Monika Gippert (Mitte) bei der Siegerehrung

Monika Gippert (Mitte) bei der Siegerehrung. Sie gewann über 800 und 3000 Meter.

Am letzten Wochenende fanden in Erfurt die Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften 2016 statt. Mit insgesamt sechs Deutschen Meistertiteln zählte das kleine Team TV Herkenrath zu den erfolgreichsten Mannschaften.

Nach den beiden Titelgewinnen bei den NRW-Meisterschaften Anfang Januar in Düsseldorf wagte Monika Gippert auch in Erfurt einen Doppelstart über 800m und 3000m der W55. Im 800m-Rennen galt die Herkenratherin als klare Favoritin und kontrollierte zunächst das Feld. Im Schlussspurt war sie eindeutig die Stärkste und gewann souverän in 2:43,56 Minuten mit mehr als vier Sekunden Vorsprung vor Helga Knipp-Diawuoh aus Engelskichen.

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Der 3000m-Lauf sechs Stunden später wurde gemeinsam mit dem Wettbewerb der W60 ausgetragen. Klare Favoritinnen in diesem Rennen waren die Titelverteidigerin Waltraud Klostermann (TV Norden) und die W60-Weltmeisterin Lidia Zentner (Pforzheim). Vom Start weg übernahm Zentner die Führung und passierte die 1000m-Marke in 3:46, dahinter dann Monika Gippert und Waltraud Klostermann. Kurz danach startete die Herkenratherin dann einen ersten Angriff, doch die beiden Favoritinnen ließen sich nicht abschütteln. Monika Gippert bestimmte in der Folge das Rennen.

800m vor dem Ziel fiel dann die Vorentscheidung. Nach einer weiteren Tempoverschärfung von Monika Gippert konnten zunächst Lidia Zentner und dann auch die Titelverteidigerin nicht mehr folgen. Im Ziel hatte Monika einen Vorsprung von mehr als vier Sekunden vor Klostermann und sieben Sekunden vor Zentner. In 11:24,51 Minuten verbesserte sie ihren eigenen, erst fünf Wochen alten Nordrheinrekord um sage und schreibe 16 Sekunden!

Jochen Gippert

Jochen Gippert

Jochen Gippert war auf den Sprintstrecken der M 35 eine Klasse für sich .In den 60m-Vorläufen erzielte der Titelverteidiger mit locker herausgelaufenen 7,19 Sekunden die schnellste Zeit. Im Finale steigerte sich der TVH-Sprinter dann auf 7,17 Sekunden und gewann mit einem Riesenvorsprung von 0,35 Sekunden vor Karsten Klose (Weimar/ Schöndorf). Vereinskollege Henning Böhm verpasste mit7,86 Sekunden knapp die Finalteilnahme.

Noch überlegener gewann Jochen Gippert seinen zweiten diesjährigen Titel, den über 200m. Mit Saisonbestzeit von 22,77 lag der Herkenrather annähernd 1,5 Sekunden vor Torsten Kühl vom Hamburger SV. Henning Böhm sicherte sich in 24,88 Sekunden Platz sechs. „Ich bin einfach baff! Mit einer 22,99 wäre ich schon sehr, sehr zufrieden gewesen, aber 22,77 Sekunden, damit war den bisherigen Trainings- und Wettkampfleistungen einfach nicht zu rechnen,“ so Gipperts Statement nach seiner 200m-Meisterschaft.

Kolja Ewert

Kolja Ewert

Der 46jährige Kolja Ewert stellte sich in Erfurt erstmals bei einer Deutschen Meisterschaft dem Starter über 800m (M45). Selbstbewusst lief Ewert bei seinem DM-Debüt bis zur 700m-Marke an Position zwei, doch dann konnte der Herkenrather dem Favoriten Hubert Leineweber (OSC Berlin) nicht mehr folgen. Leineweber gewann in starken 2:01,80 Minuten vor Ewert, der sehr gute 2:03,48 Minuten erzielte, und Reinhard Buchholtz (Phönix Lübeck 2:07,53 Minuten). Die besondere Qualität der Zeiten von Leineweber und Ewert wird dadurch untermauert, dass weder der neue Meister in der M40 noch der in der M35 auch nur annähernd diese Ergebnisse erreichte.

Am zweiten Meisterschaftstag hielt sich dann auch Kolja Ewert schadlos. Im 400m-Wettbewerb der M 45 konnte er seinen Titel im Vorjahr errungenen Titel erfolgreich verteidigen. Mit ausgezeichneten 53,40 Sekunden war der Augenarzt dabei schneller als während der gesamten Freiluftsaison 2015 und hatte im Ziel einen Vorsprung von 0,72 Sekunden vor dem Zweitplazierten Christian Rduch (Heiden). Ewert freudestrahlend nach seinem Titelgewinn: „Die Zeit ist stark. Mit 26,0 Sekunden über 200m bin deutlich langsamer angelaufen als geplant.“

Jochen Gippert, Kolja Ewert, Timo Esser-Bendel, Henning Böhm (v.r.n.l.)

Jochen Gippert, Kolja Ewert, Timo Esser-Bendel, Henning Böhm (v.r.n.l.)

Und auch am sechsten TVH-Titel waren Jochen Gippert und Kolja Ewert maßgeblich beteiligt. Im abschließenden Meisterschaftswettbewerb, der 4x 200m-Staffel der M35, hatten Gippert als Startläufer und Ewert auf der Zwei bereits für eine deutliche Führung des TVH gesorgt. Timo Esser-Bendel, der nach einem langwierigen Infekt auf einen Einzelstart zu Gunsten der Staffel verzichtet hatte, und Schlußläufer Henning Böhm vollendeten sicher den Sieg des TVH-Quartetts. Mit 1:35,68 Minuten hatten die Herkenrather im Ziel mehr als fünf Sekunden Vorsprung vor dem Hamburger SV. Der TV Herkenrath gewann damit zum dritten Mal in Folge den Titel in diesem Wettbewerb.

Gerd Michalek

Gerd Michalek

Einziger Techniker im TVH-Aufgebot von Erfurt war Speerwerfer Gerd Michalek. Bei den gleichzeitig ausgetragenen Deutschen Senioren-Winterwurfmeisterschaften erzielte der 56jährige mit dem 700g schweren Speer mit 39,38 Meter eine neue persönliche Bestleistung und belegte den sechsten Platz in der Alterklasse M55. Gerd Michaleks Resümee: “Ich bin mit dem Wettkampf und meiner Weite sehr zufrieden. Es ist ein gutes Gefühl, bei Nieselregen und nur fünf Grad Bestleistung zu werfen (bezogen auf die letzten 13 Jahre!). Ich bin damit meinem Ziel, endlich die 40m-Marke zu schaffen, wieder ein Stück näher gekommen.“

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