Für Patienten mit Phantomschmerz nach Amputation steht am EVK eine neue Schmerztherapie bereit. Ein spezielles Verfahren sorgt für die verstärkte Ausschüttung körpereigener schmerzlindernder Botenstoffe. Bei dem Angebot kooperieren die Klinik für Psychiatrie, Psycho­therapie und Psychosomatik und die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin.

Kern der Therapie ist die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS). Die nicht-invasive Methode soll die Erregbarkeit von neuronalen Netzwerken im Gehirn gezielt modulieren und zu längerfristigen Neuverschaltungen von Nervenzellen führen.

Hierdurch werden bestimmte, im Schmerznetzwerk wichtige Schalt­zentren gezielt stimuliert, so dass körpereigene, schmerzlindernde Botenstoffe verstärkt ausgeschüttet werden.

Zusätzlich werden durch die Stimulation Bereiche des zentralen Nervensystems in den Bereichen Emotion, Aufmerksamkeit und Wahrnehmung aktiviert.

Drei Wochen Therapiedauer

Die Therapie umfasst fünf Sitzungen pro Woche von jeweils circa 30 Minuten Dauer über zwei bis drei Wochen. Begleitend wird im Rahmen einer Beobachtungsstudie die Ent­wicklung von Schmerz, psychischer Belastung, Lebensqualität und medikamentöser Schmerz­therapie während der Behandlung und in den Nachuntersuchungen kontrolliert.

Payman Majd, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Fritz-Georg Lehnhardt, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psycho­therapie und Psychosomatik (Foto: Daniel Beer/EVK GL)

„Wissenschaftliche Studien konnten zeigen, dass die rTMS in der Schmerztherapie insbesondere bei den medikamentös häufig nur schwer beherrschbaren neuropathischen Schmerzen eine wirksame und gut verträgliche Behand­lung darstellt“, sagt PD Dr. med. Fritz-Georg Lehnhardt, Chefarzt der Psychiatrie.

PD Dr. med. Payman Majd, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie: „Wir verwenden in unserer Klinik die modernsten interventionellen Behandlungsverfahren zur Gefäßrekonstruktion und Rekanalisation bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit. Bekannt ist die Erkrankung auch als sogenannte „Schaufenster­krankheit“. Wenn das Ziel, die Blutversorgung zu sichern und die betroffene Gliedmaße zu erhalten, nicht mehr erreicht werden kann, weil der Schädigungsprozess der Blutgefäße bereits zu weit fortge­schritten ist, können Amputationen der betroffenen Extremität unvermeidbar werden. In diesen Fällen stellen die Phantomschmerzen eine besondere therapeutische Herausforderung im post­operativen Verlauf dar, weil sie medikamentös häufig nur schwer zu erreichen sind.“

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