Bis in die Nacht dauerte der Einsatz in Moitzfeld-Hohn

Zahlreiche Straßen waren durch umgestürzte Bäume blockiert, der Bahnverkehr eingestellt, Schulen und Sportstätten geschlossen. Die Feuerwehr arbeitete mehr als 170 Einsätze ab; am späten Abend war sie gemeinsam mit dem THW und der Belkaw bei einem besonderen Einsatz in Moitzfeld noch einmal voll gefordert.

Am späten Vormittag hatte der Sturm „Friederike” am späten Vormittag mit Orkanböen Bergisch Gladbach erreicht, da hatten die meisten Schüler schon schulfrei und waren wieder nach Hause gegangen.

Feuerwehr, Polizei, THW und Belkaw waren gut vorbereitet. Allein die Feuerwehr hatte 100 Leute im Einsatz, alle Wachen waren besetzt, alle ehrenamtlichen Kräfte im Dienst. Zudem standen vier sogenannte Sichter bereit, die die Schadensfälle priorisieren konnten.

Das war auch nötig – denn schon um 13 Uhr zählte die Feuerwehr Bergisch Gladbach bereits mehr als 60 Einsätze, insgesamt wurden es mehr als 170 – und im ganzen Kreisgebiet sogar 430. Die Polizei registrierte im ganzen Kreis bis 15 Uhr 150 Einsätze und 20 kleinere Unfälle. 

Am frühen Nachmittag stufte der Deutsche Wetterdienst „Friederike” mit Geschwindigkeiten von mehr als 130 km/h sogar offiziell zu einem Orkan hoch, aber da hatte der Sturm Bergisch Gladbach bereits weitgehend hinter sich gelassen. Gegen 14 Uhr flaute der Wind deutlich ab.

Polizei und Feuerwehr hatten aber noch reichlich zu tun, um die Gefahrenorte zu sichern und die Schäden zu beseitigen. So mussten zahlreiche Bäume abgeräumt und Straßen freigemacht werden. In einigen Ortsteilen kam es zu Stromausfälle.

Ernsthaft verletzt wurde in Bergisch Gladbach nach bisherigen Informationen niemand.  Bei den rund 20 Unfälle im Kreisgebiet blieb es fast immer bei Blechschäden. Bei einem Unfall auf der Sülztalstraße in Kürten war am Morgen eine Person verletzt worden.

Gemeinsamer Einsatz am späten Abend in Moitzfeld-Hohn

Die kleine Ortschaft Hohn in Moitzfeld war durch einen großen, schräg über die Fahrbahn stehenden Baum nur noch mit großem Umweg erreichen. Mehrere umgestürzte Bäume hatten die Stromversorgung von rund 20 Gebäuden unterbrochen. Dort konnten sich die Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und dem Entstördienst der Belkaw erst um 20 Uhr ein Bild von der Lage machen. Trotz des erhöhten Risikos bei Dunkelheit entschieden sie, den schräg stehenden Baum zu entfernen – was durch gute Zusammenarbeit auch gelang: Mit dem Bergungsräumgerät des THW wurde der Baum weg gezogen und zersägt. Dann konnte der Entstördienst eine Netzersatzanlage des THW anschließen und für Strom sorgen. 

Viele Straßen zwischenzeitlich betroffen

Die meisten Schäden ingesamt hatten sich in Hebborn, Stadtmitte, Heidkamp, Bensberg und Moitzfeld ereignet. 

Zwischenzeitlich waren eine ganze Reihe von Straßen gesperrt: 

  • Buchholzstraße
  • Refrather Weg
  • Friedrich-Offermann-Straße
  • Oberheidkamper Straße
  • Löher Straße
  • Overather Straße/Obereschbach

Aber schon kurz darauf wurden der Refrather Weg und die Friedrich-Offermann-Straße wieder frei gegeben, weitere Straßen folgten. Allerdings musste die Polizei einige ungeduldige Autofahrer verwarnen. Auf Facebook schrieb sie: „Absperrungen und Flatterband nicht selbstständig entfernen oder umfahren!!! Die Straßen sind aus gutem Grund gesperrt!!!”

Um 15:40 meldete die Polizei diese noch akuten Sperrungen:

  • Löher Straße
  • Oberheidkamper Str. Höhe Grundschule
  • Bärbroich / Oberselbach

Bis zum Abend waren alle wichtigen Straßen wieder frei. Aber vor allem auf Waldstrecken könnten noch immer Bäume umstürzen, warnte die Polizei. 

