Gartenarbeit gehörte für die Jugendlichen zum Programm. Fotos: Nelson-Mandela-Schule

Jeden Freitag ins Seniorenheim – das dürfte die meisten Jugendlichen wenig begeistern. Die AchtklässlerInnen der Nelson-Mandela-Schule stellten aber bei ihrer Kooperation mit der Evangelischen Altenpflege fest: Die alten Menschen konnten ihnen noch einiges beibringen.

Am Ende wurden die Schülerinnen und Schüler dann doch ein bisschen sentimental: „Wir werden die alten Leute im Seniorenheim vermissen“, hieß es in der Nelson-Mandela-Gesamtschule in Bergisch Gladbach. Dort gab es vor den Sommerferien Zertifikate für SchülerInnen im 8. Jahrgang mit dem Wahlfach „Service-Learning“. Sie sind ein halbes Jahr lang jeden Freitag in ihrer Freizeit in eine Einrichtung gegangen und haben die Mitarbeiter bei ihrer Arbeit unterstützt.

Ein Großteil der SchülerInnen war im Helmut-Hochstetter-Haus der Evangelischen Altenpflege Bergisch Gladbach ehrenamtlich tätig. Sie haben sich für die alten, pflegebedürftigen Menschen viel Zeit genommen und ihnen abwechslungsreiche Nachmittage bereitet.

„Zwischen der Nelson-Mandela-Gesamtschule und dem Helmut-Hochstetter-Haus besteht nun seit einem Jahr eine Kooperation, von der beide Seiten sehr profitieren“, so die für das „Service-Learning“ verantwortliche Lehrerin Stephanie Schmidt. Bei der Übergabe der Zertifikate wurde deutlich, dass die Schülerinnen und Schüler für ihr späteres Berufsleben wertvolle Erfahrungen sammeln konnten.

Von den SeniorInnenen lernen: Sie zeigten den Jugendlichen, wie man Mundharmonika spielt.

Insgesamt haben in diesem einen Jahr 14 SchülerInnen der Nelson-Mandela-Gesamtschule das Helmut-Hochstetter-Haus jeden Freitag besucht. Sie wurden mit ihrem sozialen Engagement sogar durch einen Presseartikel bekannt, in dem von Rollatoren-Rennen auf dem Flur die Rede war.

Die Jugendlichen gingen zunächst am Essenssaal vorbei, zwei haben gewunken, und alle BewohnerInnen haben freudig zurück gewunken. Das Eis war gebrochen. Die jungen Helfer waren mit viel Freude bei der Arbeit und haben zu den SeniorInnen einen engen, freundschaftlichen Kontakt aufgebaut.

Es wurde Musik gemacht, Mundharmonikaspielen gelernt, über alte Zeiten gesprochen, Kicker-Fußball gespielt, viele Fotos geschossen, gemeinsame Ausflüge unternommen, Blumen gegossen, Essen ausgeteilt, einfach zugehört, deutsche Weihnachtslieder gelernt, Bewohner bei Aktivitäten begleitet, vorgelesen oder bei der Nahrungsaufnahme geholfen. Dabei haben die Schüler viel Geduld mit den alten Menschen bewiesen.

Die Gruppe aus dem ersten Halbjahr konnte das Personal beim Weihnachtsfest unterstützen, indem sie die Räume dekorierte und den einzelnen BewohnerInnen kleine Weihnachtsgeschenke aufs Zimmer brachte.

Die Gruppe aus dem zweiten Halbjahr wurde von den BewohnerInnen auch schnell ins Herz geschlossen. Manche wollten die SchülerInnen gar nicht gehen lassen, so sehr hatten sie sich über die Besuche gefreut. Die zweite Gruppe hat beim diesjährigen Sommerfest geholfen und dabei gelernt, wie man Tische dekoriert, richtig eindeckt und ein Fest ausrichtet.

Auch wenn die SchülerInnen das Spiel „Mensch ärgere dich nicht“ bald im Schlaf spielen konnten und sie versuchten, die SeniorInnen bei dem einen oder anderen Zug hinters Licht zu führen, waren sie sich am Ende in einem doch einig: „Bei diesem Spiel haben uns die alten Leute alle was vorgemacht.”

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