Leonie (links) und Lisa haben sich zum Müllsammeln rund um den Buchmühlenpark verabredet. Foto: Redaktion

Lisa liest einen Artikel über die Mutter einer Schulfreundin, die ehrenamtlich Müll im Rosengarten in der Bergisch Gladbacher Innenstadt sammelt. Als Mutter von zwei Kindern ärgert auch sie sich häufig über Abfälle im Umfeld von Spielplätzen. Nun greift sie selbst zu Eimer, Müllsack und Zange und zieht eine Freundin mit. Sie hoffen auf weitere Nachahmer:innen.

Einmalhandschuhe und eine Mülltüte hat Lisa fast immer dabei. Wenn die 36-Jährige mit ihren beiden Kindern in der Innenstadt von Bergisch Gladbach unterwegs ist, sammelt sie Abfälle ein, die am Straßenrand oder im Gebüsch liegen. „Wenn meine Kinder auf dem Spielplatz spielen, habe ich ja ein bisschen Zeit“, erklärt sie. „Mama, wir müssen mal wieder aufräumen“, sage ihre fünfjährige Tochter manchmal sogar von sich aus.

An diesem Tag ist Lisa extra zum Müllsammeln in die Stadt gekommen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Leonie und deren Mutter Carmen. Die drei Frauen haben sich verabredet für eine Stunde die Wege, Beete und Grünflächen zwischen Rosengarten und VHS zu säubern. 

Artikel als Auslöser

Als Lisa im Bürgerportal den Artikel über zwei Frauen liest, die Müll rund um den Rosengarten sammeln, glaubt sie die Mutter ihrer Schulfreundin Leonie zu erkennen. „Ist das deine Mutter?“, vergewissert sie sich per WhatsApp, weil sie sich seit Jahren nicht gesehen hatten. Sie ist es – und die beiden Freundinnen beschließen, sich ebenfalls zum gemeinsamen Müllsammeln zu verabreden.

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Gemeinsamer Kampf gegen Kippen und Kronkorken

Sie ärgern sich über den Müll in Parks und auf Wegen, über weggeworfene Zigaretten und Plastikverpackungen in den Blumenbeeten. Aber statt nur zu meckern, werden engagierte Bürger:innen wie Carmen und Anna selbst aktiv. Wir haben die beiden Frauen bei ihrer ersten Sammelaktion begleitet. Nachahmer:innen sind erwünscht.

„Es ist eine tolle Aktion, dass sich Bürger:innen selbst engagieren und etwas für eine sauberere Umgebung tun“, sagt Lisa. „Ich bin mit meinen Kindern regelmäßig auf dem Spielplatz am Rosengarten und am Forumpark.“ Kippen, Kronkorken und andere Abfälle lägen dort fast immer herum. „Spielplätze sind leider häufig die dreckigsten Orte“, findet Leonie. 

„Für uns ist das ein guter Anlass, uns mal wieder zu treffen“, sagt Leonie, die mit ihrer Familie in Overath wohnt, aber in Bergisch Gladbach arbeitet. Bevor sie mit ihren Eimern und Zangen loslegen, haben sie sich zum Frühstück verabredet – und das Schöne mit ihrem Einsatz verbunden. Mutter Carmen ist ebenfalls gekommen, um die beiden zu unterstützen.

Die Frauen teilen sich auf. Carmen sammelt im Umfeld des Spielplatzes und entlang der Strunde-Ufer, Lisa nimmt sich die Wege und Flächen rund um die Parkplätze am Buchmühlenpark vor, Leonie die Bänke und Grünanlage an der VHS. Um sich selbst zu motivieren, macht sie ein Vorher-Nachher-Bild. „Dann sieht man, was man geschafft hat.“ 

Spielplätze im Fokus

Nach einer guten Stunde bringen die Frauen einen großen blauen Müllsack in die Redaktionsräume, der mit Kippen, Verpackungen und Dutzenden Plastik-Schnapsflaschen gefüllt ist, „vermutlich noch von Karneval“, glaubt Lisa. Sie waren teilweise von Pflanzen überwuchert und daher gut versteckt. 

„Beim nächsten Mal wollen meine Kinder auch mitmachen“, sagt Leonie. Die beiden Freundinnen planen, sich künftig um die Bereiche rund um Spielplätze in der Innenstadt zu fokussieren. „Dann können unsere Kinder erst mithelfen und dann spielen, wenn sie keine Lust mehr haben.“ 

Außerdem möchten sie Vorher-Nachher-Fotos auf Instagram posten, um weitere Menschen zu motivieren. Die drei Frauen hoffen, dass noch möglichst viele Andere ihrem Beispiel folgen und sich zum (gemeinsamen) Müllsammeln verabreden. Und dabei vielleicht Zeit mit alten Bekannten verbringen. 

Hinweis der Redaktion: Bei der Gesprächsreihe „GL spricht“ hatten wir das Thema Sauberkeit nach vorne gebracht und Bürger:innen, die sich dafür engagieren wollen, in einem Workshop versammelt.

Daraus sind erste kleine Aktionen und Patenschaften entstanden, gleichzeitig arbeitet ein Orga-Team an einem stadtweiten Netzwerk zum Thema. Wenn Sie darüber informiert bleiben wollen können Sie sich hier eintragen.

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Menschen, die sich für Parks, Grünflächen oder Spielplätze ehrenamtlich für Einzelaktionen oder Patenschaften engagieren möchten, können sich dafür per Mail an StadtGrün, die zuständige Grünflächenabteilung der Stadt wenden: gruenpflege@stadt-gl.de

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. Was für eine großartige Aktion. Hoffentlich finden sich viele Nachahmer.

    Was man alles erreichen könnte, wenn jeder mit anpackt!!

    1. Weiter so! Je mehr mitmachen, desto besser. Ich selbst habe mir seit gut einem Jahr zur Aufgabe gemacht, in Hoffnungsthal bei meinen regelmäßigen Spaziergänge Müll einzusammeln und zum nächstgelegenen Papierkorb zu bringen.