Das Unternehmen Flixbus verbindet Refrath direkt mit Berlin – und mit Dresden. Foto: Flixbus

Seit heute verbindet die Fernbuslinie Flixbus Refrath direkt mit Berlin. In einer Woche folgt eine weitere Verbindung nach Dresden. Eine Entscheidung, über die die Stadt Bergisch Gladbach nur teilweise informiert und an der sie nur bedingt beteiligt war.

Das Bürgerportal hatte gestern berichtet, dass der Marktführer auf dem Fernbusmarkt zwei neue Haltepunkte im Großraum Köln einrichtet, weil er die Kölner Innenstadt nicht anfahren darf. Neben einem Zwischenstopp am Köln/Bonner-Flughafen geht es dabei um eine Haltestelle in Refrath – und zwar in der Straße Wickenpfädchen an der KVB-Linie 1.

Von Düsseldorf über Refrath nach Berlin in elf Stunden

Inzwischen hat Flixbus den Bericht bestätigt und konkretisiert. Demnach fährt bereits seit heute der Bus auf der Strecke Düsseldorf – Berlin den Haltepunkt Refrath an. Dieser Bus der Linie 154 fährt in Refrath um 10:25 ab und kommt nach knapp elf Stunden um 21 Uhr in Berlin an. Der Gegenbus verlässt Berlin um 9:30 Uhr und erreicht Refrath um 20:30 Uhr. Auf der Strecke werden u.a. Gotha, Erfurt, Weimar und Jena angesteuert.

Die Fahrten sind online zu buchen, ein Ticket für Mittwoch kostet aktuell 22 Euro.

Von Essen über Refrath nach Dresden

Darüber hinaus wird es ab dem 15. November eine weitere Verbindung geben: von Essen über Refrath nach Dresden. Dieser Bus fährt in Refrath um 9:05 Uhr ab und kommt um 18:50 in Dresden an. Der Bus in der Gegenrichtung fährt von 8:15 Uhr bis 17:55 Uhr.

Behörden verhindern Flixbus-Haltestelle in Bensberg

Bei der Entscheidung über die Einrichtung der Haltestelle in Refrath war die Stadt Bergisch Gladbach nur bedingt beteiligt. Allerdings konnte sie gemeinsam mit anderen Behörden den ursprünglichen Antrag, den Flixbus-Stop an der KVB-Endstation in Bensberg einzurichten, verhindern. Dazu hatte es eine Ortsbesichtigung mit dem Kreis, der Stadtverkehrsgesellschaft und der Wupsi gegeben.

Aktualisierung: Die Stadtverkehrsgesellschaft hat die Entscheidung zu Bensberg konkretisiert. Demnach hatte sie selbst den Busbahnhof in Bensberg als bestmöglichen Standort vorgeschlagen. Das sei vom Kreis und den beiden Busunternehmen RVK und Wupsi „aus durchaus nachvollziehbaren Gründen” abgelehnt worden.

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Als Alternative war, nach einer weiteren Ortsbesichtigung, der Standort Refrath vorgeschlagen worden. Weil von hier aus die Autobahn besser zu erreichen ist, es eine CarSharing-Station gibt und (wie in Bensberg) der direkte Übergang zur Linie 1 möglich ist.

Danach allerdings hatte die Stadtverwaltung zu dem Thema nichts mehr gehört.

Genehmigung wurde in Berlin erteilt

Nach Information der Stadt war die Bezirksregierung Köln für die Genehmigung zuständig – was allerdings nicht stimmt. Denn die Behörden des Abfahrtsortes müssen entscheiden – und das ist im Fall der Linie Berlin – Düsseldorf das Berliner Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (Labo), erläutert eine Sprecherin der Bezirksregierung Köln.  Das Labo habe die Entscheidung getroffen, nachdem es die Bezirksregierung Köln angehört hatte, die den Rheinisch-Bergischen Kreis angehört hatte, der die Stadt Bergisch Gladbach angehört hatte.

Wer den Refrather Halt auf der Linie Dresden – Düsseldorf genehmigt hat, war am Montag nicht mehr zu klären. Das hängt davon ab, was als Ziel- und was als Ankunftsort definiert wird.

