Hale Bagherzadeh – LiL Bergisch Gladbach

Als Vertreterin der Linken im neugewählten Integrationsrat hat Hale Bagherzadeh ein Positionspapier vorgelegt, um eine Neuausrichtung der Arbeit und Ziele des Gremiums anzustoßen. Dabei solle deutlich werden, dass Integration nicht Assimilation bedeute.

Die LINKE. internationale Liste – LiL hat bei der Kommunalwahl am 13. September 2020 einen der vierzehn direkt gewählten Sitze im Integrationsrat Bergisch Gladbach errungen. Hale Bagherzadeh (Die Linke) wurde für die LiL gewählt und legt dem neuen Integrationsrat ein inhaltliches Themenpapier vor, um über die zukünftige Arbeit und Ziele zu diskutieren:

„Wir möchten im Integrationsrat ein solidarisches Klima der Zusammenarbeit erreichen, denn nur so könne wir den Integrationsrat wirksam stärken. Uns geht es um Respekt, demokratische und kulturelle Vielfalt, Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit. Dafür wollen wir über politische Grenzen, Religionen und unterschiedliche Weltanschauungen hinweg mit allen sprechen und zusammenarbeiten. Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger dazu ein, sich an der Diskussion zu beteiligen und bei den zukünftigen Aktivitäten mitzuwirken, um so nachhaltig Integration möglich zu machen. Integration bedeutet nicht „Assimilation“, sondern ist ein gegenseitiger Prozess, bei dem wir alle lernen müssen.“

Die LiL lädt alle demokratischen Vertreterinnen und Vertreter des Integrationsrat ein, miteinander zu reden und sich kennenzulernen, ohne dabei Hintergedanken zu haben oder den Integrationsrat als Geschäftsmodell für hohen Verdienstausfall zu betrachten.

„Wir sind für andere Ideen offen und bitten alle Interessierten um Vorschläge und Anregungen. Wir alle haben demokratische und moralische Mindestanforderungen, die wir nicht an der Eingangstür abgeben können und wollen, aber der Integrationsrat ist nicht der Ort einen politischen Kleinkrieg zu führen. Hier müssen wir Vielfalt leben,“ meint Hale Bagherzadeh weiter.

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„Der Integrationsrat wurde direkt von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt und hat damit eine sehr starke Position gegenüber der Verwaltung. Wir müssen gemeinsam an den Dingen arbeiten und Selbstbewusstsein zeigen und vom Stadtrat das einfordern, was die Parteien vollmundig im Wahlkampf versprochen haben. Wir sind keine Randgruppe, sondern kommen aus der Mitte dieser Stadtgesellschaft.“

„Der Integrationsrat hat von den Menschen dieser Stadt ein politisches Mandat bekommen und darf sich nicht auf bestimmte Themen oder die Ausrichtung von kulturellen oder religiösen Feste eingrenzen lassen. Wir müssen uns politisch zu Wort melden, wenn es um die Interessen der Menschen in dieser Stadt geht. Wir wollen auch Themen wie Rassismus, Grund- und Menschenrechte oder auch ökologische Fragen aufgreifen,“ endet Bagherhzadeh.

* Vorschlag und Themen zum Arbeitsprogramm des Integrationsrat Bergisch Gladbach als PDF zum download*

Webseite der LINKE. Internationalen Liste – LiL: www.lil-gl.de

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1 Kommentar

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  1. Jedesmal wenn ich in “Goodbye Deutschland!” und ähnlichen Sendungen Menschen sehe, die sich ohne Sprach- und sonstige Kenntnisse in der neuen Heimat niederlassen und scheitern, werde ich wütend. Wenn in den Medien über Menschen berichtet wird, die “Deutschland den Deutschen – Ausländer raus!” brüllen, frage ich mich, ob die über den Blödsinn, den sie da von sich geben, mal nachgedacht haben.

    Frau Bagherzadeh hat sich viele Gedanken gemacht und einige interessante Punkte in ihr Papier aufgenommen.
    Bei einigen habe ich aber die Vermutung, dass sie bewußt provokant formuliert wurden. So frage ich mich z.B., aus welchem Grund in Kitas etc. mehrsprachig erzogen werden soll. In Deutschland wird deutsch gesprochen und es gibt m.E. absolut keinen Grund davon abzuweichen. Das hat nichts mir “Rechtsümmelei” zu tun. Nein, vielmehr ist es extrem wichtig, dass unsere ausländischen Mitbürger:innen unsere Sprache und Eigenheiten (z.B. Mülltrennung) lernen. Das muß man verstärkt in Angriff nehmen und unterstützend tätig werden!

    Wenn sich die von Frau Bagherzadeh genannten Personenkreise, aus welchen Gründen auch immer, weigern sich zu integrieren bzw. sich in Deutschland mit der Sprache etc. auseinander zu setzen, stellt sich die Frage, wann nicht nur einzelne Bürger anfangen die stumpfsinnigen Parolen für sich zu übernehmen. Dass es eine zu rechtem Gedankengut (in der Gesamtpartei) neigende Fraktion im GL-Stadtrat gibt, ist schon bedenkenswert genug.