Flixbus, der Marktführer bei den Fernreisebusse, darf die Kölner City nicht anfahren. Daher weicht der grüne Fast-Monopolist ins Umland aus – und eröffnet jetzt eine Haltestelle mitten in Refrath. Das wurde durch eine Pressemeldung bekannt, die die Stadt Bergisch Gladbach verschickt hat – die aber von der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung stammt.

Hinweis der Redaktion: Inzwischen gibt es einen aktuelleren Beitrag zu diesem Thema

„Am 7. November startet Flixbus mit weiteren Außenhaltestellen in Refrath und am Köln-Bonner Flughafen”, heißt es lapidar in der Mitteilung der Stiftung, die damit zu einer Diskussionsrunde „Mobilität der Zukunft” einlädt. Standesgemäß im Fernbus, den die Stiftung als Beitrag zur Entlastung der verstopften Verkehrswege in NRW sieht.

Die großen Busse bringen für die Städte aber auch Probleme. Dennoch ist Köln wohl die einzige Großstadt,  die Fernbusse aus dem Innenstadtverkehr ausgesperrt hat. Statt dessen fahren die grünen Busse seit Ende 2015 den Leverkusener Bahnhof an. Bis jetzt.

Denn schon ab diesem Montag könnten die grünen Riesen mitten im Refrath auftauchen. Laut Naumann-Stiftung soll der Flixbus-Stop an der Haltestelle der KVB-Linie-1 im Wickenpfädchen eingerichtet werden. Die Fahrgäste aus Köln können bequem mit der Straßenbahn anreisen. Die Fernbusse würden sich von dort auf den Weg zur Autobahn machen – über die schwer belastete Vürfelser Kaule.

Auf der Flixbus-Website ist „Bergisch Gladbach (Refrath)” in der Verbindungssuche schon als Anlaufstelle für die Kölner Region eingepflegt, allerdings kann man noch keine Fahrten buchen. Informationen, wieviele Busse Refrath täglich anfahren sollen, liegen damit nicht vor.

Rat und Verwaltung der Stadt Bergisch Gladbach sind informiert: Bei der politischen Busfahrt der Naumann-Stiftung seien der stellvertretenden Bürgermeister Josef Willnecker sowie der Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft Willi Schmitz an Bord, heißt es in der Einladungsweiterleitung der Pressestelle.

Willnecker und Schmitz sind offenbar die „lokalen Experten”, die die Stiftung als Programmpunkt für Dienstag, 17:30 Uhr im Wickenpfädchen ankündigt. Das Thema der Runde: „Bedeutung des Fernbushaltes für Refrath”.

Im neuen Mobilitätskonzept der Stadt sucht man den Begriff „Fernbus” vergeblich.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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4 Kommentare

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  1. Update:

    Heute, 07.11.2016, kam ein Flexbus um 17.45 hielt ein Flexbus an der vorgesehenen Haltestelle. Falsch ist allerdings, dass die Busse über die Vürfelser Kaule zur Autobahn fahren, weil man von der Straße “Am Wickenpfädchen” nur nach rechts in die Vürfelser Kaule einbiegen darf (entgegen der Richtung zur Autobahn). DIe Direktverbindung geht nach Berlin, nach Hamburg muss man in Alsfeld umsteigen.

  2. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Pressemitteilung zu früh rausgeschickt wurde: Sie sollte doch sicher erst am 01. April 2017 an die Medien verteilt werden – oder ???

  3. Man ist doch in der Bergisch Gladbacher Stadtverwaltung sonst os bemüht, sich Kölner Vorstellungen zu beugen. So hat man nicht protestiert, als Herr Börschel von der SPD drohte, eine “Pförtner-Ampel” auf der bergisch Gladbacher straße zu installieren, wenn die Bahndammtresse nicht gebaut würde. Hätte man doch in der ernbusgeschuchte eine ähnliche Einstellung wie Köln. Nein, der Verkehr in Refrath wird weiter verdichtet. Geht so was ohne Genehmigung, ohne Beteiligung der Bürger, in einer solchen Straße?