Anders als was? Als welche Gemeinde? Ein Imagefilm? So also stellen sich die Verantwortlichen das Image dieser Stadt vor? Das ist ihr Bild von Bergisch Gladbach?

Daniela Berntges hat mit ihrer kompetenten Kritik die Schwachstellen, die Biederkeit, das offensichtlich fehlende zeitgemäße Konzept und den Verzicht auf eine intelligente Story bereits benannt. Idee und Umsetzung stammen wirklich aus einer anderen Zeit.

Hinweis der Redaktion: Hier geht es um einen Imagefilm (siehe unten), den der Stadtentwicklungsbetrieb für 15.000 Euro in Auftrag gegeben hat. Mehr Infos, viele Kommentare, die Facebook-Debatte

Aber: Wer ist denn nun die Zielgruppe — doch nicht der international tätige Investor, der zur EXPO REAL nach München kommt? Mitten hinein in eine große Fachmesse. Der soll sich nun fünf Minuten Zeit nehmen, um ein Video anzuschauen, das vielleicht gut geeignet ist für den Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“?

Natürlich wird wieder — im Gegensatz zur euphemistischen Presseerklärung — tümelnd gleich zu Beginn des Werkes mit schönen Fachwerkhäusern geworben, mit leeren (!) Terrassen in Kultureinrichtungen, mit merkwürdigen Aufnahmen vom Markt. (Der Markt, liebe Macher, der Markt hat tatsächliche eine gute Atmosphäre, aber kaum aus der Perspektive eines kleinen Hundes.) Manirierter Unsinn.

Handwerkliche Fehler: Helle Schrift auf hellem Grund macht sich nicht besonders gut, der Schwenk über das Dombach-Modell (wer soll das verstehen?), die unter keinen wirklich Gesichtspunkten interessanten Hausecken der Thomas-Morus-Akademie, die leicht überprüfbaren Zeitangaben nach Köln und zum Flughafen (jeweils 10 Minuten! Wann denn? Sonntagmorgens um 5 Uhr?).

Eine verschenkte Gelegenheit. Aber vielleicht ist diese Stadt ja tatsächlich so, wie die Verantwortlichen sie dargestellt haben.

Klaus Hansen

ist Fotograf, Designer und Kommunikationsberater.

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