Fotos: Norbert Rohrmoser

Die Amateurtheatergruppe „TheaterWeltenErschaffen“ hat den Zuschauern im evangelischen Gemeindesaal in Heidkamp mit der Aufführung des absurden modernen Märchens „Die Irre(n) von Chaillot” von Jean Giraudoux einen sehr vergnüglichen Abend bereitet.

Der vielköpfigen, hoch motivierten Truppe unter der Regie von Heinz-D. Haun ist es gelungen, die Zuschauer nach Paris in die Mitte des 20. Jahrhunderts zu entführen. Vorgeführt wurde der Kontrast zwischen skrupellosen Superreichen, Maklern und Spekulanten, die ohne Rücksicht auf Verluste ihren Profit suchen.

Hier geht es um angebliche Erdölvorkommen in Chaillot, einem Stadtviertel von Paris – und den an den Rand der Gesellschaft Abgedrängten (Müllsammler, Bettler, u.a. kleine Leute), die sich mühselig und selbstbewusst in ihrer kleinen Welt des Vororts über Wasser halten.

Hinweis der Redaktion: Das Stück wird noch zweimal gespielt, am 1.7., 19 Uhr und 2. 7., 18 Uhr, im Ratssaal Bensberg, Wilhelm-Wagener-Platz. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.  Reservierungen unter info@tweev.de oder 02202-250837

Die engagierte Truppe zeigte mit ihren brillanten Dialogen, dass die Welt schon im vorigen Jahrhundert von kapitalistischen Ausbeutern zerfressen war, und der Zuschauer atmet erleichtert auf, wenn am Schluss alle „Bösewichter“ in den Keller-Orkus geschickt werden und das Gute siegt.

Die hervorragend, mit viel Liebe zum Detail gestalteten Kostüme, die die Halbwelt der sog. Irren hervorragend wiedergaben, die rasche Folge der turbulenten, teils burlesken Szenen, garniert von musikalischen Einlagen, vermittelten einen lebendigen Eindruck einer noch nicht hoffnungslos verlorenen Welt.

Wenn gutes Theater dann stattfindet, wenn man für zwei Stunden nicht auf die Uhr schaut, wie es Günter Grass einmal formuliert hat, dann ist dies der Truppe wirklich gut gelungen. Der Beifall am Schluss der Aufführung war ehrlich und lebhaft. Man kann der Truppe nur zurufen: Weiter so!!

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