Nachrichten, Hintergründe, Termine und Service aus Bergisch Gladbach

wohnt seit 1982 in Bergisch Gladbach. Hat hier 30 Jahre lang sein eigenes Unternehmen geführt. War elf Jahre Vorsitzender eines Bensberger Karnevalsvereins. Ist nun dessen Ehrenvorsitzender und Rentner - und beschätigt sich seit Februar 2016 mit wachsender Intensität mit dem FNP.

7 Kommentare zu “Warum eigentlich keine Seilbahn?”

  1. Sicher, ein gemütliches Schweben über die Baumwipfel hat seinen Reiz. Allerdings fürchte ich, dass Pendler*innen nicht gewillt sein werden, eine Stunde unterwegs zu sein, wo die Bahn nur 20 Minuten braucht. Daher bieten sich eher Verbindungen mit starker Steigung für Seilbahnen an – in Caracas und La Paz verlaufen diese auch nicht über den Hauptstraßen.

    Moderne Busse stoßen weder Co2 noch Feinstaub aus, und werden in Zukunft immer häufiger ohne menschlicheN Fahrer*in unterwegs sein. Bei einem 10-Minuten-Takt ist die Wartezeit nicht übermäßig lang, die Zahl der Fahrgäste beachtlich – auf sehr stark frequentierten Strecken bleibt jedoch die Schiene ‘alternativlos’.

    Die Wartung vieler baugleicher Busse ist deutlich billiger, weil die Techniker vor Ort sind und nicht für jede Kleinigkeit ‘eingeflogen’ werden müssen, dito Ersatzteile.

    Das Argument mit dem ‘Überflug’ privater Grundstücke überzeugt mich auch nicht, allerdings spielt es in Diskussionen zum Thema immer eine Rolle. Das wäre auch in Gladbach nicht anders, fürchte ich – und darauf müssen Seilbahn-Befürworter*innen sich einstellen.

  2. Als Skifahrer kennt man die Vorzüge einer guten Gondelbahn.

    Zwei Punkte, die noch nicht genannt wurden:

    – Wartezeit:
    ÖPNV ist für mich persönlich nur interessant, wenn ich nicht dauernd auf Abfahrtszeiten achten muss. Ich will möglichst zeitnah den Weg antreten. Da Seilbahnen stetig fahren, verkürzt sich die Wartezeit an der Haltestelle erheblich und man ist vielleicht sogar schneller am Ziel, da sich Wartezeit und schnellere Fahrzeit beim Bus ausgleichen.

    – Personalaufwand:
    In der Hauptreisezeit müssten sehr viele Busfahrer eingesetzt werden. Was machen diese, wenn die Bürger an Ihrer Arbeitsstätte sind? Fast leere Busse fahren?
    Über den Tagesverlauf ist das Personal einer Seilbahn besser planbar und auch insgesamt geringer.

    Aber ähnlich der KVB-Trasse über den Bahndamm wird man sich auch diesen Überlegungen verschließen.

  3. Ich glaube, man muss sich vom Attribut Schnelligkeit verabschieden, wenn man ein Verkehrsmittel sucht, dass die Vorzüge besitzt, schnell und sehr viel preiswerter als Straßen, Schienen, Busse und Bahnen gebaut zu sein, während des Baus den laufenden Verkehr nicht zu stören, nach Fertigstellung 3000 – 5000 Passagiere/Stunde immer in derselben Zeit von A nach B zu bringen, dabei keinerlei Schadstoffe auszustoßen, preiswerte Tickets verkaufen zu können sowie kombinierbar und kreuzungsfähig zu sein. Wenn aber Schnelligkeit noch immer als 1. Maxime in den Köpfen geistert, sollte man sich davon schnellstens verabschieden. Wenn Busse “wesentlich” schneller sind, wie viele Fahrgäste transportieren die denn in der Stunde, mit wieviel CO2 und Feinstaub verpesten sie die Luft und wie wollen die ihre Fahrpläne bei steigendem Verkehr einhalten?

    Wo welche Strecken mit Seilbahnen sinnvoll eingerichtet werden können, sollte Aufgabe von Experten sein, das maße ich mir nicht an. Überhaupt scheint es wichtiger zu sein, zunächst einmal solche m.E. nirgendwo sonst vorhandenen Vorteile zu beurteilen, bevor man mögliche Nachteile hochstilisiert. Aber dass die Wartungskosten für 485 Buslinien kleiner sein sollen als für mehrere Seilbahnen, erschließt sich mir nun wahrhaftig nicht.

