Die Stadtverwaltung schlägt vor, die Parkgebühren in Bergisch Gladbach zu erhöhen. Damit will sie die ab 2027 fällige Umsatzsteuer an die Autofahrer weitergeben. Zugleich regt sie eine Debatte über eine weitere Erhöhung an: Seit 20 Jahren sind die Parkgebühren unverändert. Berücksichtigt man die Inflation, ist das Parken sogar deutlich günstiger geworden.

Parkgebühren sind in Bergisch Gladbach ein brisantes Thema. Daher hat der Stadtrat in den vergangenen 20 Jahren immer wieder darauf verzichtet, sie anzuheben. Noch nicht einmal die Inflation ist ausgeglichen worden.

Ab 2027 muss die Stadt nun jedoch auf die Einnahmen aus einem großen Teil ihrer Parkplätze Umsatzsteuer abführen. Später kommt noch eine Ertragssteuer hinzu. Abgaben, die Bergisch Gladbachs Einkünfte um rund 200.000 Euro reduzieren würden, wenn die Stadt nicht gegensteuert.

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Angesichts der allgemeinen Finanznot kann sie sich das nicht leisten, befindet die Stadtverwaltung. Daher schlägt sie in einer Vorlage für den Stadtrat jetzt vor, die Parkgebühren Anfang 2027 „moderat“ zu erhöhen.

Der Vorschlag für eine neue Parkgebührenordnung sieht diese Anpassungen vor:

  • Erhöhung des Tagestickets in Zone 2 von 5 auf 6 Euro.
  • Erhöhung der Parkgebühren in Zone 1 von 1,50 auf 2,00 Euro je Stunde, d.h. je angefangene 30 Minuten auf 1,00 Euro.
  • Erhöhung der Parkgebühren in Zone 2 von 1,00 auf 1,50 Euro je Stunde, d.h. je angefangene 20 Minuten auf 0,50 Euro
  • Erhöhung des Monatstickets in Zone 1 von 50 auf 65 Euro.
Zur Sache: Parkzone 1

Zur Zone 1 mit höheren Gebühren und ohne die Möglichkeit des Erwerbs von Tages-und Monatstickets zählen die jeweils sehr zentrumsnah gelegenen Parkplätze Stadthaus /An der Gohrsmühle, Teile der Schlosstraße, Bertram-Blank-Straße, Siebenmorgen, Jakobstraße / S-Bahn.

Die Brötchentaste (15 Minuten frei parken) soll bleiben. Auch das kostenfreie Parken an Sonn- und Feiertagen sowie an den vier Adventssamstagen soll nicht angetastet werden.

Diese Erhöhung, das betont die Verwaltung mehrfach, soll ausschließlich zur Deckung der künftigen Steuerbelastung dienen.

Aber gleichzeitig stellt die Stadt, mit Blick auf die akute öffentliche Finanznot, eine weitere Erhöhung in den Raum. Die eigentlich auch gar keine Erhöhung sei – sondern „nur“ ein Inflationsausgleich.

Denn seit 2006, als die Stadt zum bislang letzte Mal die Gebühren angehoben hatte, habe Deutschland eine allgemeine inflationsbedingte Preissteigerung von 50 Prozent erlebt.

In der angespannten Haushaltslage sei die Stadt gehalten, die Einnahmen zu stärken und Gebührenregel mäßig an die Kostenentwicklung anzupassen, argumentiert die Verwaltung – und legt damit eine weitere Erhöhung nahe.

In die gleiche Richtung geht auch ein Vergleich mit den Parkentgelte der privaten Parkhäuser im Stadtgebiet. So kostet die erste Stunde in der RheinBerg-Galerie 1,80 Euro, jede weitere angefangene Stunde 2 Euro und der maximaler Tagespreis für Kurzparker 12 Euro. Auch im Parkhaus Marienberg am MKH kostet die Stunde 2 Euro, ein Tagesticket 8 Euro.

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  1. Milchmädchen:
    wenn ich die Parkzeit verkürze, erhöhen sich auch die Kosten.
    das ist praktiziert worden.
    soviel zu keine Erhöhung seit 20 Jahren

    1. Wenn das so wäre, dann hätten Sie recht. Aber wann sind die Parkzeiten verkürzt worden?