Christian Buchen mit dem Parteivorsitzenden Thomas Hartmann (l.) und Bürgermeister Lutz Urbach

Die CDU hat Christian Buchen mit sehr großer Mehrheit zum Kandidaten für die Bürgermeisterwahl im Herbst 2020 gewählt. Dann will er mit seiner Heimatnähe punkten.

Für Buchen stimmten 151 Mitglieder. Gegenkandidat Oliver Renneberg kam bei der Mitgliederversammlung im Bergischen Löwen auf 38 Stimmen. Als seine Schwerpunkte nannte der 39-jährige IT-Experte Buchen Verkehr & Mobilität, eine gute Kinderbetreuung von der Kita bis zur Schule, eine moderne Verwaltung, ein Ehrenamtsbüro, die Bewahrung des Charakters der Ortsteile sowie Sicherheit & Sauberkeit.

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Thomas Hartmann, Vorsitzender der CDU, bedankte sich für die faire Auseinandersetzung; ab Donnerstag werde die Partei geeint in den Wahlkampf gehen. Hartmann wies darauf hin, dass es auch für die CDU nicht leicht sei, genug und gute Kandidaten für den Bürgermeisterposten, die Ratsmandate und die Sitze im Kreistag zu finden. Hauptgrund dafür sei, dass (auch ehrenamtliche) Lokalpolitiker im Internet immer häufiger Zielscheibe von Angriffen seien.

IT-Spezialist, Ehrenamtler und Karnevalist

Buchen ist Wirtschaftsinformatiker aus Herkenrath und koordiniert für einen Schweizer Konzern aus dessen Kölner Büro heraus große IT-Projekte.

Der 39-Jährige kommt aus der KJG und übt eine Vielzahl von ehrenamtlichen politischen Ämtern aus: als stellvertretender Fraktionsvorsitzender, als stellvertretender Kreisvorsitzender und nicht zuletzt als Vorsitzender des wichtigen Ausschusses für Umwelt, Klima, Infrastruktur und Verkehr. Und er ist Karnevalist mit Leib und Seele.

Buchen begründet seine Bewerbung mit einem Spagat, mit der er immer weniger klar komme: Er betreibe seine ehrenamtlichen Aufgaben mit großem Einsatz, neben dem ebenso großen beruflichen Engagement. Jetzt sei es an der Zeit gewesen, sich für eins von beiden zu entscheiden. „Ich will gestalten, führen und Verantwortung tragen – und das sehr gerne als Bürgermeister in meiner Heimatstadt Bergisch Gladbach”, sagte Buchen.

Die inhaltlichen Schwerpunkte

Buchen nennt Mobilität und Verkehr an erster Stelle bei seinen inhaltlichen Schwerpunkten. Dicht dahinter folgt die Modernisierung der Verwaltung, worunter er vor allem eine Optimierung der Prozesse durch den Einsatz von IT versteht. Also Digitalisierung.

Besonderen Wert legt der Wirtschaftsinformatiker Buchen aber auf ein emotionales Thema: Die Bergisch Gladbacher müssten ein positives Gefühl für ihre Stadt und ihr Veedel entwickeln, gerade beim Gemeinschaftsgefühl für die ganze Stadt sei noch viel zu tun.

„Damit die Bürger stolz auf Bergisch Gladbach sind, müssen die Stadt sauberer und sicherer werden, wir brauchen aber auch mehr Kita-Plätze”, so lautet Buchens Übersetzung des CDU-Slogans „Metropolnahes Wohnen im Grünen”.

Gegen den Kandidaten der voraussichtlichen Ampel-Koalition, Frank Stein, sieht sich Buchen in einem entscheidenden Punkt im Vorteil: „Die Wähler wollen jemanden, der hier aufgewachsen ist, der sich hier gut auskennt, der bei den Veranstaltungen greifbar ist”, sagt Buchen. Und dazu müsse ihn niemand treiben: „Ich mache das gerne.”

