Der Martinsmarkt ist abgesagt, aber für die Weihnachtsmärkte in der Stadt gibt es mit der neuen Corona-Schutzverordnung des Landes wieder Hoffnung. Ob und in welcher Form der traditionelle Markt auf dem Konrad-Adenauer-Platz, der Hüttenzauber in Bensberg und der Wintermarkt in Refrath tatsächlich stattfinden können, das wollen die Händler jetzt gründlich prüfen. Bei den verkaufsoffenen Sonntagen im Advent gibt es noch Gesprächsbedarf.

Mit der neuen Corona-Schutzverordnung hat die Landesregierung den Weg für Weihnachtsmärkte in diesem Corona-Jahr frei gemacht. Allerdings unter erheblichen Einschränkungen und Auflagen.

Grundsätzlich würde die Interessensgemeinschaft Stadtmitte den Weihnachtsmarkt sehr gerne veranstalten, sagte der Vorsitzende Mark Peters (Brillen und Hörgeräte Potyka) dem Bürgerportal. Jetzt müsse mit allen Beteiligten sehr gründlich geprüft werden, ob das auf dem Konrad-Adenauer-Platz möglich und zudem wirtschaftlich sinnvoll ist.

Neben den Auflagen zu Hygiene, Abstand, Zugang und Nachverfolgung gebe es eine Reihe von Unsicherheiten. Zum Beispiel, ob die Bevölkerung überhaupt bereit sei, einen Weihnachtsmarkt zu Corona-Zeiten zu besuchen, mit einem eingeschränkten Programm und den formalen Auflagen. Eine Entscheidung will die IG Stadtmitte am 28. Oktober treffen.

Auch die Interessensgemeinschaft Refrather Handel steht in den Startlöchern. Das Konzept für ein sehr abgespecktes Programm sei gerade zur Prüfung an die Stadtverwaltung geschickt worden, sagt der Vorsitzende Udo Walz (Bensberger Bank).

Die Interessensgemeinschaft Bensberger Handel (IBH) ist zuversichtlich, dass der Hüttenzauber in diesem Jahr stattfinden kann. Der neue kleine Stadtplatz vor der Schlosstreppe ist so gut wie fertig und sollte schon bald für den Wochenmarkt und dann auch für den Hüttenzauber zur Verfügung stehen, berichtet der IBH-Vorsitzende Georg Daubenbüchel.

Verkaufsoffene Sonntage

Offene Fragen gibt es auch im Zusammenhang mit den fünf verkaufsoffenen Sonntagen in der Weihnachtszeit, die die Landesregierung nun erlaubt hat. Die grundsätzliche Regelung, dass ein verkaufsoffener Sonntag nur in Verbindung mit einem örtlichen Fest erlaubt ist, hatte die Landesregierung ausgesetzt.

Noch nicht ganz klar ist, wie sich die einzelnen Interessensgemeinschaften bei diesem Thema aufstellen werden. Die Refrather denken darüber nach, sich mit den anderen Interessengemeinschaften abzustimmen, welcher Stadtteil welchen Sonntag nutzt – um sich nicht gegenseitig Konkurrenz zu machen, berichtet Walz.

Für die Händler in der Innenstadt sei es besonders wichtig, den Kund:innen klare und einheitliche Angebote machen zu können, „einen Flickenteppich wollen wir verhindern“, sagt Peters.

Die Bensberger, davon geht Daubenbüchel im Moment aus, werden alle fünf Sonntage nutzen. „Wir machen auf“, sagt der Inhaber von „Tisch und Trend Daubenbüchel“.

Er hält es für sehr wichtig, die publikumsstarken Samstage im Advent durch die verkaufsoffenen Sonntage zu entzerren und einen Teil der Umsatzverluste der Corona-Zeit aufzuholen: „Für viele geht es um die Existenz, die werden jede Chance nutzen.”

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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2 Kommentare

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  1. In Köln sagen die Weihnachtsmarkt-Betreiber selbst ab, in GL sollen sie eine Chance bekommen. Seltsam, und wenn man sich die – ich hab sie nicht gezählt – Vielzahl der Einschränkungen ansieht, verliert man ohnehin die Lust, den Markt zu betreiben oder zu betreten.

  2. Natürlich sollte der Weihnachtsmarkt eine Chance haben. Doch dann muss die Frage erlaubt sein, warum die Kinder für ihren Martinszug keine hatten. Es weiß doch jeder, dass die Kinder sich auf diesen Fackeltag riesig freuen.