Die Grosse Bensberger KG feierte das größte Ereignis dieser Session, mit dem Dreigestirn aus den eigenen Reihen, einem außergewöhnlichen Programm und einer unschlagbaren Stimmung.

Am Freitag, 15. Februar 2019 im Jahre des Bergisch Gladbacher Dreigestirns von der Grossen Bensberger KG von 1968 e.V. Rut-Wiess (GBK) hatte die Gesellschaft zum größten karnevalistischen Ereignis in Bensberg gerufen, der Radio Berg-Kostümsitzung „Fastelovend zesamme“ in der Aula des Albertus-Magnus-Gymnasiums.

Die Sitzung war seit Monaten ausverkauft, weil diese Veranstaltung sich in vielen Jahrzehnten als tolles Event und allgemeines Familienfest etabliert hatte. Natürlich wollten die Menschen auch das Dreigestirn aus den Reihen „ihrer“ Gesellschaft erleben, was sich wie bei den Dreigestirnen 2001, 2005, 2008 und 2012 als zusätzlicher Anreiz zeigte. Und sie sollten nicht enttäuscht werden. Aber der Reihe nach.

Wie üblich bei dieser Veranstaltung hatte das gesamtstädtische Kinderdreigestirn, dessen Träger die GBK von Anbeginn diese Trifolium-Institution darstellt, seinen 2. großen Auftritt nach seiner Proklamation im gleichen Saal.

Wie damals zogen fast alle Bensberger Gesellschaften mit Abordnungen und Fahnen auf die Bühne, wo sie einen tollen und bunten Rahmen für die jungen Regenten bildeten. Der Präsident, seine Fertigkeit Rainer Furth-Quernheimer, saß mitten in seinem Elferrat, der aus Mitgliedern aller Abteilungen der GBK bestand.

Er fand die richtigen Worte, Kinderdreigestirn, Bühne und Saal in geeigneter Weise anzusprechen, die ersten Alaafs erklangen, die Kinderregenten kamen zu Wort, zu einem sehr schönen Lied und konnten auch noch mit einem Tanz begeistern.

Anschließend tanzte die Prinzengarde des jungen Trifoliums, die „Schlossstadtmäuse“, die die jüngste Riege der „Tanzsportgemeinschaft der Grosse Bensberger“ (TSG) bilden. Nach ½ Stunde entließ der Präsident Kinderdreigestirn samt Hofrat und Prinzengarde und das Programm nahm seinen Verlauf.

Die Paveier, schon stürmisch empfangen, verdienten sich diesen Einzug, indem sie, wie es besser kaum geht, den Eisbrecher des Abends im wahrsten Sinne des Wortes spielten. Bekannte und neue Lieder wechselten ab, musikalisch und gesanglich hervorragend nahmen sie den Saal mit, der sie sechs Musiker nicht mehr von der Bühne lassen wollte, die den Zuspruch sichtbar und freudig genossen.

Nach lauter Musik und vielstimmigem Gesang bis Grölen kam Martin Schopps, ein Redner, der, ebenfalls Lehrer, seinem Vater, dem „Rumpelstilzchen“, früh nacheiferte, und wieder einmal zu großer Form auflief. All seinen Gags folgten Lachsalven, wobei mancher noch an einer Pointe schluckte, als Martin schon zwei weitere gebracht hatte.

Ein grandioses Feuerwerk hochdeutscher Ideen aus Schulalltag und anderen Lebenssituationen, gewürzt mit Liedern in Reimform und einer atemberaubenden Abfolge kölscher Karnevals-Titeln, mit denen er auswendig eine Geschichte erzählte. Einnehmend großartig.

Es ging auf 20:30 Uhr, und seine Fertigkeit R. F.-Qu. bereitete den Saal auf den Höhepunkt der Sitzung vor. Die Stunde des Dreigestirns hatte geschlagen, weshalb es mit seinen Adjutanten und der vielfüßigen Prinzengarde einzog, ¼ Stunde für einen Weg von 40 m bis zur Bühne brauchend.

