Michael Metten, Fraktionschef der CDU Bergisch Gladbach und Geschäftsführer von Metten Stein+Design in Overath

Michael Metten mit dem Flächennutzungsplan – den er einmal „ein Lieblingsthema” genannt hatte

Für den Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, Dr. Michael Metten, zeichnet sich ab, dass die im zweiten FNP-Verwaltungsentwurf enthaltenden Flächen für Wohnungsbau und Gewerbe nochmals reduziert werden.

„Ohne den Anfang September in unserer Fraktion anstehenden Entscheidungen zur Aufstellung des künftigen Flächennutzungsplans (FNP) vorgreifen zu wollen, eint uns das Ziel, das metropolnahe Leben und Wohnen im Grünen als Markenzeichen für Bergisch Gladbach zu erhalten“, betont Metten in einer Presseerklärung. Allerdings seien für die weitere Stadtentwicklung neue Flächenausweisungen notwendig.

Metten: „Dabei wäre es falsch, den künftigen FNP bereits mit einem Bebauungsplan gleichzusetzen.“ Der FNP sei lediglich eine „Art Rahmen, der ausweist, wo in Zukunft eine Bebauung möglich werden könnte“. Erst später seien – entsprechend der dann jeweils vorliegenden Nachfrage und Bevölkerungsentwicklung – exakte Bebauungspläne mit der Erfüllung aller Auflagen zu erstellen, „über die ja stets eine Ratsmehrheiten zu befinden hat“.

Für die jetzt anstehende fraktionsinterne Entscheidung zur Aufstellung eines neuen FNP „ist die enorme Bürgerbeteiligung mit zum Teil qualitativ sehr guten Ausarbeitungen hilfreich gewesen“, unterstreicht der CDU-Fraktionschef.

Bürgerinitiativen legen CDU Argumente gegen FNP dar

Bei einer weiteren Zusammenkunft mit Vertretern von Bürgerinitiativen im Rahmen einer Fraktionssondersitzung Mitte August „haben wir uns nochmals in verschiedenen Vorträgen die Problematik der bereits vorhandenen Verkehrsdichte, die Notwendigkeit der Frischluftschneisen und Naherholungsflächen wie auch konträre Prognosen über die Stadtentwicklung angehört und diskutiert“.

Mit Blick auf die anstehenden FNP-Entscheidungen wirbt Metten um Vertrauen:

„Nach der gründlichen Phase der Bürger-Diskussionen, der öffentlichen FNP-Sitzungen, der Auswertungen von Eingaben und Beantwortung von Anfragen liegt es nun auch an unserer Fraktion, die Verwaltungs-Vorlage zu bewerten, um zu einer eigenen Stellungnahm zu kommen. Wir haben uns richtig reingekniet – und werden Anfang September nach vermutlich kontroverser Diskussion unsere Bewertung erarbeiten, die dann auch von der gesamten CDU-Fraktion vertreten wird. Es ist unser fester Wille, mit Augenmaß für unsere Bürgerinnen und Bürger, aber auch für nachrückende Generationen vertretbare Entscheidungen zum FNP zu treffen“, unterstreicht Metten.

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4 Kommentare

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  1. Wer sind Sie eigentlich der den ganzen FNP permanent in Frage stellt? Eine Stadt hat das Recht sich weiter zu entwickeln

  2. Wenn es einen Konflikt zwischen CDU und SPD wegen der von der CDU „in Aussicht gestellten“ weiteren Reduzierung der Potentialflächen im FNP-E. gibt, sind die Bürgerinitiativen einen Schritt weitergekommen. Endlich scheint auch die Politik – zumindest in Teilen – erkannt zu haben, dass die ausgewiesen Planungsflächen für Wohnbebauung und Gewerbe nicht die Zukunft sondern der Untergang Bergisch Gladbachs sind.

