Die Laurentiusstraße soll nun in einer einjährigen Testphase zur Fahrradstraße werden

Die neue Mehrheit im Stadtrat will rasch dafür sorgen, dass die Bedingungen für Radfahrer in Bergisch Gladbach besser werden. Erste konkrete Maßnahmen für die Laurentiusstraße und die Odenthaler Straße stehen am Dienstag auf der Agenda. Dabei geht es auch um den Wegfall von Parkplätzen, Widerstand regt sich bereits.

Die Entlastung der Straßen durch den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad steht ganz oben auf der Prioritätenliste der neuen grün-gelb-roten Mehrheit im Stadtrat. Schon vor der Kommunalwahl hatten die Grünen gemeinsam mit SPD und FDP dafür gesorgt, dass die Stadtverwaltung weitere Konzepte erarbeitet.

Diese Konzepte kommen – mit Blick auf die Laurentiusstraße sowie auf den Bereich Hauptstraße / Odenthaler Straße am Dienstag im neuen Ausschuss für strategische Stadtplanung und Mobilität (ASM) auf den Tisch. Wir haben uns die Vorlagen angeschaut.

Laurentiusstraße

Möglichst rasch will die Ampel-Koalition die schmale innerstädtische Laurentiusstraße, zwischen Rathaus und Odenthaler Straße, zu einer Fahrradstraße umwandeln. Die Straße wäre dann zwar weiterhin für Autos (etwa auf dem Weg zur Tiefgarage des Marien-Krankenhauses) befahrbar, Radfahrer hätten aber in allen Belangen Vorrang. So steht es auch im Koalitionsvertrag der Ampel, dabei handelt es sich aber um Zukunftsmusik.

Noch zuvor soll die Laurentiusstraße, bislang eine Einbahnstraße für alle Verkehrsteilnehmer, für Radfahrer in beide Richtungen freigegeben werden. Ein entsprechendes Konzept hatten Grüne, FDP und SPD im Juni im damaligen Verkehrsausschuss gegen die Empfehlung der Verwaltung bei Enthaltung der CDU durchgedrückt.

Am Dienstag legt die Verwaltung nun drei Vorschläge im Ausschuss vor, wie das gehen könnte. Die Varianten unterscheiden sich nur vor allem dadurch, wie die Straße künftig von Nord nach Süd (bergab, zur Innenstadt hin, gegen die Einbahnstraßenrichtung) markiert werden soll: durch Piktogramme auf der Fahrbahn, als Radfahrstreifen oder als Schutzstreifen.

Kompromiss: Ein Schutzstreifen

Dabei plädiert die Verwaltung für Variante 3 – einen 1,3 Meter breiten Schutzstreifen.

Für Variante 2, einen echten, zwei Meter breiten Radfahrstreifen, sei die Straße nicht breit genug, argumentiert die Verwaltung. Für Lastwagen würde es zu eng – und alle Parkplätze müssten entlang der Laurentiusstraße wegfallen. Das sei durch den nur geringen Gewinn an Sicherheit gegenüber Variante 3 nicht zu rechtfertigen.

Zur Sache: Radfahrstreifen werden durch eine durchgezogene Line vom Rest der Fahrbahn getrennt und dürfen von Autos nicht befahren werden – im Gegensatz zu den Schutzstreifen mit gestrichelter Linie.

Aber auch bei der vorgeschlagenen Variante 3 müssen Parkplätze weichen:

  • an der oberen Laurentiusstraße fünf Stellplätze in Höhe der Einmündung der Hornstraße,
  • an der unteren Laurentiusstraße in der Kurve vor dem Wirtshaus am Bock acht reguläre Stellplätze sowie zwei Behindertenparkplätze. Letztere könnten vor dem Rathaus neu eingerichtet werden.

Grundsätzlich sieht die Verwaltung weiterhin Gefahren, durch das starke Gefälle der Straße und durch einige Engstellen an Ein-/Ausfahren sowie Einmündungen. Diese sollen durch weitere Piktogramme sowie eine Radaufstellfläche vor der Ampelanlage an der Kreuzung zur Odenthaler Straße entschärft werden.

