Geschwungene Wege, lebhafte Bepflanzungen: Mit den „Gärten der Erinnerung“ bekommt der Friedhof St. Laurentius ein neues Grabangebot. Besonders ist nicht nur die Optik – es gibt auch keine Pflegeverpflichtung für die Angehörigen.

Schon seit Mitte Juli laufen auf dem Friedhof der Katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius die Bauarbeiten für ein neuartiges Grabangebot. Nun fand der symbolische Spatenstich für die „Gärten der Erinnerung“ statt.

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Die „Gärten der Erinnerung“ sind umgestaltete Friedhofsflächen, die einem Landschaftsgarten nachempfunden sind. Darin sind verschiedene Formen der Erdbestattung und Urnenbeisetzung möglich. Im Unterschied zu einer klassischen Friedhofsgestaltung liegen die Gräber nicht abgegrenzt voneinander in langen Reihen, sondern folgen dem geschwungenen Verlauf der Wege und Beetanlagen.

Zusätzliche Gestaltungselemente wie Stege, Bänke und lebhafte Stauden- und Gehölzpflanzungen geben der Gesamtanlage eine besondere Atmosphäre, sagt Lutz Pakendorf von der Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner.

Außen: Mitarbeiter des ausführenden GaLaBau-Unternehmens „Die Gartenprofis“; mittig (v.l.n.r.): Lutz Pakendorf, Geschäftsführer Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner eG; Marc Zillken, Inhaber Friedhofsgärtnerei Zillken GmbH und Vorsitzender der Genossenschaft; Norbert Kemper, Vorsitzender des Friedhofsausschusses der Kath. Kirchengemeinde St. Laurentius

Alle Grabstätten in den „Gärtner der Erinnerung“ sind von einer Pflegeverpflichtung für die Angehörigen befreit – die Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner ist in Zusammenarbeit mit der betreuenden Friedhofsgärtnerei Zillken für die Dauergrabpflege zuständig.

Mit diesem Schritt möchte die Kirchengemeinde auch ein deutliches Zeichen für den Erhalt einer lebendigen Friedhofs- und Bestattungskultur setzen. Denn, so Pakendorf: Die zunehmende Mobilität der Bevölkerung, die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die permanente Zeitknappheit und immer häufiger auch die bewusste Entscheidung für das Singledasein bestimmten die Gedanken der Bürger, wenn es um Überlegungen zur Bestattung von Angehörigen oder die eigene Bestattungsvorsorge gehe.

Beim Erwerb einer Grabstätte in den „Gärten der Erinnerung“ werden neben dem Nutzungsrecht (für bis zu 25 Jahre) auch das individuelle Grabmal und die gärtnerische Pflege für den gesamten Nutzungszeitraum erworben.

In Flur 5 auf dem Friedhof St. Laurentius werden nun 125 Grabstellen nach dem Gestaltungskonzept „Fluss des Lebens“ für Sarg und Urne eingerichtet. Sie können sowohl zu Lebzeiten reserviert als auch im akuten Todesfall erworben werden. Jedes zugelassene Bestattungsunternehmen aus der Region kann in den „Gärten der Erinnerungen“ Bestattungen durchführen.

Der Entwurfsplan:

Weitere Informationen und Bilder finden sich auf der Webseite der Kölner Bestattungsgärten.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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2 Kommentare

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  1. Da muss man allerdings schon genau hinsehen: Die Verpflichtung zur Pflege entfällt nicht wirklich, sondern man beauftragt letztlich eine Firma mit der Pflege; man muss also lediglich nicht mehr selbst mit Pflanzschaufel und Gießkanne auf den Friedhof gehen. So wird dann auch nicht freundlicherweise irgendwie „neben dem Nutzungsrecht (…) die gärtnerische Pflege für den gesamten Nutzungszeitraum erworben“, sondern sie wird – ein wenig nüchterner und präziser ausgedrückt – tatsächlich für diesen Zeitraum vorausbezahlt.

    Im Grunde ist es dasselbe Konzept wie bei den gestalteten Urnenfeldern auf dem Refrather Friedhof: Alles ist sehr schön angelegt und wird liebevoll gepflegt, aber wenn die Rechnung auf dem Tisch liegt, wird der eine oder andere schon schwer schlucken und das Sparschwein schlachten müssen.

    Bitte nicht missverstehen: Das Konzept hat seine Berechtigung, aber man muss sich eben im Klaren sein, dass man leicht eine fünfstellige Summe auf den Tresen blättern muss, wenn man das bucht.

    Wenn man das will und kann, ist es allemal besser, als wenn die Sorge um das Grab im Laufe der Zeit immer stärker vernachlässigt wird. Ich muss dabei immer daran denken, dass ich lange Zeit beim Besuch am Grab meines Vaters eine Grabstelle in der Nähe gesehen habe, die völlig zugewuchert und verwildert war – und auf dem Grabstein war zu lesen: „Wir werden dich nie vergessen“.

  2. Eine wunderbare und zeitgemäße Idee. Reichlich Raum für die Pflege der Friedhofs Infrastruktur bietet sich ebenfalls im Bereich des Zugangs von der Röntgenstrasse an. Dieser Bereich wird immer wieder vernachlässigt. Ungepflegt Wege, Seitenränder und Freiflächen sprechen für sich. Bedauernswert wer hier ein Grab für die nächsten Jahrzehnte halten muss.
    Mit freundlichen Grüßen
    N. Weber