Für diesen Abend war die Mondfinsternis mit einem sogenannten „Blutmond” angesagt. Der Himmel versprach Wolkenlosigkeit. Was lag also näher, als damit auf einen hohen Berg zu fahren und das Spektakel zu beobachten. Man könnte dabei auch gleich einen Spaziergang über die kühle Höhe machen mit Ausblick auf Köln und Bensberg im Dunkeln.

Als es dunkel zu werden begann hab ich also die Hunde ins Auto gejagt. Der naive Plan war, zur Milchtankstelle Büchel zu fahren, da gibts einen Wanderparkplatz in der Nähe.

Auf dem Weg dorthin fiel schon auf, dass viele Menschen unterwegs waren, alle mit Handy vor den Augen, viele liefen einfach in der Dunkelheit vors Auto und über die Straße. Verwirrt? Von der Hitze des Tages? „Egal, konzentrier dich aufs Fahren!” sprach der Kopf.

In Voiswinkel rechts abgebogen, den „Sonnenberg” rauf zum Wanderparkplatz: Meine Güte! Was ist denn hier los? Ach, da vorne ist ein Milchtankwagen, breit und langsam. Aber wieso fährt der nicht?

Weil vor ihm Stau war! Den ganzen Berg hoch, ein Auto hinter dem Anderen und hinter mir war inzwischen auch schon alles dicht. „Weg hier! Dreh um!” befahl der Kopf.

In der nächsten Hauseinfahrt gedreht – den Berg runter ging aber auch nichts mehr, bis alle erkannt hatten, dass man dort nicht mehr hinauf kam und ebenfalls umdrehten.

Nun war es schon ziemlich dunkel und ich befürchtete schon, den Vollmond erst nach der Verdunkelung wieder zu sehen. Die nächste Idee war dann, die B506 raufzufahren, ob man da irgendwo parken könne.

Da stand aber auch alles voll. Alleine hätte ich eine Lücke gefunden, aber in all dem Volk? Mit zwei großen Hunden und Kamera dicht an der Straße? Nein, brauchen wir nicht.

Dann fiel mir ein, dass ich jeden Vollmond sehen kann, wenn ich des nachts mit dem Hund die letzte Entwässerungsrunde drehe. Jeden! In Hand, hinter den Hochhäusern. Und auch auf der großen Wiese bei der Paffrather Mühle sieht man ihn. Immer!

Also schnell nach Hause gefahren, Parkplatz Kombibad. Und da war endlich nichts los! Ein Dreiergrüppchen saß auf einer Bank, auf der Wiese hatte sich ein kleines Grüppchen mit Licht und Kameras plaziert, ansonsten waren wir alleine. Mit Brückengeländer als Notstativ.

Dort gelang mir dann die einzige mehr oder minder schlechte Aufnahme.

Nachdem die Hunde ihre Runde gedreht hatten habe ich noch einen Versuch in der August-Kierspel-Str. gemacht. Auf dem Weg dorthin wurde schon die erste kleine Ecke des Mondes wieder hell.

Mit einem fremden Auto als Notstativ hab ich dann noch eine weitere, halbwegs brauchbare Aufnahme machen können. Das eigene Auto wackelte zu sehr, weil beide Hunde stark hechelnd darin lagen.

Um Mitternacht waren wir wieder zuhause. Die Hunde haben das alles nicht wirklich verstanden. Aber Frauchen hat den Blutmond gesehen. Ziel erreicht!

Evelyn Barth

(Frau Wirrkopf) Seit 1980 bin ich Bürger dieser Stadt, das ist fast mein halbes Leben. Nach 6 Jahren Hartz IV genieße ich nun seit Herbst 2012 meine wohlverdiente Rente. Ich lebe gerne hier. Daran, dass ich mehr Zeit als Geld habe, hat sich aber auch mit der Rente nichts geändert. Darum bin ich mit...

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