Das Buch „Wie geht evangelisch? Der Leitfaden für Neugierige“ von Pastor Dr. Rainer Fischer ist bereits in vierter Auflage erschienen. Dieses Werk wächst und verändert sich fortlaufend. Mit jeder neuen Auflage fügt der Pastor des Evangelischen Krankenhauses ein Kapitel hinzu. So kommt es, dass aus seinem erstmals 2011 veröffentlichten Titel „Wie geht evangelisch?“ mit 70 Seiten heute ein vierfarbig illustriertes Buch mit 112 Seiten auf hochwertigem Papier geworden ist.

Der vierten Auflage hat der Seelsorger Betrachtungen zu der Frage hinzugefügt: „Wie können wir erhoffen, was wir uns nicht vorstellen können?“ Dr. Fischer beschreibt darin die Vorstellungen evangelischer Christen über das, was den Menschen jenseits des Todes erwartet.

Zwei Glaubenssätze führt Dr. Fischer ins Feld, um die „Hoffnung wider Erwarten“ ein wenig verständlicher zu machen: Der Mensch wird bei Gott sein und verwandelt werden. Dass Gott den Menschen in seiner Vergänglichkeit verwandelt, wird auch für die Seele erhofft, die nicht, wie die althergebrachte kirchliche Vorstellung suggeriert, von sich aus unsterblich sei, so Dr. Fischer. Doch gerade die Vergänglichkeit gibt dem Leben Würde: „Jeder Augenblick des Lebens ist einmalig und kommt nie wieder; gerade darum ist er unendlich wertvoll“, betont der Krankenhausseelsorger.

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An dem hier angeführten Beispiel wird deutlich, dass sich der Autor an „interessierte Laien“ mit nachhaltigem Interesse an Glaubensfragen wendet, wie er selbst im Vorwort schreibt. Sein Werk kommt beispielsweise in der Erwachsenenbildung zum Einsatz, wird von Presbytern gelesen und an Menschen ausgegeben, die sich entschlossen haben, wieder in die Evangelische Kirche einzutreten.

Hervorgegangen ist die Publikation aus einem Projekt des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region, das den gleichen Titel wie das Buch trägt und Mitarbeitende in der Diakonie unterstützen soll, das „protestantische Profil“ in ihren Einrichtungen und in ihrem Berufsalltag zu entwickeln.

Grundsätzliche Fragen werden in den Workshops thematisiert: Sind die Evangelischen „lockerer“ als die Katholischen? Ist Karfreitag für sie wirklich der höchste Feiertag und wie kommen sie überhaupt zu verbindlichen Glaubensaussagen und ethischen Entscheidungen?

Die Antwort im Buch ist ein entschiedenes Ja aber: Nach Fischers Darstellung fehle eine Autorität wie der Papst, hierdurch müssten die Gläubigen selbst eigene Entscheidungen treffen. Und sie müssten bereit sein, diese immer wieder am Evangelium zu messen und eventuell auch zu ändern. „Dieses Leben im Vorläufigen ist eine große Herausforderung“, weiß der Pastor.

Dabei macht er aber deutlich, dass es trotz des offenen Prozesses einige unverrückbare Anhaltspunkte gibt, ohne die evangelischer Glaube nicht funktioniert. Etwa das Leben mit der Bibel oder der Gemeinschaftsbezug. „Besonders in einer Einrichtung wie dem Evangelischen Krankenhaus spürt man jeden Tag, wie sehr man im Vorläufigen lebt“, schlägt Dr. Rainer Fischer den Bogen von der spirituellen Struktur des „Evangelischen“ zum Klinikalltag. Die Kranken und Pflegebedürftigen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen fordern Flexibilität. Aber ganz ohne feste Regeln und Routinen geht’s eben auch hier nicht.

Informationen zum Buch:

Rainer Fischer – Wie geht evangelisch?
Der Leitfaden für Neugierige
112 Seiten, mit 22 z.T. farbigen Abbildungen
13,5 x 21 cm Broschur
CMZ-Verlag, Rheinbach 2018
ISBN 978-3-87062-287-9
Preis: 9,95 Euro

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