Die Süd-West-Ecke mit Aufzügen und Aussichtsplattform

Der neue Entwurf für die verkleinerte Marktgalerie.

In den Grundzügen war bereits bekannt, dass Eigentümer und Investor Centerscape die alten Pläne für die Marktgalerie deutlich reduziert hat; in der Sitzung des Stadtplanungsausschuss stellte Architekt Friedrich Wilhelm Groefke am Dienstag Entwürfe und einige neue Details vor. 

Hinweis der Redaktion: Den gesamten Vortrag dokumentieren wir unten. Bei allen Skizzen und Plänen handelt es sich um den aktuellen Stand, noch nicht um die endgültige Planung. 

Angesichts des schlichten architektonischen Entwurfs gab es keine Begeisterungsstürme im Ausschuss – aber die Hoffnung, dass sich für die Betonruine im Herzen von Bensberg endlich eine Lösung gibt. „Ich trauer dem alten Entwurf schon nach – aber dieser Plan ist auf jeden Fall eine Verbesserung gegenüber der heutigen Situation”, sagte Andreas Ebert für die SPD. Michael Metten ergänzte für die CDU, dass es jetzt wichtig sei, dass überhaupt etwas geschehe. Auch wenn er sich wünsche, dass bei den nächsten konkreten Schritten „etwas mehr Architektur gewagt wird”. 

Architekt Groefke, der das Projekt seit einigen Jahren mit diversen Entwürfen begleitet, stellte zunächst die Reduzierung der Gebäudehöhe in den Vordergrund: von zunächst sechs Geschossen  sei man nun zu einer „höhentechnisch optimierten” Variante mit drei Vollgeschossen gelangt: zwei Etagen für Einzelhandel, ein geschlossenes Parkdeck mit 45 Stellplätzen und einem offenen Parkdeck mit weiteren 49 Plätzen und einer eigenen Zufahrt.

Auf dem obersten Parkdeck gibt es einige technische Aufbauten, über den (vierstöckig ausgebauten) Aufzügen die einzige echte Neuigkeit: eine Aussichtsplattform mit Blick hinaus in die Kölner Bucht. 

Da das neue Gebäude das Skelett des alten Lowencenters nutzen soll entfallen große Teile des Abrisses, zudem kann der alte Bebauungsplan genutzt werden. Allerdings ist aus statischen Gründen dann auch nicht mehr drin als oben skizziert. Die umschlossene und überdachte Bruttogeschossfläche reduziert sich von einstmals 12.795 auf 7378 Quadratmeter, die zu vermietende Fläche von zunächst 6814 auf 4050 Quadratmeter.

Im Erdgeschoss sollen als Ankermieter Rewe (2/3 der Fläche) und DM (1/3) einziehen, im ersten Obergeschoss gibt es ein Textilgeschäft, Schuhe, modisches Zubehör und ein neues Restaurant.

Die Süd-West-Ecke mit Aufzügen und Aussichtsplattform

Das gesamte Gebäude ist über zwei Aufzüge an der Süd-West-Ecke an der  Schlossstraße bis hinauf auf das Parkdeck zugänglich; Aufzug und Durchgang zur Engelbertstraße über das Parkdeck sollen 24 Stunden zugänglich sein.

Die Probleme bei der Anlieferung konnten, so Groefke weiter, entschärft werden, das sich Rewe verpflichtet habe das Gebäude mit maximal 12,5 Meter langen Lastwagen anzufahren.  

Bei der Fassadengestaltung will der Investor das Umfeld berücksichtigen, daher seien verschiedene Oberflächen vorgesehen. Im unteren Bereich zur Schlosssttraße werde Grauwacke als Verblendung eingesetzt, in den oberen Stockwerken schlichter heller Putz. Für Werbung an der Fassade werden noch ein Konzept erarbeitet. 

Die Gestaltung der Aufbauten auf dem 3. OG und die Anbindung an den Markt ist noch in der Diskussion

Zum Markt hin soll die Fassade nach Auffassung von Centerscape – nach dem Vorbild des Rathauses – aus einer „zurückhaltend gestockten Betonoberfläche” bestehen, weil diese nicht mit dem Naturstein der anderen Fassaden konkurriert, sondern deren Wirkung hervorhebt. 

Für die Anbindung der Gebäuderückseite zum Alten Markt hatte Centerscape bereits zwei Entwürfe dem Gestaltungsbeirat vorgelegt, der aber offenbar immer noch nicht zufrieden ist. Daran werden man weiter arbeiten, bis eine gut Lösung gefunden sei, machte Fachbereichsleiterin Elisabeth Sprenger klar. 

Das Gebäude aus der Vogelperspektive. Unten die Treppe, für die es noch kein Konzept gibt

Offen ist auch, was aus der kleinen Treppenanlage am rechten Ende des Gebäudekomplexes hinunter in die Schlossstraße wird. Hier denke man gemeinsam mit den dort angesiedelten Einzelhändlern über eine Lösung nach, sagte Groefke. Es sei aber klar, dass auch hier eine Neugestaltung notwendig sei. Die große Freitreppe an der linken Seite der Marktgalerie hatte Centerscape an die Stadt zurück gegeben, die hier im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes Bensberg eine großartige Freitreppe zwischen Schlossstraße und Markt plant.

Aus der Vorlage der Stadtverwaltung für den Ausschuss geht hervor, dass für Herbst 2017 der Baubeginn der Marktgalerie geplant ist, die Fertigstellung für Oktober 2018. Einen Teilabriss in Etappen mit Belästigungen für Händler und Anwohner in der Schlossstraße werde es trotz der neuen Pläne geben, erläuterte Groefke. Zunächst wird das zur Schlossstraße vorgelagerte Gebäude abgebrochen, danach Teile des Unterbaus und schließlich die Dachaufbauten und Teile des 3. Obergeschosses. 

Dokumentation: Der Vortrag von Architekt Groefke

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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1 Kommentar

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  1. Gewiss, es ist zu begrüßen, dass Centerscape beim Projekt Marktgalerie nochmals die Reset-Taste gedrückt hat. (Wobei anzumerken ist, dass es neben einer Veräußerung aber auch keine weitere, ernsthaft zu bedenkende Option mehr gab.)

    Zu Recht wird von einem schlichten architektonischen Entwurf gesprochen, der bei den Verantwortlichen keine Begeisterungsstürme ausgelöst hat. Die Schlichtheit resultiert natürlich zwangsläufig aus der Vorgabe, Parkflächen auf zwei Ebenen vorzusehen. So wird dann auch die Vorderseite von dem Parkdeck auf der 2. Etage stark geprägt. Ein Anschluss des Gebäudes selbst an den Alten Markt entfällt damit komplett.

    Es ist für mich äußerst schade, dass offensichtlich niemand in Verwaltung und Politik die Frage nochmals aufgebracht hat, ob man Parkflächen nicht alternativ unter dem Markt schaffen kann. Wenn nicht jetzt, wann dann? „Zu teuer“ hieß es in der Vergangenheit immer, aber so richtig wurde ein solches Vorhaben noch nie kalkuliert. Gegen diesen Aufwand stünde der Gewinn einer anderweitig nutzbaren Etage und damit auch die Möglichkeit, das Erscheinungsbild des Gebäudes zu verändern, und zwar zur vorderen wie auch hinteren Seite.

    Aber man möchte die Sache jetzt wohl so schnell wie möglich vom Tisch bekommen. Eine traurige, aber wahre Erkenntnis. Mehr Weitsicht und Sensibilität wäre wünschenswert.