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Kultur zum Mitmischen: Forum der Kulturscouts

25 Museen, Theater und andere Kultureinrichtungen im Bergischen Land haben sich zusammen getan, um Schüler die Angst vor der Kultur zu nehmen, mit einer Vielzahl von Projekten. Beim Forum der Kulturscouts kamen jetzt die Schüler zu Wort.Text: Antje Schlenker-Kortum
Fotos: Helga Niekammer

Sechs Kreise und Städte der Region, haben sich zusammengeschlossen und die Kulturscouts gegründet. Mit einem gemeinsamen Förderantrag an das Land NRW konnte ein Gemeinschaftsprojekt realisiert werden, dass regionale Kulturorte und Schüler zusammenbringt. Zum Jahresforum im Bergischen Löwen wurde das Projekt vorgestellt und diskutiert.

Charlotte Loesch, Kulturreferentin RheinBerg, und Petra Oelschlägel, Leiterin der Villa Zanders, begrüßen Jana Schlote, Projektkoordinatorin der Kultur Scouts Bergisches Land.

Das Projekt besteht seit 2016 und wächst beständig weiter. Beim Forum stellt sich Jana Schlote als neue Projektkoordinatorin der Kulturscouts Bergisches Land vor. Auch Bergisch Gladbach ist mit zwei Kulturorten und einer Schule vertreten:

  1. Der Bergische Löwe, Veranstaltungsort des 4. Forum Kulturscouts bringt seinerseits das Projekt „Stars on stage” ein.
  2. Die Villa Zanders zeigt in ihren Räumen zwei Workshops, darunter das hauseigene Projekt “Wir sind alle verschieden”.

Charlotte Loesch, die neue Kulturreferentin des Rheinisch Bergischen Kreises als Nachfolgerin von Susanne Bohenkamp, war ebenfalls gekommen.

„Warum bin ich gerne ein Kulturscout”, diese und andere Fragen möchte Jana Schlote mit den Schülern auf der Meinungswetterkarte festmachen und diskutieren

Co Working – Kultur

Zum Start erklärt Jana Schlote, was sie persönlich an den Kulturscouts begeistert:

„Mein Herz klopft sehr dafür, dass grade Kulturorte und auch Museen ein spannender Ort für Jugendliche werden und nicht vielleicht nur ein Ort für eine bestimmte Bildungsschicht. Das besondere sei,  dass so viele Komunen zusammenarbeiten.”

Schlote freut sich über 48 Kulturscout-Klassen, von Mettmann bis Nümbrecht, von Bergisch Gladbach bis Remscheid, Solingen oder Wuppertal. Das Projekt habe sich im vierten Jahr bewährt und biete ein vielfältiges Programm, das sich leicht in den Unterricht integrieren lasse und teils sogar von den Schülern entschieden werden dürfte.

Es würde von Schülern und Lehrern gern als außerschulische Lernumgebung genutzt. Besonders beliebt seien gerade Planetarium, das Deutsche Klingenmuseum Solingen oder das LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs. Aber vor allem die Theaterangebote holen gerade sehr auf.

Jana Schlote erklärt, was sie sich von den Jugendlichen und auch von den Lehrern für das heutige Forum erhofft. „Es geht darum, dass sie auch mal die Stimme erheben und uns darauf hinweisen, was soll sich verändern und was darf so bleiben.“

Auf einer Art Meinungswetterkarte, werden dann Meinungen, Erfahrungen, Anregungen eingeholt, diskutiert und es wird für die Zukunft geplant, um noch besser zusammenzuarbeiten. Das Fazit der Projektetage zeichnet sich aber schon ab, zumindest aus Sicht der Lehrer und Schüler: Je öfter desto besser.

Schulen, die schon länger dabei sind, berichten, dass diese praktische und experimentelle Art der Veranstaltungen helfe, die Hemmungen gegenüber der Kultur abzubauen. Von wegen, hier müsse man „gut angezogen oder besonders leise sein”, fügt Schloter hinzu.

Veranstaltungsorte sind der Bergische Löwe und die Villa Zanders, 90 Schüler werden in sieben Workshops aufgeteilt

Beteiligt sind 25 Kulturpartner, mit jeweils zwei Kulturangeboten, darunter Museen für Kunst, Geschichte Handwerk oder auch Orchester, Theater oder das Planetarium. Einzige Vorgabe an die Kulturorte sei die Orientierung an der Lebenswelt der Jugendlichen und ein hoher Praxisanteil. „Wenn man Schüler für Kultur begeistern möchte, braucht das einen ganz individuellen Bezug und ein Konzept, das eine Interaktion vorsieht“, erläutert Schlote.

Die Kosten werden zur Hälfte getragen von den Ministerien für Kultur und Wirtschaft des Landes NRW. Den Restbetrag müssen die Kulturpartner mit eigenen Mitteln und Drittmitteln stemmen.

Schulen und Klassen können sich einmal im Halbjahr um eine Exkursion zu den Kulturorten bewerben. Die Plätze sind je nach jährlicher Förderhöhe begrenzt. Maximal zweimal im Jahr können die bewilligten Kulturscoutklassen mit ihrem Lehrer nutzen. VRS und VRR und angeschlossene Nahverkehrsunternehmen ermöglichen eine kostenfreie Nutzung von Bus und Bahn.

