„Noch nicht fertig, aber schon meckern!” Das war unter anderem ein Kommentar, den ich auf meinen letzten Beitrag zum neu gestalteten Forumpark bekommen habe. Nun ist der Park aber fertig und er ist nicht grüner als damals. Was eigentlich vorherzusehen war. Am Samstag wird er eröffnet und der Öffentlichkeit „geschenkt”. Die Stadt macht ein buntes Brimbamborium daraus und nennt es „Spielplatzfest”.

Heute war ich noch mal gucken, ob der „Park” irgend etwas bekommen hat, was ihn retten könnte. Ich hab nichts gefunden, was die Trauer um den alten Park wett machen könnte.

Vom Gasthaus Paas kommend blendete mich eine sonnenbschienene, hellgraue Pflasterfläche.

Die Betontreppen

Die Strunde darf auf ihrem Weg bis zum nächsten Stück Kanal ein paar kurze Atemzüge Frischluft nehmen.

Der Reporterhund wollte etwas trinken. Dazu mussten wir diese “Stufen” hinunter. Die sind leider für Bergsteiger angelegt. Die Stufenhöhe ist knapp 50 cm, also ungefähr Stuhlhöhe, eine normale Treppenstufe ist ca. 17cm hoch. Diese Stufen im Park steigt man nicht „mal eben” runter und wieder rauf.

Jedenfalls nicht mehr in meinem Alter. Großeltern garantiert nicht mehr. Viel Spaß also, wenn das Enkelchen in den Bach hinuntergeklettert ist und Zeter und Mordio schreit, weil es nicht wieder rauf will. Dann müssen Oma oder Opa Sport machen.

BamBam hat eine Schulterhöhe von ca. 61 cm. Ganz so hoch ist es aber nicht. Irgendwas um 46/48 cm aber doch.

Der Spielplatz

Wenn Erwachsene, Bauherren, Architekten und Ämter einen Spielplatz planen, dann sieht das so aus.

Die Kriterien lauteten anscheinend:

  • Das muss pflegeleicht sein,
  • das soll keinen Dreck machen,
  • wir wollen da nicht fegen müssen.

Darum ist das Gelbe auf dem Foto kein Sand sondern eine Art fest verklebter Kunststoffteppich!

Zweifarbig, damit es nicht so langweilig aussieht.

Für einen Spielplatz für Kinder von zwei bis zwölf Jahren! Na gut, dann kloppen sich die Pänz wenigstens nicht um die Förmchen und hauen dem Kumpel die Sandburg nicht kaputt. Antikriegserziehung auf dem Spielplatz – man kann nicht früh genug damit anfangen!

Die große Kastanie

Wie lange dieser alte Baum in der Mitte des Platzes überleben wird, ist sicher auch eine berechtigte Frage. Ich gestehe, keine Ahnung zu haben, wie man mit einer so kleinen, unversiegelten Fläche einen so großen Baum mit ausreichend Wasser versorgen kann.

Vielleicht mag mir das jemand so erklären, dass ich mir keine Sorgen um den Baum machen muss? Und es sieht nicht so aus, als wolle man dort auch nur einem einzigen Grashalm das Wachsen erlauben. Wirkt genau so tot, wie auf dem Bahnhofsvorplatz.

Und dann war da jetzt schon das:

Das hat mich Ausschau nach Abfalleimern halten lassen. Im Gegensatz zur Fußgängerzone, wo man alle 15 bis 20 Schritte einen wohlriechenden Eimer zwischen den Bänken hat, stehen hier ganze drei Stück in einer Entfernung zu den Sitzplätzen, die mich zweifeln lässt, ob die Parkbesucher sie benutzen werden, oder lieber dem Beispiel im Foto folgen.

Überbelichtet, damit man die Eimer sehen kann: 2 Stück
Der Dritte.

Mir drängt sich die Frage auf, als was dieser Teil der Stadt seitens der Planer gedacht war. Als Park? Oder als Platz? Per Wiki-Definition ist es weder das Eine noch das Andere. Es ist eine Art Zwitter. Ein Parkplatz? Ein Schelm, wer jetzt an die Kirmes denkt!

Irgendwie schaffen es unsere Stadtplaner, dass nach einer Erneuerung alles trauriger, steriler und menschenunfreundlicher wird, als vorher. Fußgängerzone und Forumpark ereilte das gleiche Schicksal.

Dabei will ich jetzt nicht vom Pflaster reden, denn ich werde in zehn Jahren froh sein, dass ich meinen Rollator über glattes Pflaster schieben kann und nicht mehr über das Porphyr-Pflaster stolpern muss bis mir die Arme weh tun. Aber Gestaltung, Bepflanzung und Sitzgelegenheiten waren hier wie dort vorher menschenfreundlicher.

Der alte Busbhanhof war zugig und dunkel, aber trocken. Der Neue ist nur tagsüber hell, nachts aber auch dunkel und zugig und zusätzlich wird man jetzt auch nass.

Das neue Dach am S-Bahn-Gleis ist kürzer und bietet nun auch weniger Schutz als früher.

