Olaf Schmiedt und Jürgen Füllenbach, Vorstände der Bensberger Bank

Die Genossenschaftsbanken links und rechts fusionieren, doch die Bensberger Bank hält an ihrer Unabhängigkeit fest. Mit dem Fokus auf persönliche Beratungen und individuelle Lösungen für gute Privatkunden geht die kleine Bank optimistisch in die Zukunft. 

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„Erfolgreich und zufrieden” blicke die Bensberger Bank auf das vergangene Jahr zurück, sagten die Vorstände Olaf Schmiedt und Jürgen Füllenbach bei der Bilanzpressekonferenz. Die Bilanzsumme der Bensberger Bank sei um 16 auf 526 Millionen Euro gewachsen.

Damit ist die Bensberger die kleinste Genossenschaftsbank in der Region. Die VR Bank Bergisch Gladbach-Leverkusen hat gerade eine Bilanzsumme von zwei Milliarden Euro gemeldet; die VR Bank Oberberg kommt bereits jetzt auf 3,5 Mrd. Euro und schließt sich 2020 mit der VR Bank Rhein-Sieg zusammen.

Doch die Bensberger fühlen sich in ihrer Nische wohl. „Wir sind ein kleines Schnellboot, können im Verbund mit unseren Partnern aber das komplette Angebot an Bankprodukten und die Servicequalität großer Häuser bieten”, erläutert Füllenbach.

In einem nach wie vor schwierigen Umfeld (niedrige Zinsen, fallende Aktienkurse, wachsende Regularien) sei es gelungen, den Ertrag stabil zu halten – was Ergebnis einer Kraftanstrengung des gesamten Teams sei, sagte Schmiedt. Das Wachstum geht vor allem auf die Kundeneinlagen zurück, die von 353 auf 375 Millionen Euro stiegen.

Das in der Bilanz ausgewiesene Kreditgeschäft stagniere zwar; rechne man jedoch die im Verbund mit der DZ Hyp vermittelten Kredite hinzu, gebe es auch hier ein Wachstum um 3,4 Prozent, erläutert Füllenbach.

Kunden weit über das Einzugsgebiet hinaus

Vor allem die persönliche Beratung in der Bank (oder per Videochat) und die Möglichkeit, für gut betuchte Kunden Einzelfalllösungen zu finden, zeichne die Bensberger Bank aus. Das spreche sich herum, über Vermittler oder direkt über Empfehlungen kämen immer mehr Kunden nach Bensberg, die außerhalb des eigentlichen Einzugsgebietes wohnen. Hier sieht Füllenbach noch ein großes Wachstumspotenzial.

Auch die Bensberger Bank nutzt die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung, viele Routinegeschäfte werden online abgewickelt. Die eigentlichen Abschlüsse würden aber noch zu 80 Prozent im persönlichen Gespräch getroffen, berichtet Schmiedt.

Daher gebe es überhaupt keine Überlegungen, eine der drei Geschäftsstellen (neben der Zentrale in der Schlossstraße) zu schließen. Geprüft werde lediglich, ob man die Öffnungs- und Servicezeiten weiter zugunsten der Beratungszeiten einschränken könne.

Noch eine Auszubildungsstelle zu vergeben

Mit der Umstellung auf ein komplett neues Computersystem zum 17. August beschäftigt sich die Bank aktuell mit einem Mammutprogramm – wofür rund 12.000 Stunden an Mehrarbeit geleistet werden müsste, was immerhin sechs Prozent der gesamten Arbeitszeit der Belegschaft entspreche.

Was macht eigentlich … Helmut Krause? (bitte klicken)
Nach 31 Jahren in der Bensberger Bank war Vorstandschef Helmut Kraus im vergangenen Herbst in den Ruhestand gegangen. Fast – denn nach wir vor arbeitet er halbtags in der Bank und hat die Verantwortung der Umstellung auf das neue Computersystem übernommen.

110 Mitarbeiter beschäftigt die Bank, davon neun in der Ausbildung. Auch in diesem Jahr stehen drei Ausbildungsplätze zur Verfügung – wovon einer noch nicht besetzt ist. „Auch bei uns ist der Fachkräftemangel in der Ausbildung angekommen, leider ist der klasssiche Ausbildungsberuf bei den Jugendlichen nicht mehr in Mode”, bedauert Füllenbach.

Wichtig ist der Bank, dass die Zahl der Mitglieder – trotz einer hohen Altersstruktur – weiter wächst. Unter dem Strich kamen 78 Genossen dazu; damit hat die Bensberger Bank 8737 Mitglieder.

Im vergangenen Jahr hat die Bank 60 Spenden im Volumen von 50.500 Euro vergeben, weitere 25.000 Euro wurde von der Bensberger Bürgerstiftung ausgegeben, die von der Bank gegründet worden war und ehrenamtlich geführt wird.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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