Bergisch Gladbach braucht guten Journalismus!

Finden Sie auch? Unterstützen Sie uns.

Wir versorgen Sie zuverlässig mit den relevanten lokalen Nachrichten. Kurz und knapp im Newsletter, ausführlich und opulent bebildert in den Reportagen. Sachlich, unabhängig, konstruktiv.

Das finden Sie gut? Dann unterstützen Sie uns bitte mit einem freiwilligen Beitrag, die Höhe wählen Sie selbst.

Damit werden Sie Mitglied im Freundeskreis und erhalten einige Extras: den Fotokalender, Freitickets, Einladungen zum JazzGLub und anderen Events. Mehr Infos.

Ihr Beitrag ermöglicht es uns, Ihnen einen Weg durch die Informationsflut zu bahnen und Vereinen, Initiativen sowie Einrichtungen eine Plattform zu bieten. Wissen, was läuft!

Foto: Oliver Vrankovic

Foto: Oliver Vrankovic

Die Generation von Opfern des Dritten Reiches steht am Ende ihres Lebens. Es gibt immer weniger Zeitzeugen, und darum ist es umso wichtiger, dass ihre Erinnerungen und Berichte festgehalten und weitervermittelt werden – gegen das Vergessen. Nichts anders tut Oliver Vrankovic auf Einladung des Ganey Tikva-Vereins am kommenden Dienstag im Gladbacher Rathaus. 

Oliver Vrankovic arbeitet in einem Elternheim, so wird das Seniorenheim in Israel genannt. Es ist nicht irgendein Seniorenheim, sondern ein Elternheim der „Organisation für Einwanderer mitteleuropäischer Herkunft“, darunter auch Einwanderer aus Deutschland.

„Schlafstunde und Zionismus” 
20.12.2016, 19.30 Uhr
Rathaus Stadtmitte, Konrad-Adenauer-Platz

Oliver Vrankovic erlebt somit die letzten „Jeckes“ aus nächster Nähe, jene deutschen und kulturdeutschen Juden, die in den 30er Jahren nach Palästina geflüchtet sind und zu Mitbegründern des Staates Israel wurden. Er kennt die Bewohnerinnen und Bewohner persönlich wie auch deren individuelle Geschichten, die mit der Weltgeschichte eng verflochten sind.

Foto: Oliver Vrankovic

Foto: Oliver Vrankovic

Die „Jeckes“ stammen aus Familien, die sich in Mitteleuropa wohl fühlten und integriert glaubten. Noch heute sind in ihnen die Abdrücke jenes liberalen Bürgertums zu erkennen, das in Europa längst untergegangen ist.

Sie sind vor den Deutschen nach Palästina geflüchtet, bevor ihnen ihre Heimat zur Mördergrube ohne Entrinnen werden konnte. Obwohl ihnen Deutschland für immer verleidet wurde, kam es für die deutschen Juden nach ihrer Auswanderung zu keinem Ablösungsprozess von ihrem kulturellen Erbe.

Die heute Hochbetagten trafen in jungen Jahren auf ein von osteuropäischen Pionieren dominiertes jüdisches Gemeinwesen, das ihnen viel Argwohn entgegenbrachte. Der Wechsel von der deutschen in die „Eretz-israelische“ Heimat verlief als schwieriger Prozess von Negation und Affirmation.

Trotz ihrer holprig verlaufenden Integration haben die „Jeckes“ überproportional viel zur gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung des jüdischen Gemeinwesens und später des jüdischen Staates beigetragen. Und dadurch Israel auch geprägt. Aus den Einwanderern aus Deutschland wurden Israelis. Israelis, die Deutsche geblieben sind.

Oliver Vrankovic ist Blogger und veröffentlicht unregelmäßig israelbezogene Artikel in deutschen, österreichischen und schweizerischen Zeitungen:

image_pdfPDFimage_printDrucken

Susanne Schlösser

ist Beisitzerin im Städtepartnerschaft Ganey Tikva - Bergisch Gladbach e.V.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.