Und für all das wird massenhaft Kohle ausgegeben. Aber die Zuständigen bei der Stadt und die „erfolgreichen” Planer sind stolz und freuen sich.

(Frau Wirrkopf) Seit 1980 bin ich Bürger dieser Stadt, das ist fast mein halbes Leben. Nach 6 Jahren Hartz IV genieße ich nun seit Herbst 2012 meine wohlverdiente Rente. Ich lebe gerne hier. Daran, dass ich mehr Zeit als Geld habe, hat sich aber auch mit der Rente nichts geändert. Darum bin ich mit...

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20 Kommentare

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  1. Ich habe vor ein paar Wochen bereits die Trostlosigkeit dort verspürt – meine Kinder ebenso – und ich war entsetzt. Meine große Tochter aber meinte “Mama, dass ist doch noch gar nicht richtig fertig…” leider hatte sie nicht Recht – wie schade!!!!
    Danke, Frau Barth, Sie bringen es auf den Punkt! Ich würde allerdings gerne noch weiter gehen: Was ist das für eine Unverschämtheit, mit Steuergeldern so umzugehen! Eine absolute Frechheit!!! Ich bin entsetzt!

  2. Schade Schade Gladbach ist von der grünen Stadt zur grauen Stadt geworden.
    Sind leider vor einem Jahr nach Gladbach gezogen,
    Kann man ja wieder ändern

  3. Haben Sie auch mal daran gedacht , dass die entsprechende Gestaltung aktuell überall in Deutschland so aussieht ? Möglichst offen und einsehbar.

    Ich habe diesen Park, oder was es vorher war nicht gerade positiv in Erinnerung. Im Gegenteil: Dort wurde häufig schon zur Mittagszeit gebechert, und man ging nicht wirklich gerne dort entlang.

    Es war doch auch an dieser Stelle zu lesen, dass das Eiscafé dort nun eine Aussengastronomie starten will. Für mich ist das ne sinnvolle Geschichte.

    Aber regen Sie sich ruhig auf! Ich für meinen Teil bin froh, dass sich in dieser Stadt derzeit einiges tut.

  4. Auch mir spricht dieser Artikel aus dem Herzen. Ein kurzer Blick auf die Strunde ist das Einzige was manchen vielleicht anspricht, doch ist das meines Erachtens keine Berechtigung so viel Fläche zuzupflastern, den Lärmschutz unnötigerweise abzureißen und den paar verbliebenen Bäumen eine fragwürdige Zukunft zuzumuten. Ich kann nur hoffen, dass die Bürgerbeteiligung am FNP ähnliche Auswüchse der Stadtplanung verhindert.

  5. Die neue fertige?? Totgestaltung des ehemals grünen Forum Parks tut mir in Herzen& Augen weh und nimmt mir vollends den Glauben an eine Lobbyunabhängige Stadtplanung .Ich frage mich wer sich hier aufhalten und wohlfühlen soll. Wer verdient daran, dass mit unseren Steuergeldern scheinbar lässtiges Grün entfernt und Flächen zugepflastert werden??

  6. So sieht das Ende eine Planung aus, wenn man keinen Plan für das große Ganze hat und die Bürgerschaft nicht an den Planungen beteiligt. Vielen Dank Frau Barth, das hätte niemand besser auf den Punkt bringen können. Was da oft an Schreibtischen entsteht spottet dem Willen der Bürger. Parallelen zum Flächennutzungsplan-Entwurf drängen sich geradezu auf, weshalb es aller höchste Zeit ist, die Politik von der Missplanung der Verwaltung viel stärker aufmerksam zu machen, als das bisher geschah. Lässt man der Verwaltung, deren Chef und seinem 1. Beigeordnetem ihren Willen, sieht bald ganz Bergisch Gladbach aus wie der Forumpark. Dem gilt es, Einhalt zu bieten. Kommen Sie am 07.05. um 15:00 Uhr in den Löwen. Dort werden Sie von den Bürgerinitiativen erfahren, was sich hinter dem Plan, unsere Stadt total zu verändern, steckt.

  7. Na wahrscheinlich kann irgendwer mit zubetonieren mehr Geld verdienen, als mit Rasen oder Bäume sähen bzw. pflanzen.
    Die sogenannte christliche Union sollte sich schämen für die Vernichtung von Natur und Erholungsmöglichkeiten. Aber Profit ist denen eben wichtiger als Gesundheit der Bürger.

  8. Wie sich die Bilder gleichen….nein, ich meine jetzt nicht die Trostlosigkeit der umgestalteten Hauptstraße und des Forumbereichs.
    Mir kommt dabei eine Äußerung eines Stadtverordneten Anfang der 1970er Jahre in einer norddeutschen Kleinstadt in den Sinn, der, als die Bürger sich gegen die Abholzung einer Allee an der zentralen Bundesstraße in der Stadt wandten, darauf in einer Sitzung öffentlich erklärte: “Bäume gehören nicht in die Stadt, Bäume gehören in den Wald!” — Dort hat man 20 Jahre später an gleicher Stelle wieder eine Allee gepflanzt. Vielleicht ist man ja auch in GL nach angemessener Zeit lernfähig…..

