An diesem Freitag unterzeichnen die Deutsche Bahn, das NRW-Verkehrsministerium und der Nahverkehr Rheinland eine grundsätzliche Planungsvereinbarung zum Ausbau der S-Bahnlinie S 11. Unabhängig davon sollen bereits im Vorfeld die Bahnhöfe in Bergisch Gladbach und in Duckterath ausgebaut werden.

Grundsätzlich war das bereits 2015 angekündigt worden, doch jetzt wird die Planung konkret. Schon ab „Herbst 2016″ wird in Duckterath und in Gladbach ein zweiter Bahnsteig gebaut, heißt es in einer aktuellen Broschüre der Nahverkehr Rheinland GmbH (siehe Dokumentation unten) – allerdings irreführend.

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Zwar soll die Strecke von Dellbrück nach Bergisch Gladbach ein zweites Gleis bekommen. Wann das geschieht ist allerdings unklar.

Aktualisierung 19 Uhr: Bürgermeister Lutz Urbach meldet sich über die Kommentarfunktion (s.u.) und schreibt: „Für die Einrichtung des 10-Minuten-Taktes ist der zweigleisige Ausbau notwendig. Und der wird leider noch einige Jahre auf sich warten lassen.  Also: Nächstes Jahr wird der Bahnsteig angepackt – und der 10-Minuten-Takt kommt nächstes Jahr leider nicht! Das weiß ich übrigens aus einem Gespräch, dass wir unter anderem noch in der vergangenen Woche mit Vertretern der Bahn im Rathaus hatten.” Auf zwei Anfragen des Bürgerportals in den vergangenen Tagen hatte die Stadtverwaltung mitgeteilt, es gebe dazu „keinen Sachstand”.

Sieben Gleise – aber nur eins ist für die S-Bahn nutzbar

Zunächst einmal geht es nur um die Renovierung des Gladbacher Bahnhofs. Abgeschlossen werden soll das  Projekt laut Ankündigung der Bahn-Tochter „DB Station und Service” bereits in der zweiten Jahreshälfte 2017. 

In einem Maßnahmenpaket für die Ertüchtigung von ingesamt 150 Bahnhöfen in ganz NRW heißt es mit Blick auf Bergisch Gladbach:

„Der Bahnhof besitzt insgesamt sieben befahrbare Gleise, davon eins mit Bahnsteig und Oberleitung für den S-Bahn-Verkehr, die anderen Gleise dienen ausschließlich dem Güterverkehr.

Baumaßnahmen

  • Bahnsteigaufhöhung eines Außen- und eines Mittelbahnsteigs
  • Modernisierung Mittelbahnsteig
  • Neubau Bahnsteigdach Mittelbahnsteig
  • Neubau Bahnsteigdach Hausbahnsteig und
  • Modernisierung Bahnsteigdach Hausbahnsteig
  • Beleuchtung
  • Ausstattung
  • Wegeleitsystem
  • Beschallung
 Voraussichtliches Ende der Baumaßnahmen: 2. Halbjahr 2017″

In Duckterath wird ein zweiter Außenbahnsteigs für Züge in Fahrtrichtung Köln gebaut, mit einer  Treppenanlage und Rampe, einem überdachten Wartebereiche und einem Blindenleitsystem.

Holger Klein, der Sprecher der Nahverkehrs Rheinland GmbH, bestätigte diese Planungen, wollte sich auf das Fertigstellungsdatum aber nicht festlegen.

Die Stadtverwaltung hat in der Sache mit der Bahn verhandelt, hatte konkrete Anfragen des Bürgerportals dazu aber nicht beantwortet. Erst nach der Veröffentlichung dieses Beitrag teilt sie mit, dass Ende September der Bürgermeister, der neue Stadtbaurat Harald Flügge und Vertreter der Stadtverkehrsgesellschaft beteiligt waren.  Involviert ist auch Landrat Hermann Josef Tebroke – als  Verbandsvorsteher des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland.

Bis Worringen soll die S-11 künftig im Zehn-Minuten-Takt fahren

Auch auf Kölner Stadtgebiet soll die Infrastruktur entlang der S-11-Strecke ausgebaut werden. So bekommt der Bahnhof in Deutz und der Hauptbahnhof ein weiteres S-Bahn-Gleis. Mit der Taktverdichtung ist außerdem ein neuer Haltepunkt in Kalk geplant. Mit ihm wird das neue Stadtquartier angebunden, das sich rund um das Odysseum entwickelt hat.

Von dem Ausbau ist auch das Naturschutzgebiet „Thielenbruch und Thurner Wald“ zwischen Köln
und Bergisch Gladbach, das mit Kalkflachmoor, Pfeifengraswiesen sowie Feucht- und Auenwäldern einen wichtigen Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere biete. Hier will das Eisenbahn-Bundesamt gemeinsam mit den  Naturschutzverbänden die Umweltverträglichkeit prüfen.

Ingesamt geben Land, die Bahn und die regionalen Verkehrsgesellschaften für die Modernisierung der 150 Bahnhöfe rund eine Milliarde Euro aus; das Geld kommt aus dem Budget der Modernisierungsoffensiven zwei und drei sowie des Ausbaus der Infrastruktur für den Rhein-Ruhr-Express.

Dokumentation: Aktuell Broschüre des Nahverkehrs Rheinland

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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2 Kommentare

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  1. Die planmäßige Fahrzeit zwischen K-Dellbrück (derzeitiges Ende zweigleisiger Ausbau) und Bergisch Gladbach beträgt vier Minuten – es werden spurtstarke S-Bahn-Fahrzeuge eingesetzt.
    Wieso sollte da kein 10-Minuten-Takt möglich sein, nachdem in Gladbach ein zweites S-Bahn-Gleis errichtet sein wird? Zudem existiert in K-Dellbrück ein drittes Betriebsgleis, welches entsprechende Reserven bietet.
    Auf anderen eingleisigen Strecken sind ähnlich ambitionierte Btriebsabläufe durchaus üblich und werden sogar mit Dieseltriebfahrzeugen gefahren, welche nicht so schnell beschleunigen.

  2. Ich fürchte, ich muss nun Wasser in den Wein schütten:
    Für die Einrichtung des 10-Minuten-Taktes ist der zweigleisige Ausbau notwendig. Und der wird leider noch einige Jahre auf sich warten lassen.
    Also: Nächstes Jahr wird der Bahnsteig angepackt – und der 10-Minuten-Takt kommt nächstes Jahr leider nicht!
    Das weiß ich übrigens aus einem Gespräch, dass wir unter anderem noch in der vergangenen Woche mit Vertretern der Bahn im Rathaus hatten. Also: Wir sind als Stadt natürlich eingebunden; die Stadt muss ja später mitwirken!
    Lutz Urbach