Der Minikrater an der Schnabelsmühle.

Unter einen grünen Plane liegt der Aushub, darüber das Loch.

Ab diesem Freitag sieht es auf der Baustelle Schnabelsmühle ein wenig wie bei der Mondlandung aus: Männer in bauschigen weißen Schutzanzügen und großen Stiefeln stapfen durch den Schlamm, dazwischen speziell gekapselte Fahrzeuge; wer aus dem „schwarzen” in den „weißen“ Bereich zurück will, muss durch eine Entgiftungsanlage.

Der große Aufwand wird betrieben, um unter Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften eine Altlast zu entfernen, die vor einigen Wochen in vier Meter Tiefe gefunden worden war: Wahrscheinlich ein altes Teerfass aus den 50er Jahren, das in dem damaligen Zanders-Werk Schnabelsmühle beim Abbruch stehen gelassen wurde.

Für Fachleute ist Teer jedoch ein „Polycyclisch aromatischer Kohlenwasserstoff” (PAK), der zwar nicht wasserlösslich ist, aber dennoch potentiell gesundheitsgefährdend. Wenn er in den Körper gelangt.

Schnabelsmühle Dekonatmination 230

Um das auf jeden Fall zu verhindern bekommen die Bauarbeiter zunächst eine Sicherheitseinweisung, berichtet der Strundeverband als Bauherr jetzt. Bereits seit Montag werde eine „Schwarz-Weiß-Baustelle“ eingerichtet, die den Bereich, in dem die Bauarbeiter und ihre Geräte mit dem verschmutzten Boden („schwarz“) in Berührung kommen, vom nicht belasteten Bereich („weiß“) trennt.

In einer Schleuse wechseln die Arbeiter ihre Schutzkleidung. Ein Dusch- und Sanitärbereich mit absaugbarem Tank steht ebenfalls bereits. Für die Stiefel gibt es eine Waschanlage, damit keine PAK aus dem inneren Bereich herauskommen.

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Für alle Arbeitsschritte und –regeln werde es eine Einweisung für alle beteiligten Firmen und ihre Mitarbeiter geben, wie sie sich schützen können. Das Gutachterbüro Borchardt aus Hennef koordiniert und überwacht die Arbeitsschutzmaßnahmen.

Lückenlose Dokumentation der Entsorgung

Bis Freitag müssen außerdem einige bautechnische Voraussetzungen geschaffen werden. So werden die dort verlegten Telekommunikationsleitungen gesichert.

Da der Boden als „gefährlicher Abfall“ eingestuft wird muss ein elektronisches Nachweisverfahren mit ständiger Information an die Aufsichtsbehörden und Überwachung der Transportwege des kontaminierten Materials eingerichtet werden.

Ab Freitag wird der kontaminierte Bereich, der sogenannte „Hot Spot“ und das umliegende belastete Erdreich, ausgekoffert und entsorgt. Der Gutachter bleibt vor Ort, die Belastung wird fortlaufend gemessen. Erst dann steht fest, wie viele Kubikmeter wie stark belastet sind. Sollte ein weiterer „Hot Spot“ gefunden werden, kann er direkt mit entsorgt werden.

Die Lagerung erfolgt zunächst in einem geschlossenen Container vor Ort, bis die endgültige Entsorgung abgestimmt ist. Das umliegende Erdreich wird zur Deponie Leppe transportiert. Dort werden weitere Analysen durchgeführt, um die genauen Schadensstoffe und ihre Konzentrationen zu bestimmen.

Zur Erinnerung: Die Fundstelle liegt auf dem ehemaligen Firmengelände Schnabelsmühle. Die Verschmutzung ist lokal begrenzt und befindet sich in etwa vier Meter Tiefe. Die Fundstelle liegt unter zwei alten Straßendecken, so dass keine Luftbelastung entstehen konnte. Da PAK nicht wasserlöslich sind, kam es auch nicht zur Gefährdung des Grundwassers.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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