Rainer Röhr. Foto: Thomas Merkenich

Das gute Abschneiden der Stadt Bergisch Gladbach beim IW-Ranking aller deutschen Kommunen ist nach Ansicht der FWG kein Erfolg, sondern mache die Schwächen der Stadt erneut deutlich. Vor allem bei der Infrastruktur und der Digitalisierung bestehe großer Nachholbedarf, etwa bei der Reparatur der Straßen müsse Bürgermeister Kreutz Gas geben.


Wir veröffentlichen einen Beitrag der FWG

Auch wenn Bergisch Gladbach beim neuesten Gemeindecheck des Institutes der Deutschen Wirtschaft (IW) unter den 10.817 untersuchten Kommunen insgesamt gut abschneidet, werden die Schwächen der Stadt einmal mehr deutlich. Untersucht wurden die Lebensverhältnisse in den Bereichen Gesundheit, Digitales, Mobilität, Freizeit und Bildung.

Bei der digitalen Daseinsvorsorge schafft Bergisch Gladbach lediglich Rang 3.368 und bei der Mobilität Rang 1.110. Das ist für eine Gemeinde im unmittelbaren Umfeld der Universitätsstadt Köln und als bedeutender Teil der Metropolregion Rheinland wahrlich kein guter Wert. Vergleichbare Regionen performen hier wesentlich besser.

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Viele Schulen und Straßen der Stadt sind kaputt, die S11 liegt still – und dennoch kommt Bergisch Gladbach bei einem bundesweiten Ranking der Lebensqualität auf einen der vordersten Plätze. Gemessen wurde das anhand der Versorgung in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Mobilität, Freizeit und Digitales. Den guten Rang verdankt GL allerdings einem relativ groben Raster.

Die FWG sieht deshalb erneut erheblichen Nachholbedarf für die Stadt: Mobilitäts- und Infrastrukturprobleme dürfen nicht mehr kleinteilig und abschnittsweise angegangen werden. Vielmehr muss ein neues gesamtstädtisches Konzept her, das die geplanten Bauvorhaben auf Zanders und Wachendorff mit dem geplanten Wohnungszuwachs völlig neu bewertet. Diese Diskussion hat bisher nicht wirklich stattgefunden. 

Auch die digitale Versorgung von Stadt und öffentlicher Verwaltung muss viel stärker in den politischen Fokus rücken. Sie darf auch in poltischen Debatten kein Randthema mehr bleiben, wie das in den letzten Jahren der Fall war.

Der Bürgermeister steht hier in hoher Verantwortung. Rainer Röhr, FWG-Vorsitzender: „Bürgermeister Kreutz ist nun über 160 Tage im Amt. Erste Meilensteine hätten längst gesetzt werden können, etwa das von Kreutz im Wahlkampf angekündige schnelle Straßenreparaturprogramm.“

Für die FWG gilt es jetzt, sich bei der angespannten Haushaltssituation Bergisch Gladbachs endlich auf das Wesentliche zu konzentrieren und die aufgezeigten Schwächen ernst zu nehmen.

Denn die Studie des IW macht sehr deutlich klar: Nicht erledigte wahrnehmbare Mängel vor Ort beeinflussen die Bewertung gesamtstaatlicher Leistungsfähigkeit und gefährden am Ende die grundsätzlich positive Einstellung zur Demokratie.

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