Auf der Webseite finden sich bereits viele begeisterte Berichte, Fotos, Zeichnungen, Magazine, die ausschließlich von Schülern verfasst wurden. Darauf bestehe sie, und man lese das auch raus, wenn es die Lehrer geschrieben haben, scherzt Schlote.

Sechs Schüler, aus 14 Klassen, aus fünf Kreisen arbeiteten exemplarisch an einen der sieben transportierten Kulturorte, die im Bergischen Löwen und in der Villa Zanders aufgebaut waren

Lernstationen als Appetitanreger

Im Bergischen Löwen und in der Villa Zanders  stellten sich sieben der insgesamt 24 Kulturorte mit ihren Schülerangeboten vor. Eingeladen waren mehr als 90 Kulturscouts, Schüler der siebten bis zehnten Klassse aus 14 Schulen. Die kleinen Delegationen mit jeweils 5 bis 9 Schülern und ihren Klassenlehrern kamen aus Schulen aus Remscheid, Solingen, Wuppertal, aus dem Kreis Mettmann und aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis, darunter auch aus der Nelson-Mandela-Gesamtschule Bergisch Gladbach.

Getreu dem diesjährigen Motto „Mitmischen“, beginnt das gemeinsame Forum mit der Diskussion um das gemeinsame Plakat. Die Scouts wählten aus drei vorgestellten Plakatentwürfen womit die Kulturscouts weiter Werbung um Unterstützung machen werden. Eine kluge und demokratische Sache, denn alleine könne keiner dieser Kulturorte und auch keine Schule derart vielfältige Projekte finanziell und personell stemmen.

Auch wenn die heutigen Workshops den harmonischen Anschein einer heterogenen Gruppe machen, die  Schüler sind anlässlich des Forums hier und gemischt aus verschiedenen Schulformen. Normalerweise sind es entweder Förderschulen oder Regelschulen, die am Programm teilnehmen. Es war auch eine inklusive Gruppe da, doch das ist nicht die Regel. Auch darum soll es im Forum und anschließenden Plenum gehen. Wie könnte man eine Mischform aus Regel- und Förderklassen realisieren?

Wir sind alle verschieden
Kunstmuseum Villa Zanders

Angeregt von Tina Haases Objekten fertigen die Schüler Skulpturen aus Alltagsgegenständen. Die Kunstlehrerin Sophie Scholl Geamtschule aus Remscheid schätzt die Inputs und das reichhaltige Sammelsurium zum Arbeiten.

Stars on stage – von der Bühnenanweisung zum Konzertabend.
Bürgerhaus Bergischer Löwe Bergisch Gladbach

Am Beamer zeigt der Bergische Löwe einen Plan zur Veranstaltung der Acappella Band „Alte Bekannte“. Es wird hinter die Kulissen geschaut, um später potentiellen Berufen bei der Arbeit über die Schulter zu sehen.

Workshop Süßes Cromford: Entschlüsselt das Geheimnis um Sophies rätselhaften Brief
LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford

„Anis, Pfeffernüsse…Steht da weiß überzuckerte Mandeln?“ In altdeutscher Schrift liegt ein Brief von Fabrikbesitzerin Sophie Brügelmann vor, der von den Schülern dechiffrieret werden soll.

Alte Schule
Historisches Zentrum Wuppertal

Schüler schreiben mit Kreide auf Schiefertafeln, denn Pergament ist teuer. Schule zu Zeiten der Industrialisierung hautnah. Wie lebten Kinder damals, wie arbeiteten sie? Nur gut, dass der Lehrer etwas netter ist, denn Prügelstrafe war damals Erziehungsmethode Nummer eins.

Alles Zukunft, oder was?
Wuppertaler Bühnen und Synfonieorchester GmbH

10, 9, 8, … Der Countdown wird runtergezählt. Schüler rennen, um ihre Worte über Zukunft niederzuschreiben. Worauf freu ich mich und wovor habe ich Angst, wenn es um Zukunft geht? Interaktiv werden Szenen erfunden über eine Welt in hundert Jahren.

Eine Druckmaschine aus dem 3D-Drucker
LVR Industriemuseum Papiermühle Alte Dombach

Ein Pilotprojekt: Das erste Mal konnte mittels 3D Drucker eine Tiefdruckmaschiene gedruckt werden. Auch die Druckplatten für den Tiefdruck sind gedownloaded und 3D gedruckt. Damit können alle Schüler selbst erstmal  zweidimensionale drucken, erklärt Maximilian Kraus, FSJ-ler des Museums.

Snarfblatt und Dingelhopper
Museum Schloß Homburg.

Auch ein Museum muss sich fragen „warum stell ich das aus, was ist spannend daran“. Anhand von historischen Museumsstücken werden fiktive Geschichten erzählt. Wie zum Beispiel der „Lockomato 3000, er stammt auch aus dem Jahr 3000 v.Chr., und er ist von den Höhlenmenschen erfunden worden“ Maria, Emilia und Kiara, und führen das Gerät am eigenen Haar vor.