Fachhochschulstandort erhält Anschluss an überregionalen Fernverkehr

Unabhängig von diesen Zuständigkeitsfragen begrüßt die Stadtverkehrsgesellschaft Bergisch Gladbach die Einrichtung der Haltestelle. Schließlich sei Bergisch Gladbach nicht nur eine Großstadt, sondern auch eine Fachhochschulstadt ohne direkte Anbindung an eine Bundesbahnstrecke. Daher sei die Anbindung über Flixbus an den überregionalen Fernverkehr positiv zu werten.

Allerdings will die Stadtverkehrsgesellschaft die neue Haltestelle nun beobachten. Sollte es von FlixBus Anträge geben, weitere Buslinien nach Refrath fahren zu lassen, müsse die Stadt Bergisch Gladbach an dem Genehmigungsverfahren umfangreicher beteiligt werden.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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3 Kommentare

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  1. Grundsätzlich ist jedes preisgünstige Verkehrsmittel zu begrüßen, welches eine Alternative zur deutlich überteuerten Bahn bietet. Allerdings starteten bislang Fernbusse nahezu ideal am Knotenpunkt des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs Breslauer Platz direkt am Hauptbahnhof in Köln. Warum diese ansonsten für die Fahrgäste optimale Lösung hier zugunsten einer wesentlich schwächeren Variante verhindert wurde,ist die eigentlich interessante Frage. Schutz der Bahn vor Wettbewerb?

  2. Preisgünstige Fernverkehrsverbindungen sind zu begrüßen, vor allem für junge Leute. Andere und bessere Kalkulationen wünscht man sich auch im ÖNVP. Ob es allerdings sinnvoll ist, einen großen Bus in Refrath auf den Weg nach Berlin zu schicken, wage ich zu bezweifeln. Die Vürfelser Kaule als Weiterführung der Dolmannstraße steht ohnehin am äußersten Rand Ihrer Belastbarkeit. Hier im Bereich der Bahnschranken, die ein großes Verkehrshindernis darstellen, einem solchen Bus längere Haltezeiten zu ermöglichen, um ihn dann über ebenfalls weit überlasttete Straßen zur Autobahn zu führen, scheint mir halte ich für problematisch. Die Art und Weise, wie die Erlaubnis zustande gekommen ist, erhöht den Zweifel. Darüber hinaus bereitet man einem Monopolisten den Weg, was auch kaum jemand nachvollziehen kann. Was mögen die Refrather dazu sagen, dass man sie mal wieder nicht gefragt hat, ihnen aber jetzt ein weiteres Verkehsrproblem aufhalst. Die Haltung der JU, Hauptsache keine zusätzliche Belastung für die Innenstadt, ist mal wieder typisch. Alt-Gladbach solle leben, der Rest ist egal.

  3. Die JU Bergisch Gladbach begrüßt die neu eingerichtete Fernbushaltestelle in Refrath.

    Fernbusse sind bei jungen Leuten ein beliebtes kostengünstiges Verkehrsmittel. Daher begrüßt die JU es, dass es jetzt eine Fernbushaltestelle in Bergisch Gladbach gibt. Die Anbindung an das bundesweite Fernbusnetz ist eine erfreuliche Erweiterung im “Mix” der Verkehrsmittel. Grundsätzlich ist jedes öffentliche Verkehrsmittel, dass eine Alternative zum Auto darstellt und Stau vermindert, vorteilhaft. Es ist nicht zuletzt Ziel des Mobilitätskonzeptes hier Alternativen zu schaffen und zum Umstieg vom Auto auf andere Verkehrsmittel anzuregen.

    Die Haltestelle in Refrath liegt vergleichsweise nah an der Autobahn und verursacht so keinen zusätzlichen Verkehr in die Stadtmitte.

    Fahrgäste eines Fernbusses fahren typischerweise auch nicht mit dem Auto zur Fernbushaltestelle, sondern mit öffentlichen Verkehrsmitteln. In Refrath ist eine optimale Anbindung an Stadtbahn und Bus vorhanden.