Eigentlich stellt Joke Maschinen und Anlagen her. Doch in der Corona-Krise zeigt sich das Unternehmen flexibel, entwickelt innerhalb von zehn Tagen einen Schutzkittel sowie die entsprechende Anlage – und legt los. 60.000 dringend benötigte Kittel werden jetzt pro Tag hergestellt.

Das Unternehmen in Herkenrath ist Spezialist für Anlagen und Geräte zum Folienschweißen. Doch dann löste die Frage der Rheinisch-Bergischen Wirtschaftsförderung (RBW), welche Unternehmen Schutzkleidung produzieren könnten, einen riesigen Kreativitätsschub aus. Auch Oliver Engelbertz, Regionalvorstand der Kreissparkasse Köln, hatte seine Hände im Spiel, berichtet Joke jetzt.

Die erste Bestellung von 200.000 Schutzkitteln kam dann auch gleich durch den Rheinisch Bergischen Kreis und wirkte wie eine Initialzündung. Die Einwegkittel werden von der Feuerwehr, dem Rettungsdienst, Krankenhäusern, Pflegeheimen und in der Lebensmittelherstellung täglich eingesetzt.

Udo Fielenbach (l.), Geschäftsführer der joke Folienschweißtechnik GmbH und Controller Marc-André Fielenbach

Die Kittel werden aus 40 µm starker, lebensmittelechter MDPE-Folie gefertigt, auf Wunsch gibt es auch stärkeres Material. Die Folie wird geschnitten, geschweißt und zum Kittel gestanzt.

Wie man eine entsprechende Fertigung baut , das weiß Joke dank seiner 80 Jahren Erfahrung im Anlagenbau. Nur werden die Anlagen normalerweise für Kunden gefertigt, und nicht für den eigenen Bedarf.

Der erste Ansatz, mit kleinen Folienschweißgeräten die Kittel per Hand zu produzieren, schied schnell aus. Für eine hohe Stückzahl war eine automatisierte und leistungsfähige Anlage nötig. Die bauten die Maschinenbauer, Ingenieure und Techniker dann aus drei bereits fertigen Modulen über die Osterfeiertage zusammen.

„Alle Mitarbeiter haben sich richtig reingehängt,“ berichtet Geschäftsführer Udo Fielenbach, „Selbst die Ehefrau eines Ingenieurs, die im Krankenhaus tätig ist, hat bei der Optimierung geholfen.“

Neben der Produktionsanlage musste aber auch die gesamte Logistik neu entwickelt werden. Eine Halle wurde vorbereitet, um wöchentlich 400 Paletten lagern und liefern zu können. Drei-Schicht-Betrieb, Kartonagen für die Verpackung, Zwischenlagern, kleinteilige Lieferprozesse, ungewohnte Vertriebswege – viele neue Aufgaben für die Anlagenbauer.

Eine Millionensumme sei investiert worden, berichtet das Unternehmen. Das zahle sich nur aus, wenn die neue Anlage auch mittel- und langfristig zu großen Teilen ausgelastet wird. Entsprechende Signale, dass es wichtig ist, solche Produkte auch in Deutschland zu produzieren, gibt es ja. Und auch Ideen für weitere Produkte.

Im Moment produziert Joke die Kittel in drei Schichten, an sieben Tagen die Woche. Damit können pro Woche 400.000 Kittel hergestellt werden. Musteranfragen können per Mail an gerichtet Max Fielenbach gerichtet werden: m.fielenbach@joke.de

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