Sie kommen aus der veranstaltenden KG Grosse Bensberger, weshalb das Volk ob des Lindwurms , angefangen mit Adjutant Martin Lucke über seine Deftigkeit, Bauer Manfred, Adjutantin Petra Held, Ihre Lieblichkeit Jungfrau Jutta, Adjutant Rainer Fiedler und seine Tollität Prinz Hanno I und Prinzenführer Michael Hiltscher kaum zu halten war.

Der Jubel, nach sechs Jahren wieder ein Bensberger Trifolium stellen zu können, wurde zu einem Sturm. Als die Drei mit ihrer/n drei Adjutantin/ten endlich auf der Bühne standen, wurden sie mit Hoch-Rufen des Elferrats und launigen Worten seiner Fertigkeit begrüßt. Es begann ein kurzes Zwiegespräch zwischen Prinz Hanno und seinem Präsidenten-Freund, worauf der Prinz seine Rede hielt.

Anfangs fester Stimme geriet ihm selbige im weiteren Verlauf immer sparsamer, und zum Schluss konnte er auch seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Das war ein sehr emotionaler Moment, in dem er seiner Familie, seiner Gesellschaft, der Prinzengarde und ganz Bensberg dankte und in den Arm nahm.

Nachdem der Prinz wieder bei Stimme war, kamen die beiden Lieder zum Vortrag, die das Dreigestirn im Gepäck hatten. Auf die Melodien von „Moskau“ von Dschingis Kahn und „Gimme!Gimme!Gimme!“ von Abba kam zunächst ein schmissiger Gesang zum Vortrag, dem ein etwas besinnlicherer Text folgte.

https://in-gl.de/stadtfuhrer/karneval/karneval-in-bergisch-gladbach-2018-2019/

Im Saal wurde kräftig mitgesungen, hatten viele doch die Songs schon gehört. Nach etlichen Alaafs auf das Publikum, die GBK, Bensberg, Gläbbich, die Prinzengarde und die Sitzung kam es zu den unvermeidlichen, gegenseitigen Ordensverleihungen und Umarmungen, die alle mit Sicherheit aus dem Herzen kamen.

Nach dem triumphalen Abzug des Trifoliums brachen sich die Männer und das Mädchen der „Kölner Funkenartillerie Blau Weiß“ Platz. „150 Mann un en Fahn vörren dran . . . „ im Wortsinn brachten sie die große kölsche Welt in das AMG.

Die Bühne reichte nicht, wie gewohnt, weshalb nur die Hüteren der Gesellschaft, dat Tanzmarie met singem Jung und die große Kapelle sich dort hinbegaben. Alle anderen Funken nahmen in den Zugängen links und rechts Aufstellung. Und dann jing et loss. Wenn gefühlte 100 Mann in alle möglichen Mundstücke blasen und Trömmelchen un decke Trumm geschlagen werden, kommt ein Sound zustande, der unnachahmlich ist. Die Blechmusik mag früher auch für gar nicht gute Veranstaltungen missbraucht worden sein. Trotzdem sind es erhabene bis ekstatische Klänge, die das Ohr beherrschen. Die Marie – in dieser Session zum letzten Mal – holte sich mit Ihrem Jung den verdienten Beifall ab, vom Präsidenten Blumen und zu seiner Trauer kein Bützchen, weil er zu hoch gewachsen ist und auch stand.

Dem Abmarsch dieses Kölner Traditionsvereins folgte erneut Lautes von vielen jungen Musikanten, aber sehr gut abgestimmt, äußerst lebendig und begleitet von einer Choreographie, die scheinbar chaotisch wirkte, aber niemand über den Haufen getanzt wurde.

„Druckluft“ hatte die Bühne erobert und versorgte das Publikum mit etlichen bekannten, teilweise in anderen Geschwindigkeiten und Zusammenhängen gespielten Melodien. Es wurde, da wo es ging, kräftig mitgesungen und geschunkelt und nach zwei Zugaben konnte „Druckluft“ von der Bühne ziehen.