Die bestehende Freigabe der Laurentisstraße für Autos in beide Richtungen zwischen der Straße Am Broich und der Einfahrt zum MKH-Parkhaus soll bestehen bleiben.

Widerspruch: „Grüne Symbolpolitik“

Gegen die Öffnung der Laurentiusstraße gibt es bereits massiven Widerstand. Der Immobilienunternehmer Felix Nagelschmidt, dessen Büros an der oberen Laurentiusstraße liegen, hat eine Petition gestartet, Anzeigen geschaltet und innerhalb einer Woche 80 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt.

Das Vorhaben bezeichnet er als „grüne Symbolpolitik“ ohne Einbindung der Anwohner:innen. Eine Umsetzung würde die Lebens- und Einkaufsqualität durch fehlende Parkmöglichkeiten beeinträchtigen und zu langen Rückstaus an der Ampel an der Odenthaler Straße führen, aber nur zu einer vermeintliche Sicherheit für Radfahrer.

Statt dessen schlägt Nagelschmidt, vor, den nördlichen Bürgersteig zum „shared space“ für Fußgänger und Radfahrer zu machen.  

Dokmentation: Die Beschlussvorlage im Original

Die Odenthaler Straße soll im Bereich südlich der Kreuzung zur Laurentiusstraße / Rommerscheider Straße auf beiden Seiten Schutzstreifen erhalten. Die Parkplätze links sollen wegfallen.

Odenthaler Straße

Beim zweiten Projekt für Radfahrer auf der Tagesordnung des ASM geht es um die Odenthaler Straße und eigentlich auch um die Anbindung an die Hauptstraße. Im Gegensatz zum Projekt Laurentiusstraße ist das eine Maßnahme, die bereits im 2016 verabschiedeten Mobilitätskonzept beschlossen worden war.

Ein Bereich, der zu den am stärksten belasteten in der Innenstadt gehören: laut Bericht der Verwaltung werden an der Kreuzung Hauptstraße / Odenthaler Straße bis zu 2240 Fahrzeuge pro Stunde gezählt.

Wie auf der Laurentiusstraße reiche auch hier der Platz für echte Radfahrstreifen nicht aus. Die bestehenden kombinierten Rad- und Gehwege seien aufgrund der vielen Haus- und Hofeinfahrten ebenfalls keine sinnvolle Option.

Daher schlägt die Stadt vor, auf beiden Seiten einen Schutzstreifen anzulegen und die rund 20 Parkplätze zwischen den Einmündungen Max-Bruch-Straße und Rommerscheider Straße zu entfernen.

Der bestehende Radweg stadtauswärts weise zwar viele Mängel auf, solle aber vorerst erhalten bleiben.

Beidseitige Schutzstreifen sollen auch auf dem unteren Teilstück zwischen der Hauptstraße und der Kreuzung Mühlenberg / Am Broich angelegt werden.

Anbindung der Hauptstraße

Ein Verlängerung der Schutzstreifen bis zur Hauptstraße hält die Verwaltung dagegen nicht für möglich, auch dort fehle der Platz. Genauso wie im Bereich der Kreuzung Mühlenberg / Am Broich.

An diesen Engpässen sollen laut Vorschlag der Verwaltung die Schutzstreifen unterbrochen werden; statt dessen könnten Piktogramm für eine erhöhte Aufmerksamkeit für den Radverkehr sorgen.

Aufgeweitete Radaufstellstreifen (ARAS) an den Ampelanlagen könnten für zusätzliche Sicherheit für Radfahrer sorgen, eignen sich laut Verwaltung aber nur für Kreuzung mit längeren Rot-Phasen. Am Mühlenberg / Am Broich fehle dafür zudem der Platz.

Tempo 30

Als ergänzende Maßnahme spricht die Verwaltung in ihrer Vorlage zudem die Einführung von Tempo 30 auf der Odenthaler Straße an. Dies solle geprüft werden.

