Judith Klaßen, John David Seidler und Ute Berzbach

„Das Wunder von Taipeh“ heißt der Dokumentarfilm, in dem Regisseur John David Seidler auf die Spuren der Frauenfußballmannschaft der SSG 09 geht. Kinostart ist in Bergisch Gladbach, zur Premiere kommen auch die Weltmeisterinnen von 1981 selbst.

„Die Geschichte der Frauenfußballmannschaft der SSG 09 ist eine der großen Sportgeschichten, die wir in Deutschland haben, die aber nie ausreichend gewürdigt worden ist. Der Kino-Dokumentarfilm „Das Wunder von Taipeh” macht somit etwas sichtbar, was bislang zu Unrecht in Vergessenheit geraten war“, so beschreibt Regisseur John David Seidler seinen Film.

Es geht darin um den langen Weg der Fußballerinnen der SSG 09 Bergisch Gladbach bis zum historischen Sieg der Vereinsmannschaft bei der Weltmeisterschaft im Jahr 1981. Das Turnier fand in Taiwan statt, das endscheidende Gruppenspiel wurde in Taipeh mit 4:0 gegen die Niederlande gewonnen.

Eine Deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen gab es damals nicht. Überhaupt war Frauenfußball nicht selbstverständlich im Männersport. Erst im Oktober 1970 – also heute vor 50 Jahren – war das Fußballverbot für Frauen aufgehoben worden. Und erst im Anschluss an den Triumph von Taipeh gründete der DFB eine Frauennationalmannschaft.

Frauen haben Pionierarbeit geleistet

Am 27. Februar 2020 startet Seidlers Dokumentarfilm DAS WUNDER VON TAIPEH bundesweit in ausgewählten Kinos. Die Filmverleihfirma mindjazz pictures aus Köln präsentiert an dem Donnerstagabend mit der Stadt Bergisch Gladbach in Bergisch Gladbach die besondere Kinostart-Premiere.

Beim Pressetermin im Cineplex Bensberg informierten Ute Berzbach vom Kinobetreiber Brunotte Filmtheater GmbH, der Regisseur John David Seidler sowie die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bergisch Gladbach, Judith Klaßen, über die Veranstaltung

„Gleichbehandlung im Fußball ist ein wichtiges Thema bis heute“, erläuterte die Gleichstellungsbeauftragte. „Der Frauenfußball hat sich in den letzten fünf Jahrzehnten gut entwickelt, aber bis heute sind die Akzeptanz und die Möglichkeiten nicht so, wie sie sein könnten. Die Frauen, die vor fast 40 Jahren Weltmeisterinnen geworden sind, haben Pionierarbeit geleistet“, erläuterte Judith Klaßen die Bedeutung des Films.

„Von der ersten Idee zu einem Dokumentarfilmprojekt bis zum letzten Schnitttag sind dreieinhalb Jahre vergangen“, beschrieb John David Seidler seine Arbeit. Nach einem Kaffee mit Wolfgang Bosbach, der ihm die Anekdote von der Weltmeisterschaft erzählte, reifte die Idee, sich auf die Spuren der Fußballerinnen zu machen.

Bosbach war Anfang der 1980er-Jahre bei der SSG 09 im Vorstand aktiv und ab 1982 auch 1. Vorsitzender.

Filmemacher Seidler kontaktierte die Spielerinnen und lud sie ein, das Filmprojekt kennenzulernen. „Wir waren zusammen beim DFB-Pokalfinale der Frauen 2018 in Köln und konnten uns so gut kennenlernen“, erinnerte sich der Filmemacher.

Er recherchierte, plante und drehte in der Folgezeit, zehn Tage davon sogar in Taiwan. Dabei unterstützte auch die Stadtverwaltung Bergisch Gladbach, insbesondere das Stadtarchiv und die Sportverwaltung.

„Der Film wurde von der Kölner Produktionsfirma Corso Film produziert und von der Film- und Medienstiftung NRW gefördert, als Co-Produzenten waren der WDR und 3Sat beteiligt“, erläuterte John David Seidler weiter.

Der Film, der bereits sehr erfolgreich auf mehreren Filmfestivals präsentiert wurde, erwartet nach dem Kinostart in Deutschland auch noch eine internationale Auswertung. Denn durch die Festivalpräsentation wurde auch das Goethe-Institut auf das Projekt aufmerksam und hat die Lizenzen erworben, um den Film in seinen 159 weltweiten Instituten aufzuführen.

Premiere mit den Weltmeisterinnen

Bei der Kinopremiere am 27. Februar wird der 42-Jährige Regisseur begleitet von den Hauptdarstellerinnen von damals, den Fußball-Weltmeisterinnen sowie zahlreichen Zeitzeugen und Unterstützern.

„Anne Trabant-Haarbach, Monika Steinmetz, Doris Kresimon, Ingrid Nandzik, Brigitte Klinz, Hannelore Geilen, Hildegard Frauenrath, Petra Landers, Erika Neuenfeldt, Ursula Schulzke und Angelika Budny haben ihr Kommen zugesagt“, kündigte der Regisseur an.

Bürgermeister Lutz Urbach wird um 18 Uhr die geladenen Gäste und die Filmakteure begrüßen. Anschließend werden die Fußballerinnen und die Filmcrew sich ins Gästebuch der Stadt Bergisch Gladbach eintragen. Die WDR-Sportmoderatorin Okka Gundel wird den Abend moderieren.

Nach dem Film, der um 19 Uhr gezeigt wird, werden Regisseur und Spielerinnen für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung stehen.

„Uns war wichtig, dass auch Fußballerinnen aus Bergisch Gladbach mit im Kino sitzen werden“, betonte Judith Klaßen, daher stehen die Frauen-Fußballvereine aus Bergisch Gladbach auf der Gästeliste und habe auch schon Zusagen gegeben.

„Es ist wirklich toll, dass wir den Film in Bergisch Gladbach hier zum Film-Start zeigen können, viele Menschen in der Stadt erinnern sich noch gut an die goldenen Fußballzeiten der SSG 09“, resümierte die Vertreterin der Stadt.

Weitere Termine

„Die 50 Kaufkarten für die Premiere am 27. Februar im großen Kinosaal sind leider schon vergriffen“, erläuterten die Veranstalter. Deshalb zeigt das Cineplex Bensberg den Film nun am gleichen Abend leicht zeitversetzt um 20 Uhr noch in einem weiteren Saal. Regisseur und Fußballerinnen werden nach dem Film auch in diesem Saal das Publikum begrüßen und für ein Filmgespräch bereitstehen.

„Wir wollen an diesem Premierenabend gemeinsam mit den Gladbachern feiern, was hier vor fast 40 Jahren bewegt wurde“, so Regisseur John David Seidler.

Karten sind ab sofort online im Vorverkauf des Cineplex Bensberg erhältlich.

Der Film wird dort auch an zwei weiteren Terminen gezeigt. Zum einen am Sonntag, den 1. März 2020, um 11 Uhr, sowie am Dienstag, den 3. März 2020, um 18.30 Uhr.

Weitere Termine in anderen Kinos in Deutschland und der Region sind über die Website der Filmverleihfirma abrufbar.

Pressestelle Stadt BGL

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