Dinge, die man angeblich nicht sagen darf, hat Kabarettist Ferdinand Linzenich für sein Programm „Vorsicht bissiger Mund” angekündigt. Doch besonders gut kommt er beim Publikum an, wenn er in Kindheits-Erinnerungen schwelgt. 

Mit einer gehörigen Portion Ironie spricht Kabarettist Ferdinand Linzenich aus, „was man nicht mehr sagen” darf. „Vorsicht bissiger Mund“ heißt sein Programm, das im Januar Premiere hatte und am 14. Oktober im Bergischen Löwen nochmals serviert wurde.

Obwohl Monate seit der Premiere „Satirische Bekenntnisse eines Mutbürgers“  vergangen sind, war der Abend nicht weniger scharf gewürzt.

Ferdi, so nennen ihn seine Fans schlüpft zum Auftakt des Programms in das  Deutschland-Fahnen-Sakko mit ergänzend schicker Krawatte. Sobald das Licht der Scheinwerfer ihn einfängt, startet das lebhafte Bühnenprogramm.

Bissig schon der Einstieg in die Programmebene: Kann man in Deutschland ein Patriot sein, ohne in die rechte Ecke gestellt zu werden oder aus der linken herausgeworfen zu werden? Und wie steht es denn um unsere Nationalhymne. Vielleicht auch mal was Neues?

Linzenich hat sich Gedanken gemacht wählt den Titel „Ein bisschen Spaß muss sein“ und kommentiert „denn den versteht hier ja eh keiner mehr“. Applaus folgt!

Meine Sitz-Nachbarin verrät mir: Ich liebe die Beiträge rund um Ferdis Leben/Alltag einst und heute. Erzählungen aus seiner Kindheit – als die Welt noch anders in Ordnung – war.

Und zugegeben, diese Programmelemente füttern die Lachmuskeln. Begeisterung über Begriffe wie Gilb, Priel, Persil und Dr. Oetker. Wie sah es in der guten alten Zeit für die Jugend aus? Was war erlaubt, was nicht?

Verbote Jungs: Blaue Briefe, Widerworte und lange Haare. Verbote Mädchen: Blaue Briefe,  Widerworte, kurze Haare! Heute hingegen dürfen Kinder alles außer sich ungesund ernähren, alleine zur Schule gehen und nach der mittleren Reife einen Handwerksberuf erlernen.

Die musikalische Gestaltung der Kabarett-Reise durch viele Themenbereiche – Emanzipation, Alltag, Politik, Nachdenkliches, Multi-Kulti, Bürokratismus und mehr – begeisterte die Gäste. Texte: Thomas Brückner & Ferdinand Linzenich, Musik Didi Hamann.

Grandios – Ferdinand Linzenich in der Rolle des geschickten Gastronomen in dem Sketch „Multikulti beim Italiener“ Ebenso überzeugend die gesangliche Darbietung (mit geändertem Text) der Eröffnungsarie aus dem Barbier von Sevilla .

Musikalisch auch die Zugabe: „Zum Schluss möchte ich noch Danke sagen. Ihr bleibt ein Teil von meinem Leben, weil ich mir sicher bin, dass wir uns Wiedersehn“.

Wiedersehen kann man Ferdinand Linzenich in Bergisch Gladbach im Bürgerhaus Bergischer Löwe bereits am Sonntag, 1. Dezember im Rahmen einer Matinee /Weihnachtslesung, die um 12 Uhr beginnt.

Helga Niekammer

ist freiberufliche Journalistin (Text und Bild), weitere Berichte und Fotos finden Sie auf bensberg-im-blick.de.

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