    Sicher mag nicht jeder Haus- und Grundstückbesitzer über seinem Anwesen eine Seilbahn schweben sehen, wobei dieses Problem vor dem Hintergrund von Dieselverboten, immer stärker zunehmenden Erkrankungen durch Schadstoffausstoße und der Erderwärmung wohl nicht zu den dringendsten gehört. Jeder mag sich über Seilbahnen im Internet informieren, ich hoffe, auch die Stadtväter machen das. Köln hat schon einiges verstanden.

  4. Danke @Heribert für die Recherche.
    In Medellin und Caracas haben die Bahnen auch Zwischenstops, es ist also möglich.

    Nach Herrenstrunden würde die Seilbahn rund 20 Minuten brauchen – das ist langsamer als mit dem Bus oder dem Fahrrad. Auch müssten es Zubringer geben; der Ort selbst in klein.

    Die Verbindung Stadtmitte-Hebborn-Rommerscheid-Sand-Herkenrath wäre etwa genauso lang, schließt aber viel mehr Wohnviertel direkt an.

    Zur Frage der Wartung: Im VRS gibt es 485 Buslinien und entsprechend viele zu wartende Busse. Technik und Ersatzteile für eine einzige Seilbahnlinie bereitzuhalten ist teuer.

  5. Nachtrag zu meinem Kommentar:

    In La Paz ist das die ‘linea azul’ mit 4,7km Länge, 5Stationen, 3000Fahrgäste pro Stunde und pro Richtung; Fahrzeit 16,6min; entspricht 17km/h, kein Stau und keine Fahrbahn- oder Gebäudebaustellen, Wartungen m. E. nachts

    Eine Strecke in GL mit der Linie 426 ab S-Bahnhof bis Herrenstrunden im Zick Zack durch die Innenstadt bei mäßigem Verkehr und 7Stationen: Länge 4,9km mit der Fahrzeit: 12min: entspricht 24,5 km/h, verändert sich bekanntlich negativ mit Staus und Baustellen…….., Nebenschauplätze: Unfälle, Notbremsungen

  6. Zu den Fragen von U. Kleinert:

    zu 1.: Zwischenstationen? In La Paz haben die Seilbahnen Stationen, es sind m. E. bis zu fünf pro ‘Linie’
    zu 2.: Wartung: Muß gerechterweise der Wartung / Betriebskosten etc. von Bussen und Bahnen mit gleichem Transportvolumen gegenübergestellt werden.
    zu3.: Leuten in die Fenster gucken Das läßt sich teilweise mit aussen oder in Doppelscheiben horizontal angebrachten Lamellen-Durchsichten machen. Ansonsten sehe ich das gleiche Problem vom erhöhten Bussitz aus. Natürlic ist die reale Höhe maßgebend. Wie mit der Wuppertaler Schwebebahn und den Hochgleisen in Köln: Ist das ein Problem? Eher nicht.

    Grüße
    Heribert

  7. Danke, dass Sie das Thema ins Bewusstsein rufen!
    Seilbahnen sind kostengünstig in der Anschaffung, leise und platzsparend, und sie bewähren sich in Caracas, Medellin und La Paz als zuverlässiges Nahverkehrsmittel.

    Allerdings sind sie langsam (Medellin: 16 km/h), und das schränkt die Auswahl der geeigneten Strecken ein. Eine Verbindung von Gladbach nach Köln, Rösrath oder Bensberg ergibt nicht sonderlich viel Sinn, da die Entfernungen groß und die Topographie flach ist. Hier sind Busse wesentlich schneller, und Bahnen sowieso.

    Der große Trumpf von Seilbahnen ist, dass ihnen Höhenmeter egal sind. Interessant wird es also dort, wo auf kurzer Strecke ein großer Höhenunterschied überwunden werden muss (wie in La Paz) und Busse sich nur mühsam hinaufquälen.

    Wenn in Gladbach eine Seilbahn geplant wird, müsste sie die hochgelegenen Stadtteile anschließen: Rommerscheid, Sand, Herkenrath. Wäre nicht ein Zubringer zur S-Bahn vorstellbar, der gleichzeitig auch einen touristischen Wert hätte?

    Drei technische Fragen stellen sich allerdings:
    1. Sind Zwischenstationen möglich, oder nur ein Anfangs- und ein Endpunkt?
    2. Wie teuer ist die Wartung in einer Region, wo es sonst fast keine Seilbahnen gibt?
    3. Lassen sich die Gondeln so konstruieren, dass Fahrgäste nicht ‘den Leuten in die Gärten gucken’? Manche Zeitgenossen reagieren auf ‘Überflüge’ allergisch…

    Wenn das geklärt ist, dann her damit!

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