Hauptstraße

Der Verwaltungsvorschlag beschäftigt sich auch mit dem schwierigen Bereich der Hauptstraße vom Forum bis zur Einmündung in die Odenthaler Straße. Hier führt die Verwaltung viele Gründe an, warum die schnelle Einrichtung von Radfahr- und Schutzstreifen derzeit nicht möglich ist.

Es sei denn, die Straße werden durch den Abriss von Gebäude an der Kreuzung zur Odenthaler Straße verbreitert. Immerhin – ein neuer Bebauungsplan für genau dieses Gebiet werde derzeit vorbereitet.

Dokumentation: Das Konzept im Original

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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25 Kommentare

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  1. Das Problem sind doch nicht die Radfahrer.
    Sondern die Autofahrer die keine Rücksicht nehmen.
    Durch die Laurentiusstrasse brettern die Größsten LKW wie wäre es mit einer
    Tonnenbegrenzung. Es fährt fast kein Pkw 30 .Wie währe es mit einer Kontrolle
    ,dann würde es vieleicht für uns Bewohner und Radfahrer angenehmer.

  2. Erschreckend, mit welcher Gleichgültigkeit hier über Anwohnerinteressen hinweg gegangen wird. Hauptsache freie Fahrt für den edelgrünen Rentner mit pedelec, Doppelgarage und einem Haufen öffentlicher Stellplätze vor der eigenen Einfamilienhaustüre. Wenn die Ampel keiner von diesem Fahrradwahnsinn abhalten kann, werden es Gerichte zu müssen.

  3. Es gibt für Radfahrwege eine vorgeschriebene Breite.(1,50-1,80). Die ziehe man mal mit beidseitig von 3,00-3,60 von der Breite der Laurentius Straße ab. Wer dann noch sagt es gäbe keine Sicherheitsbedenken, vor allem für Kinder, handelt meiner Meinung nach unverantwortlich. Steckenpferd Politik auf dem Rücken der Allgemeinheit austragen, dass wollen wir doch wohl sicherlich nicht. Die Struktur unserer Stadt verlangt in Bezug auf die vorhandenen Verkehrswege Rücksichtnahme. Nur das Machbare ist machbar.

  4. Guten Morgen Herr Kleinert,
    von „alleinerziehenden Müttern mit drei Kindern“ war zwar nie die Rede aber gut, etwas „aufgepeppt“ von Ihnen – geschenkt.
    Da ich keine „unabhängigen“ Studien kenne, ist mir der prozentuale Anteil derer, die auf Ihr Auto zur Bewältigung Ihres Alltags angewiesen sind nicht bekannt.
    Ich möchte keine Behauptungen in den Raum stellen, dennoch kann ich mir eine nicht unerhebliche Größenordnung vorstellen.
    Egal wie groß der Anteil aber auch ist, kein einziger Menschen darf benachteiligt- oder abgehängt werden. Und das erst recht nicht aufgrund populistischer Motive.
    Ist daran etwas Ungerechtes?
    Natürlich muss sich etwas tun. Das habe auch ich klar zum Ausdruck gebracht.
    Einseitig gesehen wird das Thema bestimmt nicht von Menschen, die außer der Gerechtigkeit noch wichtige Dinge wie z.B. soziale- und wirtschaftliche Verträglichkeit berücksichtigen, damit es eben NICHT zur von Ihnen beschriebenen, „einseitigen Bevorzugung-“ aber auch besonders nicht zur Benachteiligung kommt!
    Dazu gehört eben viel mehr als das Überholverbot von Fahrrädern und das Vernichten von Stellflächen zu Gunsten von gesunden Radfahrern!
    Dann muss zum Ausgleich z.B. auch dafür gesorgt werden, dass kranke Menschen zum Arzttermin gebracht- und wieder abgeholt werden.
    Dass alleinerziehenden Müttern von 12 Kindern (Spaß) und Menschen mit körperlichen Einschränkungen die Einkäufe organisiert werden.
    Das verstehe ich u.a. als sozialverträglich.
    Auch müssen die Parkplätze vor dem Einzelhandel erhalten bleiben.
    Das verstehe ich u.a. als wirtschaftlich verträglich.
    Da man mit Ihnen offensichtlich sachlich diskutieren und streiten kann, bezieht sich das jetzt nicht auf Sie:
    „Autos raus – Fahrräder rein“!
    Das sind die populistisch motivierten Argumente die unsere Gesellschaft teilen- und nicht kompromissbereit einen.
    Ja, man darf und muss streiten können und dürfen.
    Aber wir dürfen uns nicht „zerstreiten“. Das ist wenig zielführend!
    Denn das wird dann schnell von „ganz anders motivierten“ Gruppen ausgenutzt.
    „Konsens“ – eine gute Sache wenn alles gehört und gerecht berücksichtigt wird.