Gesperrte Straßen im ganzen Kreis
Quelle: Kreisverwaltung, 15 Uhr

Burscheid:
Schulstraße
Straße Forellental

Odenthal:
Zwischen Funkenhof und Scheurener Straße
Zwischen Scherfbachtal und Höffe Altenberger Straße/Neschener Straße

Wermelskirchen:
Preyersmühle
Telegrafenstraße
Ellinghausen
Jahnstraße

Kürten:
Mühlenstraße
Dürschtalstraße
Wermelskirchener Straße

Rösrath:
Hoffer Straße

Overath:
Siegburger Straße Höhe Eichen Richtung Wahlscheid B484
L312 Sonne Richtung Much bis Abzweig Seelscheid
Kreisstraße 41 Löher Straße von Immekeppel bis Moitzfeld
Immekeppeler Teich
Jucker Weg
Ober- und Untermiebach

Leichlingen:
Kreisstraße 9 und Kreisstraße 6
Straße Diepenthal Glüder Straße
Straße Unterbüscher Hof
Ortsteil Leysiefen

Im Bungert. Foto: Carsten Leite

Bei der Bahn ging nicht mehr, die Busse fahren

Der Betrieb der KVB Line 1 zwischen Refrath und Bensberg und der S 11 war aus Vorsicht eingestellt worden.

Nach Angaben der Deutschen Bahn wird der Zugverkehr in NRW (und damit auch der Betrieb der S 11) heute nicht wieder aufgenommen. Auch der Fernverkehr wurde bundesweit am nachmittag eingestellt.  Eine Prognose für Freitag sei wegen der umfangreichen Schäden noch nicht möglich.

Die KVB hat ihren Betrieb nur auf Teilstrecken eingestellt, genaue Infos gibt es hier.

Der Busverkehr läuft, soweit die Straßenverhältnisse es zulassen. 

Massive Stromstörungen im Bergischen Land 

Die Belkaw meldete 15 größere und mehrere kleinere Störungen, in Bergisch Gladbach, Lindlar und Kürten, Hommerich, Moitzfeld, Odenthal, Burscheid und Leichlingen. Mit Hilfe der RheinEnergie bemühten sich 50 Einsatzkräfte, die Störungen so schnell wie möglich zu beheben. 

Rund zwei Drittel ausgefallenen Ortsteile und Gebiete waren demnach am späten Nachmittag versorgt. In rund zehn Fällen müssten allerdings vor Ort zerstörte Komponenten ersetzt oder repariert werden. Am einigen Orten wurden Notstromaggregate eingesetzt.

Zudem haben umgestürzte Bäume einige Freileitungen erheblich beschädigt. Ein Betreten der Wälder bedeutet für die Einsatzkräfte Lebensgefahr, solange der Wind nicht nachlässt. 

Schulfrei nach Schulbeginn – Sporthallen gesperrt

Die Stadtverwaltung hatte den Schulen und Kindergärten erst nach Schulbeginn empfohlen, die Schüler und Kinder so früh wie möglich nach Hause zu schicken. Das geschah in der Regel gegen 10 Uhr. Die Schüler konnten aber auch in den Räumen bleiben,  bis eine sichere Möglichkeit zur Heimfahrt gegeben ist. 

Die Stadtverwaltung sperrte auch alle Sporthallen und Außenplätze für heute.

Im ganzen Stadtgebiet liegen Weihnachtsbäume und geleerte Mülltonnen auf Gehwegen und Straßen.

An der Engelsfuhr

Der Appell der Feuerwehr

Die Feuerwehr  setzten neben den regulären Kräften vier Erkunder ein, die die Einsatzstellen sichten und priorisieren.

Das THW Bergisch Gladbach unterstützt die Feuerwehr mit drei Fahrzeugen und zehn Einsatzkräften.

Die Feuerwehr appellierte an die Bürger: „Bleiben Sie aktuell zu Hause oder am Arbeitsplatz. Begeben Sie sich nicht ins Freie. Halten Sie die Straßen für die Fahrzeuge der Feuerwehr frei.”

Außerdem erneuerte sie ihre Warnung: „Meiden Sie den Aufenthalt im Freien, insbesondere Wälder, Grünanlagen und Parks bergen ein enormes Risiko. Auch der Aufenthalt außerhalb der o.g. Bereiche gilt aufgrund von Windbruch und umherfliegender Teile als sehr gefährlich.”

Großer Lob für Feuerwehr und Polizei

Die Kreispolizei und die Feuerwehr Bergisch Gladbach informierten im Laufe des Tages immer wieder auf ihren Facebookseiten. Dafür – und vor allem für ihren starken Einsatz – erhielten sie viel und starkes Lob. Auch die Belkaw verschickte mehrere Pressemitteilung im Laufe des Tages. 

Mehr Infos zum Sturm:

Sturm Friederike zieht heran

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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