Nun zog das Aushängeschild der Gesellschaft, die „TSG“ auf, und ein Ah und Oh ging durch den Saal. Zunächst des visuellen Eindrucks wegen begleiteten danach Szenenapplaus und belobigende Pfiffe die beiden gebotenen Tänze. Diese Truppe hat in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung zeigen können und die ganze GBK ist stolz und dankbar für diese Mädchen und Jungen bzw. Damen und Herren. Großes Lob für Leiterin und Trainerin mit Blumensträußen und Alaaf-Rufen.

Nach diesem Augenschmaus stellte sich ein, ja, schon Altmeister einer Zunft, der es leider an Nachwuchs fehlt, hinter das Mikrofon. Guido Cantz, hellblond wie immer – wie schaffen die Haare das dauernde Färben? – aber auch schlagkräftig und witzig wie immer. Ich sah ihn nun schon drei Mal in dieser Session, und in jeder Rede steckten ein paar Anekdoten, die man noch nicht gehört hatte. Zeitbedingt gab es nur eine Zugabe, aber die Besucher begleiteten Guido mit einem donnernden Applaus hinaus.

Erneut enterten sehr schöne Mädchen die Bühne. Die Cheerleader des 1. FC. Köln stellen mit ihren akrobatischen Darbietungen so manche professionelle Truppe in den Schatten. Obwohl der FC am Abend in Paderborn verloren hatte, konnte man das den Mädels nicht anmerken, die mit Anmut und einem stetigen Lächeln Ihre Show zu Auge brachten. Eine tolle Vorstellung, die so im Stadion leider nicht gezeigt wird.

Jetzt ist es „00:04“, meinte der Präsident und sagte die letzte Nummer dieses denkwürdigen Abends an. „Kuhl un de Gäng“ trieben den Menschen noch einmal das diesjährige Motto Bergisch Gladbachs in die Köpfe. „Mir rocke, mir rolle, mir fiere wie de Dolle“, diesen eingängigen Spruch lebten diese Herren und alles Volk stand auf den Stühlen. Singen, klatschen, tanzen waren angesagt, und ohne Denken an morgen gingen die Jecken mit.

Nein, das war nicht das Ende der Veranstaltung. Der Saal lehrte sich zwar jetzt, aber im Foyer ging es bei Karnevalsmusik, Kölsch und Häppchen weiter. Der Chronist war um 26:00 Uhr nicht der letzte, der die immer noch feiernden Besucher verließ. Es war sehr schön aber auch anstrengend – aber auch unvergesslich!

Rolf Havermann

wohnt seit 1982 in Bergisch Gladbach. Hat hier 30 Jahre lang sein eigenes Unternehmen geführt. War elf Jahre Vorsitzender eines Bensberger Karnevalsvereins. Ist nun dessen Ehrenvorsitzender und Rentner - und beschätigt sich seit Februar 2016 mit wachsender Intensität mit dem FNP.

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1 Kommentar

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  1. Lieber Rolf,
    wirklich treffend Dein Bericht zur Radio-Berg Kostumsitzung der Grosse Bensberger.
    Es war wirklich wieder ein Feuerwerk an Programmpunkten und ein ausserordentliches Publikum. Wir von der Grossen Bensberger bedanken uns gerne noch einmal bei diesem Publikum. Es hat jeden Programmpunkt mit gemacht und honoriert. Nicht umsonst kommen die Auftrittskräfte gerne nach Bensberg, da ihnen hier zugehört wird bzw. das Publikum immer dankbar mitfeiert.
    Vielen Dank an die Verantwortlichen für diese tolle Sitzung und an das phantastische Dreigestirn. Wir freuen uns auf weitere Veranstaltungen mit euch.
    Noch einmal Danke für Deine Zusammenfassung, lieber Rolf.
    3x Bänsberg Alaaf
    Thomas (Herrenreiter der Grosse Bensberger)