle liegt seit Karnevalsbeginn still.

Ein Team von „Strunde hoch vier”, der Baufirmen und weiterer Experten plane jetzt die ordnungsgemäße Reinigung der Baustelle und die Entsorgung des Materials. Wie gefährlich das Material ist zeigt der Aufwand, der zur Sicherheit der Bauarbeiter getroffen werden soll: Im Gefahrenbereich soll mit spezieller Schutzkleidung und abgedichteten Fahrzeugen gearbeitet werden.

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Die Baufahrzeuge dürften den abgesperrten Bereich erst nach Abschluss der Arbeiten und einer gründlichen Reinigung verlassen. Auch die Arbeiter werden sich sich nach Schichtende jedes Mal speziell reinigen müssen. Die wenigen, aber „immens kontaminierten” Bodenteile werden fachgerecht entsorgt.

Informationen am Baustellenstammtisch

Weitere Informationen will der Strundeverband am Donnerstag um 14 Uhr bei einer Pressekonferenz geben.

Bürger können sich an jedem 2. Donnerstag im Monat von 18 bis 20 Uhr am „Baustellenstammtisch” informieren, das nächste Mal also ebenfalls an diesem Donnerstag. Der Stammtisch findet im Baustellenbüro an der Buchmühle statt.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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