  9. Unweigerlich kommt mir die erschreckende Idee, dass diese Umgestaltung im Herzen der Stadt ein Vorgeschmack und ein “lebendiges” Beisspiel dafür sein könnte, wie die Verwaltung es schaffen könnte, aus einer ehemals grünen Stadt eine Betonwüste zu machen. Dem “Wahnsinn FNP”, wie ein Arzt aus Berg. Gladbach – der um die Gesundheit seiner Patienten fürchtet – an die Stadt schreibt, sollte die Politik unbedingt Einhalt gebieten, um unseren Lebensraum zu schützen! Dirk Weber (siehe Kommentar) hat da eine gute Idee, aber wir brauchen nicht bis zur Kommunalwahl zu warten, auch die Landesregierung hat hier ein Wörtchen mitzureden……Die Grünen sind von den genannten Parteien übrigens auch die einzigen, die auf alle Fragen der BI Frankenforst (www.frankenforst.de) zum FNP eine konkrete Antwort geben. Schon einmal etwas von “Bewahrung der Schöpfung” gehört? Sollte besonders der CDU bekannt vorkommen. Richten wir diese zugrunde, brauchen wir uns auch um unsere Arbeitsplätze keine Sorgen mehr zu machen.

  10. Danke für diesen Artikel, er spricht mir aus dem Herzen!
    “Die restliche Stadtmitte soll als ‘StadtKulturGarten’ profiliert werden” hieß es einmal.
    Gehört in einen Garten nicht auch viel Grün, Bäume und Blumen?
    Bergisch Gladbach gleicht mittlerweile immer mehr einer Betonwüste, durch die der Wind bläßt. In der Fußgängerzone hat man das Gefühl, auch wenn es windstill ist, dass es zieht.
    Man kann nur hoffen, daß die Umgestaltung des Marktplatzes nebst Vorplatz Bergischer Löwe grüner wird!

  11. Wenn ich mir die umgesetzten Planungen so ansehe vermute ich mal, dass die Stadtplaner der Stadt Bergisch Gladbach alle nicht in Bergisch Gladbach wohnen. Die verlassen wahrscheinlich alle um 16.00 Uhr die Stadt und müssen hier nicht >lebenleben< muss!!!

  12. Schade, dass man die Verantwortlichen für diese graue(nhafte) Verunstaltung einer ehemals grünen und für die Augen erholsamen Parkanlage nicht unter den Steinen einmauern kann, damit uns Bürgern weitere Schandtaten an unserer Heimatstadt erspart werden.

  13. Also früher hieß es immer das Bergisch Gladbach dir Vorstadt zum Bergischen wäre und wunderschön romantisch.
    Heute würde ich eher sagen,Gladbach ist Grau wie ein Gewerbegebiet und hat mit dem Bergischen nun garnichts mehr am Hut.
    Unsere tollen und scheinbar überbezahlten Stadtplaner wollen sich ein Denkmal setzen über das man in 100 Jahren noch herzlichst lachen kann in Form einer Betonburg.

  14. Anlass für den Umbau war doch, dass eine größere Regenwasserschutzanlage benötigt wird, nicht wahr? Und große Wassermassen fallen eben an, wenn viel Fläche bebaut und bepflastert ist!
    Aber wenn man das Becken groß genug baut, kann man obendrauf wieder pflastern. In sich ist dieses Denken durchaus logisch. Flair und Atmosphäre werden in Bergisch Gladbach jedenfalls nicht überbewertet.

  15. Dem Artikel und den Kommentaren ist nichts hinzuzufügen – es ist ja leider alles so wahr!

  16. Vielleicht kann man den Beton grün anmalen? Und der Markplatz steht ja auch noch an. Bin mal gespannt ob wir wieder auswählen dürfen welche grauen Steine genommen werden.
    Aber die Bürger dieser Stadt haben ja bei der nächsten Kommunalwahl die Chance die schwarzen, roten und blauen Parteien abzuwählen. Vielleicht wird es danach ja grüner.

  17. Ich stimme auch absolut in jedem Punkt mit Ihnen überein Frau Barth! Das schöne kleine Städtchen mit Flair, hat total an Charakter verloren. Ich frage mich jetzt wann der Marktplatz oder die grüne Ladenstraße verunstaltet wird…

  18. Vermutlich freuen sich neben den Schaustellern, die dort 2x im Jahr weniger Kanthölzer zum Ausgleich brauchen, auch ein wohlbekanntes CDU-Ratsmitglied. Mittlerweile sind Fußgängerzone und der ehemalige Park jetzt durch die Steine verschlimmbessert :-(.

    Da wird mir Angst und Bange um meinen Heimat-Stadtteil. Viele Gelder stehen bereit, ich hoffe, dass man aus dem Gladbacher Desaster lernt.

  19. Leider haben Sie das auf den Punkt gebracht. Der Forums”park” ist ein neues Highlight im Freiluftmuseum für Bausünden, als das sich Bergisch Gladbach leider an zu vielen Stellen präsentiert. Offenbar trägt hier der Lobbyismus für das Schaustellergewerbe reiche Früchte.