Die langfristigen Folgen von Gewalt weit über die Tat hinaus werden oft nicht bekannt. Die Verantwortlichen werden häufig nicht gefasst. Dieser Fall ist eine Ausnahme, in beiden Aspekten. 

Der Bensberger Konditormeister und Chocolatier Christoph Himperich war im Juni 2015 durch gezielte Faustschläge ins Gesicht schwer verletzt worden. Er verlor seinen Geschmacks- und Geruchssinn und kann seinen Beruf als Chocolatier und Konditormeister seither nicht mehr ausüben, der Bensberger Familienbetrieb musste schließen.

Die Ermittlungen blieben lange erfolglos. Doch die Polizei ließ nicht locker – und meldet jetzt ein Fahndungsergebnis. 

Im Juni 2015 hatte der damals 29-jährige Konditor eine junge Frau in einem Imbiss auf der Dolmanstraße angesprochen. Das hatte offensichtlich den Freund der Frau erzürnt: er schlug Himperich mit Faustschlägen nieder. 

Zwei Jahre lang ermittelte die Polizei, trotz einer guten Personenbeschreibung ohne Erfolg. Im Dezember machten ein erfahrener Ermittler und eine junge Kommissaranwärterin dennoch einen neuen Anlauf, berichtet die Polizei jetzt. 

Sie befragten in Refrath Lehrer, Erzieher und Geschäftsleute – und bekamen irgendwann den entscheidenden Hinweis auf einen jungen Mann. Der damals 17-Jährige besitzt die ghanaische und spanische Staatsangehörigkeit und wohnte zur Tatzeit in Köln-Dellbrück, so die Polizei.

Die Ermittler besorgten Fotos des Tatverdächtigen und legten sie, mit eine Reihe von Fotos anderen Personen, einigen Zeugen vor. Die identifizierten den Beschuldigten. Daraufhin erließ das Amtsgericht Köln einen Haftbefehl wegen Fluchtgefahr, gestern wurde der Mann in Deutz festgenommen und in Untersuchungshaft genommen.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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6 Kommentare

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  1. @ Jörn Peldszus
    https://in-gl.de/2017/09/04/todesfall-bergisch-gladbach-es-war-kein-16-jaehriger-es-war-kein-totschlag/

    Prima, dass Alkohol hier billig und immer noch eine gesellschaftlich allgemein akzeptierte Droge ist, für viele bei der Freizeitgestaltung und auf jeden Fall bei geselligen Anlässen und in der Brauchtumspflege (Karneval, Schützenfeste, Oktoberfeste, Silvester) sogar unverzichtbar. Vielleicht sollte man mal bei der Sauferei mit der Problemlösung ansetzen.

  2. Gewalt muss endlich härter bestraft werden. Unser Leben hat sich in den letzten Jahren verändert. Frauen werden in der U-Bahn die Treppe herunter getreten oder an Sylvester hundertfach begrabscht. In der Bergisch Gladbacher Fußgängerzone wird ein Mann tot geschlagen und so weiter. Solche Vorkommnisse gab es schon immer, aber nicht in der Masse und selten von der Brutalität. Gratulation zur Verhaftung! Ich hoffe die gerechte Strafe folgt…

  3. Man kann sich nur bei der Polizei bedanken, dass Sie, trotz dieser lächerlichen Urteile, die gefällt werden und die Täter bestärken, nicht die Motivation verlieren und weitersuchen.
    Dass dies dann auch von Erfolg gekrönt ist, ist einfach nur toll.

  4. Gut das er gefasst ist …Leider war er zur Tat 17 ….Und was passiert …? Bestimmt eine milde Strafe

  5. Das ist ja mal ein Lichtblick ,wegen so einem brutalen Schläger ist ein wunderbarer Traditionsbetrieb ,wegen ausgefallenem Nachfolger ,geschlossen worden.
    Ich hoffe ,bestärkt durch die revidierten raserurteile ,das das ohne wenn und aber hart bestraft wird.

  6. Cold Case, Super Klasse das der Täter gefasst wurde,Kompliment an die Bergisch Gladbacher Polizei, sowie auch von meiner Lebensgefährtin. Wir wünschen uns das dieser Täter nicht so ein Weichteil Urteil bekommt,so Richtig nach Härte des Gesetzt. Denn dadurch sind wirklich gute Menschen geschädigt worden,was wir für sehr Traurig halten,weiter hin viel Kraft für die Familie Himperich.