Hanna Dirk (Mitte) mit den Unterstützern vor dem Eingang des Therapie-Häuschen

Am Freitag ist in Bensberg das neue Therapie-Häuschen des Heilpädagogischen Kinderheims Bensberg eingeweiht worden. Leiterin Hanna Dirk dankte allen Spendern, Helfern, Unterstützern für deren Hilfe, ohne die dieses wunderbare Haus nie hätte erbaut werden können.

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Groß war die Runde, die zur Einweihung gekommen war, das schicke Häuschen in Augenschein nahm. Gelungen! So lautete die einhellige Meinung. Therapeuten und Kinder freuen sich schon auf das gemütliche Ambiente, das die Therapiestunden positiv untermalt.

In der Regel werden sechs bis acht der zwölf im Kinderheim lebenden Kinder im Heim beschult (klassenübergreifend Klasse 1 bis 5). Trotz der hohen Betreuungsdichte im Schulalltag kann die individuelle Förderung aber nur greifen, wenn die Kinder sich individuell und räumlich entfalten können. Um die vielfältig auftretenden Spannungsfelder zu entzerren, ist es nötig, die Kinder auch trennen zu können. Da man hier bisher nur einen Schulraum zur Verfügung hatte, stieß man regelmäßig an die Kapazitätsgrenzen.

Nach reiflicher Überlegung entwickelte sich daher Ende 2016 die Idee, das bislang als Fahrradschuppen genutzte Steinhäuschen im Garten zu einem Therapiehäuschen umzubauen. Damit könnte der im Haupthaus frei werdender Therapieraum als zweiter Schulraum für den Schulunterricht genutzt werden.

Die kalkulierten Kosten betrugen 86.000 Euro – ohne Berücksichtigung der notwendigen Gartenumgestaltung wie z. B. der Bau eines neuen Fahrradschuppens und Carports.

Die finanzielle Unterstützung war beeindruckend – auch dank des unermüdlichen Einsatzes von Eddi Stoffel.

Auch durch die Spendenverdoppelungsaktion der Bethe-Stiftung über 25.000 Euro wurden etliche Firmen, Clubs und zahlreiche Privatpersonen ermuntert, das Projekt finanziell zu unterstützen, so dass man bereits im Juli mit den Bauarbeiten beginnen konnten.

Hanna Dirk bedankte sich ausführlich bei den Helfern und erläuterte weitere Schritte: 

„Unser Dank gilt insbesondere der Bethe-Stiftung, der INDUS Holding, Miltenyi Biotec, den drei Lions Clubs Bergisch Gladbach, dem Rotary Club Köln-Kastell sowie den Handwerksbetrieben, etliche von Best of Bergisch (BOB). Über die Unterstützung durch Privatpersonen haben wir uns riesig gefreut, was deutlich machte, dass auch unsere Nachbarschaft und viele Bensberger Bürger*innen sich für unsere Arbeit mit den uns anvertrauten Kindern einsetzen.

Tatkräftige Unterstützung haben wir vor allem durch den Bensberger Architekten Thorsten Kropp und unseren mittlerweile ehrenamtlichen Mitarbeiter Eddi Stoffel erfahren, der sich mit Jürgen Schulze die Bauleitung teilte.

Andere Bensberger Helfer gaben ihr Bestes, indem sie kontinuierlich mit zupackten und auch vor harter Bau- und Gartenarbeit nicht zurückschreckten.

Durch die gute finanzielle Förderung konnten wir zusätzlich zu dem Therapiehäuschen auch wichtige weitere Veränderungen in Angriff nehmen: Wir können ein neues Fahrrad-/ Gartengerätehäuschen und ein Carport für die Kettcars errichten, einen Grillplatz anlegen und die Gartenwege ausbessern.

Der von den Kindern geliebte und häufig genutzte Fußballplatz wurde durch die Baufahrzeuge sehr in Mitleidenschaft gezogen und muss entsprechend überarbeitet werden. Dies alles werden wir frohen Mutes in 2018 umsetzen.”

Hinweis zur Einrichtung:

Das Heilpädagogische Kinderheim Bensberg, gegründet 1973, bietet 12 Kindern eine ganzjährige pädagogische und (psycho)therapeutische Betreuung in zwei Intensivgruppen.Es gibt eine Jungen- und eine Mädchengruppe mit je sechs Kindern im Alter zwischen 5 und 14 Jahren.

Zu den Störungsbildern der Kinder gehören neben Hyperaktivität und oppositionellem Trotzverhalten auch Ängste und Depressionen. Vorausgegangen sind häufig mehrfache Bindungsabbrüche sowie traumatische Erlebnisse, welche eine intensive Behandlung über mehrere Jahre notwendig machen.

Heilpädagogische und (psycho-)therapeutische Angebote: Aufgrund der vielfältigen unterschiedlichen Störungsbilder der Kinder arbeiten wir sowohl heimintern als auch gemeinsam mit den ortsansässigen pädagogischen/therapeutischen/ medizinischen Fachleuten ein individuell abgestimmtes therapeutisches Angebot aus.

Dies beinhaltet bei jedem Kind wöchentlich stattfindende Einzelpsychotherapie durch die heiminterne Psychotherapeutin und individuell geplante heilpädagogische Fördermaßnahmen (Ergotherapie, Logopädie, Musiktherapie, Sprachtherapie, Werkpädagogik, tiergestützte Pädagogik etc.).

Dieser Beitrag ist zuerst auf „Bensberg im Blick” erschienen.

Helga Niekammer

ist freiberufliche Journalistin (Text und Bild), weitere Berichte und Fotos finden Sie auf bensberg-im-blick.de.

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