Das Werk des Malers Peter Paul Rubens entfaltete seine Wertschätzung und seinen Einfluss auch durch das Medium der Druckgraphik. Wolfgang Vomm hat für die Ausstellung eine umfangreiche Auswahl zusammengestellt.

Wolfgang Vomm, langjähriger Leiter der Städtischen Galerie Villa Zanders, hat eine Auswahl von rund 150 Blättern aus seiner über 1200 Blatt umfassenden Privatsammlung von Graphik nach Vorbildern des Peter Paul Rubens zusammengestellt. Bestimmend war dabei auch der Anspruch, den medialen Siegeszug der Druckgraphik in vor-fotografischer Zeit zu beleuchten.

Nach Rubens – Druckgraphik aus drei Jahrhunderten
Kunstmuseum Villa Zanders
Konrad-Adenauer Platz, Bergisch Gladbach
10.3. bis 26.5.2019
Vernissage: 10.3.2019 um 11:00
Es spielt das Ensemble für Alte Musik „Landimini” der Max-Bruch-Musikschule

Die Sammlung selbst wurde in mehr als zwanzig Jahren eifriger Sammeltätigkeit zusammengetragen, inspiriert von der außerordentlichen Meisterschaft der Graphiker insbesondere des 17. und 18. Jahrhunderts, aber auch von der universalen Vielfalt des Sujets. Dabei bildet sie außerdem die Weiterentwicklung der Rubensgraphik im 19. Jahrhundert bis hin zur Buchillustration und Zeitungsgraphik ab und richtet das Augenmerk auch auf den Künstlerkult, der sich zu dieser Zeit um Rubens entfaltete und mit der Setzung von Monumenten und aufwändigen Rubens-Festen einen Höhepunkt erreichte.

Wolfgang Vomms Leidenschaft für Kunst mit und auf Papier ist in der Vergangenheit in vielen größeren Graphikausstellungen des Hauses (Dürer, Rembrandt, Goltius, Picasso, Chagall, Droese, Vostell, Schirmer u.a.) zum Ausdruck gelangt, nicht zuletzt auch in der Gründung der Sammlung „Kunst aus Papier“ und dem Aufbau der Artothek. Die besondere Pflege dieses Gebietes sieht Vomm vor dem Hintergrund einer mehr als 400-jährigen Tradition der Papierherstellung in Bergisch Gladbach.

Das umfangreiche malerische Werk des flämischen Malerfürsten Peter Paul Rubens (1577 – 1640) entfaltete seine Wertschätzung und seinen vorbildlichen Einfluss nicht zuletzt durch das Medium der Druckgraphik. Sie war es, die seine genialen Bilderfindungen in aller Welt bekannt machte und seinen Ruhm als Künstler etablierte. In der Zeit des 16. bis 19. Jahrhunderts – vor Entwicklung der Fotografie und des Offsetdrucks – war die Graphik das einzige Bildmedium, durch das sich Erfindungen großer Künstler überhaupt europaweit verbreiten konnten.

Im Unterschied zu Künstlern wie Lucas van Leyden oder Rembrandt van Rijn erstellte bzw. radierte Rubens die Druckplatten jedoch nicht selbst. Als Leiter der größten Malerwerkstatt seiner Zeit war er es vielmehr gewohnt, den Herstellungsprozess arbeitsteilig zu organisieren. Üblicherweise fertigte der beste Künstler seiner Werkstatt zunächst eine Reproduktionszeichnung nach einem Gemälde, die dann – nach der Korrektur durch den Meister – als Vorlage für den Kupferstecher diente.

Die nach Rubens’ Bildern gestochenen Blätter waren im Gegensatz zu seinen Gemälden für jedermann zugänglich und erschwinglich. Sie dienten vielen Künstlern des 17. und 18. Jahrhunderts als Vorlage und waren zugleich von Beginn an begehrte Sammelobjekte. Schon seine Zeitgenossen waren von seinem neuen, höchst lebendigen Darstellungsstil fasziniert, der auch komplexe Themen in großen Kompositionen mit vielen Figuren souverän bewältigte.

Im 19. Jahrhundert wurde Rubens schließlich zum Leitbild und zur Kultfigur des belgischen Nationalstaates. In acht Themenräumen vermittelt der umfangreiche Bestand des Bergisch Gladbacher Sammlers Wolfgang Vomm einen Einblick in das Werk Rubens’ und dessen Verbreitung im Laufe der Jahrhunderte.

Katalog: Zu der Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog mit ausführlichen Essays und Erläuterungen (191 Seiten, ca. 160 Abbildungen) zum Preis von 25 Euro.

Dauer der  Ausstellung: 10.3. bis 26.5.2019

Vernissage: 10.3.2019 um 11:00

Begleitprogramm & Termine

Di 02.04.2019, 19:30 Uhr – Gespräche im Roten Salon – Peter Paul Rubens und Köln
Noch im 19. Jh. feierte man in Köln mit einigem Stolz die Geburtstage des großen Barockmalers, glaubte man doch, er sei hier geboren. Aber auch Antwerpen nahm diese Ehre lange für sich in Anspruch, bis intensive Forschung schließlich ergab, dass er in Siegen zur Welt kam. Der Vortrag geht den komplexen Hintergründen nach und verfolgt die vielfältigen Spuren der Familie Rubens in Köln.
Referent: Dr. Wolfgang Vomm, Kunsthistoriker und Sammler

Di 14.05.2019, 19:30 UhrGespräche im Roten Salon
Unternehmer – Diplomat – Humanist. Rubens im Spiegel seiner Druckgraphik
Wie kein anderer Künstler spielte Rubens auf der politischen Bühne Europas mit. Seine umfassende Bildung reichte von der antiken Literatur bis zu aktuellen Fragen der sich globalisierenden Welt, in der er bestens vernetzt war.
Referent: Prof. Dr. Ulrich Heinen, Berg. Universität Wuppertal

Öffentliche Führungen
So 17. 03. 2019, 11:00 Uhr, mit Dr. Wolfgang Vomm
Do 04. 04. 2019, 18:00 Uhr
So 28. 04. 2019, 11:00 Uhr, mit Dr. Wolfgang Vomm
So 12. 05. 2019, 11:00 Uhr
Weitere Führungen auf Anfrage

Über die öffentlichen Führungen hinaus wird ein umfangreiches museumspädagogisches Vermittlungs- und Vortragsprogramm im Rahmen des Kita- und Schul-Ateliers, des SonntagsAteliers, Mit Baby ins Museum, KUNSTLABOR – Das inklusive Workshopangebot für junge Menschen ab 13 Jahren, Kunstgenuss, dementia+art sowie der Gespräche im Roten Salon angeboten.

Kunstmuseum Villa Zanders

Das städtische Museum wurde 1992 in der Gründerzeitvilla der Fabrikantenfamilie Zanders eröffnet und feiert 2017 sein 25jähriges Bestehen. Mit seiner einzigartigen Sammlung von „Kunst aus Papier“, der Kommunalen Galerie mit Malerei der Düsseldorfer Schule aus dem 19. Jhdt. sowie einem ambitionierten...

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