Anlagen der Troisdorfer Firma Renotec werden in Herkenrath aufgebaut

Die Firma Joke hat seit ihrer Gründung vor 74 Jahren in Bergisch Gladbach Höhen und Tiefen erlebt, jetzt stehen die Zeichen in dem Herkenrather Doppelunternehmen wieder auf Expansion: Das Handelsunternehmen Joke Technology investiert in ein neues Lager, die Maschinenbaufirma Joke Folienschweißtechnik übernimmt ein Konkurrenzunternehmen. „Das ist ein Riesenschub für uns alle“, sagt Geschäftsführer Martin Heinrich.

Martin Heinrich

Überlegungen des Eigentümers Udo Fielenbach, mit dem gesamten Unternehmen abzuwandern, sind damit erledigt. Stattdessen gibt er ein klares Bekenntnis für den Standort Herkenrath ab und investiert insgesamt 1,5 Millionen Euro. Die Basis für diese Entwicklung legte Fielenbach mit dem Kauf des Firmengeländes von seinem Vorgänger Hanns-Friedrich Kettenbaum. Der hatte das Unternehmen 2009 verkauft, die Geschäftsräume blieben jedoch zunächst sein Eigentum.

Der Anfang als Reparaturwerkstatt

Angefangen hatten die beiden Ingenieure Josef Joisten und Robert Kettenbaum 1940 mit der Reparatur und Instandsetzung von Elektro-Schweißmaschinen und Elektromotoren, sich dann aber bald auf den Bau von Kunststoffolienschweißgeräten spezialisiert. Ein Bereich, der heute in dem klassischen Maschinenbauzweig Joke Folienschweißtechnik gepflegt wird.

Daraus entwickelte sich ein reines Handelsunternehmen (heute: Joke Technology), dass sich auf den Versand von hochwertigen Materialien zur Oberflächenbearbeitung konzentriert – und inzwischen der weitaus größere Unternehmensteil ist.

Die Berührungspunkte zwischen diesen beiden Sparten, erläutert Heinrich, Geschäftsführer von Joke Folienschweißtechnik, würden immer geringer. Aber die Verwaltung teile man sich auf dem Herkenrather Gelände nach wie vor – was für ein Unternehmen dieser Größe auch Sinn macht.

Renotec wird integriert 

Joke hatte in den vergangenen Jahrzehnten Federn lassen müssen, das Betriebsgelände am Asselborner Weg war zwischenzeitlich zu groß geworden, Hallen mussten untervermietet werden oder standen still. Nun werden diese Flächen zurückerobert und neu belebt.

Zudem übernahm Joke Folienschweißtechnik das Troisdorfer Unternehmen Reno-tec komplett. Diese Firma baut im Bereich der Großanlagen nahezu die gleichen Maschinen für die Folienverarbeitung und war in Insolvenz geraten. Joke griff zu, kaufte alle Anlagen und übernahm den Auftragsbestand ebenso wie die Mitarbeiter, die damit ihren Arbeitsplatz nach Herkenrath verlegten.

Mehr Informationen:
Website der Joke Technology GmbH
Website der Joke Folienschweißtechnik GmbH
Weitere Unternehmensberichte

Gebaut werden in Herkenrath die unterschiedlichsten Maschinen, die bis zu 30 Meter lang sind und alles mögliche aus Kunststoffolien herstellen können:  zum Beispiel Handschuhe für Haarfärbemittel – oder auch Standbodenbeutel.

Mit den elf Reno-Leuten hat Heinrich seinen Mitarbeiterstamm um ein Drittel auf 35 erhöht, den Umsatz von drei Millionen Euro in 2013 will er im laufenden Jahr auf mindestens 5,5 Millionen Euro erhöhen. Dafür biete der Standort eine sehr gute Basis, mit seinen Platzreserven, der Nähe zur Autobahn und zum Flughafen.

Ein neues Lager – und eine Generalüberholung aller Gebäude

Udo Fielenbach

Gleichzeitig baut Udo Fielenbach, der Gesellschafter des Gesamtunternehmens und Geschäftsführer des Handelshauses Joke Technology ist, auch den zweiten Firmenteil aus. Für 300.000 Euro entsteht ein halbautomatisches Lager für die rund 7000 Katalog-Artikel des Handelssortiments: zum Beispiel Schweißdrähte, Düsenbürsten, Frässtifte, Polier- und Schleifmittel oder Handfeilen für den Industriegebrauch.

Zudem werden alle vier Produktionshallen der Firma mit einer Fläche von insgesamt über 4000 Quadratmetern energetisch saniert und modernisiert, ein Bürotrakt wird neu gebaut und ein zentraler Firmenparkplatz eingerichtet.

Vier Jahre nach dem Einstieg von Fielenbach hat sich die gesamte Mitarbeiterzahl von 40 auf 80 verdoppelt, der Umsatz von neun auf 17 Millionen Euro.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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