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Claudia Rottländer, geschäftsführende Gesellschafterin der DORNBACH GmbH

Viele Selbständige und Angestellte beschäftigen sich mit der Möglichkeit, ein häusliches Arbeitszimmer steuermindernd zu berücksichtigen. Dabei sind die folgenden Voraussetzungen des Gesetzgebers zu beachten:

a) Sofern das Arbeitszimmer der Mittelpunkt der gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit ist, sind die Kosten unbeschränkt abzugsfähig.
b) Steht für die berufliche oder betriebliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, können die Kosten bis zur Höhe von EUR 1.250 pro Jahr geltend gemacht werden.

Während die Variante a) inhaltlich klar ist, gibt es bei b) Probleme mit der Trennschärfe: Als Angestellter muss man eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorlegen, dass kein anderer Arbeitsplatz vorliegt (häufig Lehrer, Außendienstmitarbeiter). Sollte man z.B. nur einen Tag in der Woche im Homeoffice tätig sein, steht offensichtlich ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung und die Kosten sind nicht berücksichtigungsfähig.

Ein Selbständiger kann trotz vorhandener Praxisräume ausnahmsweise auch ein häusliches Arbeitszimmer beschränkt als Betriebsausgabe geltend machen, sofern die Praxisräume nicht oder nur eingeschränkt für bestimmte Arbeiten geeignet sind (hier: Praxisräume werden vorwiegend als Therapieräume genutzt, in denen sich Patienten aufhalten. Vertrauliche Arbeiten, die einen nicht unerheblichen Teil der beruflichen Tätigkeit ausmachen, können daher dort nicht erfolgen).

Sofern sich zwei Ehegatten ein Arbeitszimmer teilen, können die Kosten objektbezogen insgesamt nur einmal (verteilt auf die beiden) berücksichtigt werden.

Bei gemischt genutzten Räumen (private und berufliche/betriebliche Nutzung) scheidet eine Berücksichtigung als Arbeitszimmer, auch anteilig, aus.

  • Zu den abzugsfähigen Kosten zählen grundsätzlich
  • Miete, alternativ Gebäudeabschreibung bei Eigentümern
  • Schuldzinsen für Kredite zur Anschaffung des Gebäudes oder der Eigentumswohnung
  • Wasser- und EnergiekostenReinigungskosten
  • Grundsteuer, Müllgebühren, Schornsteinfegergebühren, Gebäudeversicherungen
  • Renovierungskosten sowie Ausstattung des Zimmers (Tapeten, Teppich etc)

Einrichtungsgegenstände (Tisch, Stuhl, Regale,…) sind als Arbeitsmittel anzugeben und damit zusätzlich zu den o.g. Unterhaltskosten als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abzugsfähig.

Vermietung an den Arbeitgeber

Dies kann eine Alternative darstellen: in diesem Fall liegt kein häusliches Arbeitszimmer vor, sondern ein Büro des Arbeitgebers. Basierend auf einem unbefristeten Mietvertrag erzielt man Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Kosten können entsprechend vollständig abgezogen werden.

Allerdings muss an dieser Gestaltung der Arbeitsgeber ein vorrangiges, überwiegendes Interesse haben. Dabei wird von Seiten des Finanzverwaltung darauf geachtet, dass in der Firma kein geeigneter Arbeitsplatz vorliegt, dies ggf. auch anderen Mitarbeitern angeboten wird oder man außerhalb der üblichen Geschäftszeiten tätig ist ohne Zugangsmöglichkeit zum Arbeitgebersitz.

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DORNBACH ist eine überregional tätige Unternehmensgruppe in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung und Unternehmensberatung. National ist das Unternehmen mit mehreren Standorten  vertreten und beschäftigt insgesamt 400 erfahrene Wirtschaftsprüfer und Steuerberater im Verbund mit spezialisierten Rechtsanwälten und IT-Beratern. Dornbach betreut neben Privatpersonen vorwiegend mittelständische Unternehmen, Unternehmen der öffentlichen Hand sowie gemeinnützige Einrichtungen.

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Claudia Rottländer

ist geschäftsführende Gesellschafterin der DORNBACH Treuhand GmbH & Co. KG in Bergisch Gladbach. Neben der Gestaltungsberatung ist das steuerliche Gemeinnützigkeitsrecht ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit.

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