24 Kulturorte

Eine Liste mit Beschreibungen finden sie auf der Kulturscoutseite.

  • Begegnungsstätte Alte Synagoge
  • Bergische Symphoniker – Orchester der Städte Remscheid und Solingen
  • Deutsches Klingenmuseum Solingen
  • Deutsches Röntgen-Museum
  • Deutsches Schloss- und Beschlägemuseum
  • Historisches Zentrum / Deutsches Werkzeugmuseum
  • Kunstmuseum Solingen
  • Kunstmuseum Villa Zanders
  • LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland – Außenstelle Overath und Gut Eichthal
  • LVR-Freilichtmuseum Lindlar
  • LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs
  • LVR-Industriemuseum Kraftwerk Ermen & Engels
  • LVR-Industriemuseum Papiermühle Alte Dombach
  • LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford
  • Museum Haus Dahl – Historisches Bauernhaus
  • Museum und Forum Schloss Homburg
  • Neanderthal Museum
  • Schulmuseum Bergisch Gladbach – Sammlung Cüppers
  • Stellarium Erkrath – das Planetarium der Sternwarte Neanderhöhe Hochdahl e. V.
  • Teo Otto Theater der Stadt Remscheid / Westdeutsches Tourneetheater Remscheid
  • Theater und Konzerthaus Solingen
  • Von der Heydt-Museum Wuppertal
  • Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester

Liste teilnehmender Schulen 2017718:

Rheinisch-Bergischen Kreis:

Albert-Einstein-Schule des Rheinisch-Bergischen Kreises, Rösrath
Johannes-Löh-Gesamtschule Burscheid
Gesamtschule KürtenLeonardo da Vinci Sekundarschule, Overath
LVR-Paul-Klee-Schule, Leichlingen
LVR-Schule am Königsforst
Nelson-Mandela-Gesamtschule Bergisch Gladbach
Sekundarschule Wermelskirchen
Städtisches Gymnasium Wermelskirchen

Kreis Mettmann
Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasium, Ratingen
Friedrich Ebert Realschule, Ratingen
Förderzentrum West, Mettmann
Gesamtschule Heiligenhaus
Geschwister-Scholl-Gymnasium, Velbert
Hauptschule „Zum Diek“, Haan
Heinrich-Heine-Gymnasium, Mettmann
Helmholtz-Gymnasium, Hilden
Schule an der Virneburg, Langenfeld (Rheinl.)

Oberbergischer Kreis
Förderschule Nordkreis, Hückeswagen / Radevormwald
Freies Christliches Gymnasium Gummersbach
Freie Waldorfschule Oberberg, Gummersbach
Gemeinschaftsschule Morsbach
Gesamtschule Waldbröhl
GHS Bergneustadt
Realschule Gummersbach-Steinberg
Sekundarschule Engelskirchen
TOB-Sekundarschule Wiehl

Remscheid
Albert-Einstein-Schule, Städtische Gesamtschule Remscheid
Albert-Schweitzer-Realschule
Alexander von Humboldt-Realschule
Bildungslandschaft Lennep: Röntgen-Gymnasium Remscheid und Ganztagshauptschule Hackenberg
Ernst-Moritz-Arndt Gymnasium
Nelson-Mandela-Schule, Städtische Sekundarschule Remscheid
Sophie-Scholl-Gesamtschule

Rheinisch-Bergischer Kreis
Albert-Einstein-Schule des Rheinisch-Bergischen Kreises, Rösrath
Johannes-Löh-Gesamtschule Burscheid
Gesamtschule Kürten
Leonardo da Vinci Sekundarschule, Overath
LVR-Paul-Klee-Schule, Leichlingen
LVR-Schule am Königsforst
Nelson-Mandela-Gesamtschule Bergisch Gladbach
Sekundarschule Wermelskirchen
Städtisches Gymnasium Wermelskirchen

Solingen
Alexander-Coppel-Gesamtschule
Carl-Ruß-Schule
Erika-Rothstein-Schule
Friedrich-Albert-Lange-Schule
Geschwister-Scholl-Schule Städt. Gesamtschule Ohligs
Gymnasium Vogelsang
Humboldtgymnasium
Realschule Vogelsang
Sekundarschule Solingen

Wuppertal
Gesamtschule Barmen
Gesamtschule Else Lasker-Schüler
Gesamtschule Langerfeld
Realschule Hohenstein
Städtische Erich-Fried-Gesamtschule Ronsdorf

Weitere Informationen:

Kontakt
Jana Schlote
Projektkoordinatorin KulturScouts Bergisches Land
Telefon: 02202 13 23 51
E-Mail: kulturscouts@rbk-online.de

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16Jul19:30Gespräche im Roten SalonVortrag zur Malerei von Howard Smith

17Jul15:00Rathausführung

17Jul20:00Sommerkonzert „Streicheleinheiten für die Seele"

18Jul15:00- 17:00Kunstgenuss, Kaffee und KuchenFührung durch Ausstellung Howard Smith

18Jul19:30Stammtisch des Ganey-Tikva-Vereins

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