Hinter den alten Kalköfen am S-Bahnhof soll ein neues Wohnviertel entstehen
Seit Jahren hat sich am S-Bahnhof nichts verändert. Weiter oben im Bild, hinter den Kalköfen, entsteht ein großes Bauprojekt

Hinter den alten Kalköfen links vom S-Bahnhof soll ein neues Wohnviertel entstehen. Auf dem Parkplatz im Vordergrund soll das neue Stadthaus gebaut werden.  Foto: Bergisch Schön

Viele Jahre lang war das Grundstück hinter den historischen Kalköfen Cox, zwischen Johann-Wilhelm-Lindlar- und Paffrather Straße eine Wildnis. Inzwischen wurde gerodet, weil der Eigentümer hier ein komplettes Wohnviertel errichten will. Der Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss sprach sich am Dienstag bereits einstimmig für die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans 2129 „Am Kalkofen” aus.

Ein erster Entwurf des neuen Wohnviertels. Ein Klick vergrößert die Grafik

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Früher hatten hier die Kalkwerke Cox produziert, seither liegt das Gelände direkt am S-Bahnhof weitgehend brach. Bei früheren Plänen hatte es Probleme wegen der gegenüberliegenden Diskothek (Tanzpalast) gegeben – doch inzwischen haben sich unter dem Druck des Wohnungsmarktes neue Bedingungen ergeben. Die Pläne der Stadtverwaltung für ein neues Stadthaus am S-Bahnhof werten das Umfeld weiter auf.

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Neuausweisung riesiger Bauflächen im Vorentwurf für den Flächennutzungsplan haben Verwaltung und Politik ein großes Interesse, vorhandene innerstädtische Flächen zu bebauen. Ziel sei es, hier ein Mischgebiet für Wohnen, Gewerbe, Büros und ein Hotel zu schaffen. 

Michael Metten, CDU-Fraktionschef, nannte das 2,2 Hektar große Grundstück ein „Filetstück” und bedankte sich bei dem Eigentümer, dass eine Bebauung nun endlich in greifbare Nähe rücke. 

Die ganze Fläche zwischen Marktkauf (unten rechts) und dem Kreisel an der Paffrather Straße wird bebaut. Foto: Google Maps/Screenshot

Andreas Ebert (SPD) wies daraufhin, dass hier eine erhebliche Wohnungsdichte mit bis zu fünf Geschossen vorgesehen sei – aber das sei an diesem Standort auch in Ordnung. Tatsächlich heißt es in dem Beschlussvorschlag:

Hierdurch entsteht eine Blockrandbebauung, die im Bereich der Paffrather Straße fünfgeschossig und entlang der Johann-Wilhelm-Lindlar-Straße viergeschossig geplant wird. Die Bebauung passt sich in der Johann-Wilhelm-Lindlar-Straße durch eine Abstufung der Gebäude, von der Paffrather Straße bis zur Jakobstraße dem Geländeverlauf an. Die denkmalgeschützten Kalköfen werden durch eine viergeschossige Bebauung umgeben, die in nordöstlicher Richtung in eine Platzsituation mündet.
Der Platzraum wird gefasst durch die vorgenannte Bebauung, die Bebauung an der Paffrather Straße und einen fünfgeschossigen Gebäuderiegel an der Jakobstraße, der wiederum zu den Kalköfen abgestuft wird. Der öffentliche Raum dient als Pufferzone zwischen der Wohnnutzung im Nordwesten des Plangebietes und einer möglichen Hotel- und Büronutzung im Südosten.

Der Ausschuss stimmte dem Vorschlag der Verwaltung einstimmig zu.

Dokumentation: Der Beschlussvorschlag

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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4 Kommentare

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  1. Das mit der S-Bahn unterirdisch ist gar keine schlechte Idee! Dann würde auch der Bahnübergang wegfallen!

  2. Und dann bitte noch die Kalköfen schön beleuchten und vor dem Ambiente der Öfen einen Platz als Cafè / Biergarten wo man Abends den Tag ausklingen lassen kann.

    Verstehe eh nicht da die Öfen nicht mehr ins Stadtbild einbezogen werden, ich finde die haben was. Aber vielleicht ist das auch nur meine Meinung…

  3. … und als nächstes wird die S-Bahn in den Untergrund verlegt!
    Dadurch entsteht nochmal mehr freie bebaubare Fläche, dann aber hoffentlich mit mehr Grünflächen zum Verweilen – würde ich mir heute im Bereich der Kalköfen wünschen.

  4. Das erste von sicher mehreren bis vielen anderen brach liegenden Grundstücken, auf dem Wohnungsbau erreichtet werden kann – hoffentlich auch mit „bezahlbaren Wohnungen“, die sich Haus+Gurnd – Müller ja so sehr wünscht. Damit können schon mal 2,2 ha von der Großmannssucht der Verwaltung mit 180 ha abgezogen werden.Wenn andere Grundstückseigentümer „geneigt“ werden, auch ihr Areal zu bebauen, werden etliche ha mehr abgezogen werden können. Und wenn man sich im Planungsausschuss und anderweitig in geeigneter Weise mit dem Zandesrgelände so beschäftigt, wie man seit 20 Jahren versucht, die Bahndammtrasse werden zu lassen, wird man da mit sicherheit auch für Wohn- und Gewerbebauung fündig werden.