    Wer will denn 55 ha zusätzliches Gewerbegebiet vermarkten, wenn es in 5 Jahren nicht gelang, trotz hervorragender Lage 5 ha in Obereschbach zu verkaufen? Rein rechnerisch wäre dann das letzte Gewerbegrundstück von 55 ha 2073 an die Firma gebracht, wenn all denen, die diesen Unsinn heute planen, keine Zähne mehr wehtun. Welcher Ratspolitiker will das vertreten, wenn dafür Wälder abgeholzt und Naturschutzgebiete beeinträchtigt werden und die Bevölkerung in schadstoffverpesteter Luft leben muss?

    Betrachtet man die Prognosen von Region, Land und Bund, würde das noch länger dauern. Die Zukunft wird die heute noch geforderten Flächen für Gewerbe nicht mehr benötigen. Schon jetzt sind laut Bundesagentur für Arbeit 73,6% der Fertigungsberufe durch Technik zu ersetzen (KSTA heute, Wirtschaftsteil). Kommen weitere Aspekte wie Digitalisierung, Automatisierung etc. hinzu, führt die Planung für Gewerbegebiete ins nächste Jahrhundert.

    Für die immer noch viel zu hoch ansetzten Potentialflächen für Wohnen gilt ähnliches. Die angenommenen Zuwachszahlen der Verwaltung und des von ihr gebrieften Büros Post/Welters haben mit Realität nichts zu tun. Schon die Wahl der höchsten von 4 möglichen Bevölkerungs-Zuwachsprognosen – warum 4, wenn ohnehin nur eine gewünscht ist – zeigt den postfaktischen Grundsatz dieser Planung. Es mag einmal mit mehr Flüchtlingen zu rechnen gewesen sein, was längst unrealistisch ist. Man ignoriert Prognosen aus allen möglichen Bereichen, die das Gegenteil von dem voraussagen, was die Planer behaupten. Selbst die UN prognostiziert bis 2050 2/3 der Menschheit in Städten wohnend. Alles Unsinn in Augen der Planer.

    Der gewaltige Populismus, der das Konzept des FNP-E. trägt, wird unsere Stadt gewaltig verändern: Weg von „Grüne Stadt Bergisch Gladbach“, weg von „Lebens- und liebenswertes Wohnen im Grünen“, ohne jede Planung und frei von jedem Verkehrskonzept.

    Dieser FNP-E. darf nicht zur Abstimmung kommen!!!

  3. Damit keine Missverständnisse entstehen. Mit „ist kaum zu fassen“ in der 3. Zeile meines Kommentars meine ich, dass die Aussage Herrn Dr. Mettens wenig Substanzielles enthält und keinerlei Zusage hinsichtlich der Wünsche und Sorger der Bevölkerung.

  4. Das Versprechen Herrn Dr. Mettens, „metropolnahes Leben und Wohnen im Grünen als Markenzeichen für Bergisch Gladbach“ als gemeinsames Ziel der CDU-Fraktion mit den Bürgern weiter zu verfolgen, ist kaum zu fassen und wird gleich darauf mit einem Wermutstropfen im Kelch der Bürger-Hoffnungen verwässert. Immer wieder einen FNP als „Möglichkeitsmacher“, wie Urbach und Flügge ihn nennen, der ja in keiner Weise irgendetwas festlegt, hinzustellen, wirkt wie das Versprechen eines Hundebesitzers, der behauptet, „der will nur spielen“, kurz bevor der Hund den Jogger ins Bein beißt. Welcher ehrliche Planer macht seine Arbeit mit dem Vorsatz, den größten Teil wieder zu streichen? Gegen einen FNP kann nicht geklagt werden, erst mit einem Bebauungsplan ist eine Gegenwehr vor Gericht möglich. Welcher Bürger oder welche Bürgerinitiative wird dann die finanziellen Mittel, die Nerven und die Zeit aufbringen können, gegen eine Verwaltung zu klagen?