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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5 Kommentare

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  1. Warum wird bei Herrn Buches alles so Kritisch beäugt. Ein Häkchen in der Suppe kann man immer finden, wenn man nur lange genug sucht. Herr Buches bringt meiner Meinung nach genügend Kenntnisse zur Leitung einer grossen Verwaltung mit. Es ist schon lange im Stadtrat, ist in wichtigen Ausschüssen und besitzt enge Kontakte zur Verwaltung, die er leiten und führen möchte und soll. Ausserdem ist er bereit zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und daraus Handlungsmaxime zu entwickeln. Wir Menschen sollten ein Lebenslang lernbereit sein. Diese wichtige Fähigkeit sehe ich bei Herrn Buches gegeben. Ich bin froh und dankbar, dass er diese Aufgabe mit Lust und den nötigen Kenntnissen und Fähigkeiten angeht.

  2. Klima- und Umweltschutz findet man leider nicht bei den Prioritäten von Herrn Buchen. Damit tritt er in die Fußstapfen von Herrn Urbach, der immer wieder betont hat, dass Klimaschutz „nicht Kernaufgabe einer Kommune“ sei.

    Ob das zeitgemäß ist, mag dahin gestellt sein. In jedem Fall aber steht es im Widerspruch zur CDU in Bergisch Gladbach, die gerade innerhalb der letzten Monate versucht hat, sich ein „grünes“ Image zu geben.
    Zur Entscheidung des Stadtrates, der für Bergisch Gladbach den Klimanotstand („Climate Emergency“) erklärt hat, passt es ohnehin nicht.

    Außerdem kann man sich fragen, ob ein Bürgermeister nicht doch Erfahrungen mitbringen muss in der verantwortlichen Führung größerer Verwaltungsorganisationen. Schließlich ist die Stadt Bergisch Gladbach einer der größten Arbeitgeber im Rheinisch Bergischen Kreis, mit mehreren hundert Millionen Euro „Umsatz“, mit mehreren Beteiligungsunternehmen und mit mehr als tausend Mitarbeiter*innen.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass man als Bürgermeister die Gelegenheit bekommt, diese Führungsaufgabe zu lernen. Das müsste man bei Arbeitsantritt sicherlich schon können…

    Vielleicht kann Herr Buchen diese Aspekte ja in seine zukünftigen Diskussionen aufnehmen.

  3. Sehr geehrter Herr Heinrich, Ihre Erinnerung ist falsch. Für die Sanierung des Stadiondachs war vor fünf Jahren die Sanierung der Turnhalle in Sand zurück gestellt worden. Inzwischen ist sie aber von Grund auf saniert worden und wieder eröffnet. Auch die Sanierung der Schulen ist (mit vielen Verzögerungen) angelaufen: im Moment werden die Otto-Hahn-Schulen quasi neu gebaut, anschließend ist das NCG dran, für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag.

  4. Vernünftige Investitionen in gute Straßen mit Fahrradwegen und Schulen, die sauber und sicher sind, das sind Dinge, die liegen mir sehr am Herzen.
    Meiner Erinnerung nach, stand vor einigen Jahren die Möglichkeit der Sanierung einer Schule gegen die Überdachung für die Zuschauer unseres Fussballstadions zu Auswahl.
    … wir haben heute die Überdachung!
    So geht das nicht.
    Wenn noch ein wenig mehr Zeit verstreicht, gibt es Schulabgänger, die kennen als Räumlichkeiten nur Provisorien.

  5. Bergisch Gladbach verfügt schon seit Jahren über landesweit weit unterdurchschnittliche Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Bei Ausgaben, die, wie ja auch immer wieder kommuniziert wird, fast vollständig auf kommunalen Pflichtaufgaben beruhen, sollte (endlich mal) der Fokus auf die Verbesserung der Einnahmesituation gelegt werden, um vielleicht einmal finanziell handlungsfähig zu werden. Ansonsten bleiben nicht nur die geäußerten nice-to-haves, sondern auch die viel wichtigeren Investitionen in Schulen und Infrastruktur auf der Strecke. Hier hätte ich mir Schwerpunkte eines Mannes „aus der Wirtschaft“ gewünscht.