Die Eissporthalle an der Saaler Mühle in Refrath

Der bisherige Betreiber will die Eissporthalle nach der Sommerpause nicht wieder eröffnen. Damit fällt das Gebäude an die Stadt zurück, die aber nicht in der Lage ist, die Halle selbst zu betreiben. Gemeinsam mit dem Eissportverein Bergisch Gladbach (ESV) ist jetzt offenbar eine Lösung gefunden worden. Es gibt aber noch eine Alternative.

Die Stadtverwaltung berichtete am Donnerstag mit, dass die Eissporthalle Bergisch Gladbach GmbH & Co KG vor knapp zwei Monaten mitgeteilt hatte, sie werde die Halle „aus verschiedenen Gründen nicht mehr weiter betreiben”. Die Gründe nannte die Stadt nicht.

Im Gespräch mit KSTA/BLZ stellten die Betreiber jedoch klar, dass die Eissporthalle eine Reihe von Jahren rote Zahlen geschrieben habe und die Ertragskraft für einen wirtschaftlichen Betrieb nicht ausreichen.

Die Stadt selbst sieht sich auch nicht in der Lage, die Halle selbst zu betreiben. Daher wurde mit dem Eissportverein nach einer Lösung gesucht – und ein Vorschlag entwickelt, der am 5. Juli dem Ausschuss für Bildung, Kultur, Schule und Sport vorgelegt werden soll. 

Demnach hat der ESV erklärt, dass er die Halle mit Beginn der neuen Eislaufsaison im Herbst übernehmen will und kann. Dabei will er die Kosten für das Personal, die Bewirtschaftungs- und Unterhaltungskosten, den Unterhalt des Gebäudes und auch die Verkehrssicherungsverpflichtung übernehmen. Für die Öffentlichkeit soll die Halle zu den gewohnten Zeiten offen bleiben.

Im Gegenzug zahlt die Stadt wie bisher pro Jahr 51.000 Euro für das Schuleislaufen im bisherigen Umfang.  Mehr nicht, so die Aussage der Verwaltung.

Allerdings kann der ESV nicht in den bisherigen Erbbaurechtsvertrag eintreten, sondern will statt dessen einen normalen Miet- und Betreibervertrag schließen. Zudem ist bilang unklar, wie der ESV mit den 51.000 Euro auskommen will, ohne wie der bisherige Betreiber Verluste zu machen.

Das Video ist von 2013, zeigt aber die Halle von innen und porträtiert die Jugendarbeit des ESV:

Vertrag auf 50 Jahre – de facto ohne Zins

Der Erbbaurechtsvertrag zwischen dem ursprünglichen Betreiber (Deutsche-Eissportstätten-Betriebsgesellschaft DSBG) von 1979 zum Bau und Betrieb der Eissporthalle gab dem Betreiber das Recht, das städtische Grundstück an der Saaler Mühle bis 2029 zu nutzen. Zudem zahlte die Stadt für die Schulsportzeiten. 

Im Gegenzug verpflichtete sich der Betreiber, die Eissporthalle jedes Jahr mindestens neun Monate in Betrieb zu halten. Ein Erbbauzins wurde ab einer Besucherzahl von 200.000 Personen pro Jahr vereinbart – was nie der Fall war. 

Mit der Aufkündigung des Vertrags durch den Betreiber tritt der sogenannte „Heimfall” ein: Das Bauwerk und seine wesentlichen Bestandteile und die Anlagen gehen ins Eigentum der Stadt Bergisch Gladbach.

Die Alternative: Schließung und Verkauf

Allerdings, in der Ausschussvorlage (Doku siehe unten) nennt die Verwaltung eine Handlungsalternative: „Eissporthalle wird nicht weiter betrieben”. Dann würde die Stadt 51.000 Euro pro Jahr sparen, könnte die Halle anders nutzen oder auch abreißen und das Grundstück mit dem großen Parkplatz direkt gegenüber dem Mediterana verkaufen.  

Wegen der Folgen für den ESV, den Schulsport und für die eislaufende Öffentlichkeit plädiert die Verwaltung aber für den Betreibervertrag mit dem ESV.

Wenn der Ratsausschuss dem zustimmt will die Stadt den Betreibervertrag aufsetzen. Unter Umständen erst einmal für ein Jahr. Allerdings seien noch andere rechtliche Verpflichtungen zu prüfen.

Verwaltung sieht akuten Handlungsbedarf

Es bestehe akuter Handlungsbedarf, so die Verwaltung, da die Eislaufsaison ab Herbst insbesondere für den Eishockeysport und die Spielpläne im Detail be- und geplant werden muss. Die Eishalle soll ab dem 15. August in Betrieb genommen werden, um rechtzeitig zum Saisonstart benutzbar zu sein.

Verein mit großer Jugendarbeit

Der ESV Bergisch Gladbach e. V. entstand 2002 durch den Umbau des damaligen Eislaufvereins und ist der einzige reine Eissportverein im Rheinisch Bergischen Kreis. Er konzentriert sich mit derzeit rund 150 Mitgliedern ganz auf Eishockey und da besonders auf die Jugendarbeit. In allen Altersklassen sind Mannschaften zum offiziellen Spielbetrieb des Eishockeyverbandes NRW gemeldet. Mehr Infos auf der Website

Dokumentation: Die Beschlussvorlage

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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1 Kommentar

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  1. Die Lösung mit dem ESV als Betreiber hört sich für mich zu gut an um wahr zu sein. Wenn eine erfahrene Betreibergesellschaft damit offenbar rote Zahlen schreibt und andere Betreiber dankend ablehnen, wie soll dann ein Sportverein mit gerade mal 150 Mitgliedern das kostendeckend tragen können ?
    Vielleicht kann der Verein einzelne Aufgaben ehrenamtlich machen. Das Potential dafür dürfte mit der Vereinsgröße aber nicht gross sein.
    Ich würde wetten dass spätestens wenn die erste größere Instandsetzung nötig ist der Verein das nicht mehr leisten kann. Und dann ?