  5. Hallo Herr Schneiders,
    ‚leben und leben lassen‘ finde ich ein sehr gutes Motto!
    Daraus folgt unmittelbar, dass der Autoverkehr nicht mehr derart einseitig bevorzugt werden darf wie bisher. Fußgänger und Radfahrende riskieren täglich auf den Straßen ihr Leben, weil diese nur für eine einzige Verkehrsart geplant wurden. Viele nutzen ihr Rad nur in der Freizeit, weil es ihnen im Berufsverkehr zu gefährlich scheint. Das Ergebnis: Mehr Autos, mehr Stau.

    Dass „alleinerziehende Mütter mit drei Kindern ihren Wocheneinkauf mit dem Fahrrad erledigen sollen“ (genug Klischees für einen Satz?), hat kein Mensch behauptet. Wieviel Prozent der Autofahrten entfallen wohl auf diese Personengruppe? Wieviel wäre gewonnen (für Alle!), wenn ein Teil der leicht vermeidbaren Fahrten entfielen?

    Wir sollten versuchen, die bestmögliche Lösung für _alle_ Verkehrsteilnehmenden zu finden. Die die bisherige Praxis mit diesem Ziel wenig zu tun hatte, wird sich Einiges ändern müssen. Darüber darf und soll gestritten werden, solange wir uns in einem einig sind: Es geht um Gerechtigkeit – und nicht um einseitige Bevorzugung. Das ist doch hoffentlich Konsens, oder?

  6. Herr Richter, ich denke Sie interpretieren unsere Worte einfach nur auf Ihre eigene Art.
    Anders kann ich mir Ihre Reaktion nicht erklären.
    Das Motto ist aber doch nicht so schwierig zu verstehen.
    Auf das Wesentliche reduziert bedeutet es doch ganz simpel:
    „Leben und leben lassen“.
    Da wir uns altersmäßig auf Augenhöhe bewegen erlaube ich mir Sie zu Ihrer Fitness zu beglückwünschen.
    Leider ist auch damit nicht jeder gesegnet.
    Auch hier lohnt sich einmal mehr ein Blick über den Tellerrand.
    @Herr Havermann
    Aufgrund einzelner Kommentare zu den unterschiedlichsten Themen auf dieser Plattform freue ich mich immer sehr, dass auch noch so viele „bodenständige“ Kommentare zu lesen sind.

  7. Aufrechen Dank für Ihre Stellungnahmen, Herr Havermann und Herr Schneiders. Wer vom Schrecken schreibt, den Fahrradfahrer verbreiten, macht doch, mit Verlaub, bange. Oder nicht?
    Noch einmal mein Apell an Sie beide: Schauen Sie sich mal in einem etwas größeren Fahrradladen das Angebot an Pedelecs an und fragen den Verkäufer, ob die teuren Dinger überhaupt gekauft werden und von wem und wofür.
    Meine Frau hat es übrigens über viele Jahre geschafft, die Familieneinkäufe per Rad (ohne Motor) zu erledigen. Mein Kritik gilt in erster Linie den Bequemlichkeiten, denen wir unsere Umwelt opfern, nicht den Haltungen Einzelner. Daher werde ich nicht aufhören dafür zu plädieren, nicht dem Auto als Allheilmittel jegliche Dominanz einzuräumen. Ich benötige leider auch meinen PKW und benutze den nur in Ausnahmefällen.

  8. Danke, Herr Schneiders, Sie sprechen mir aus der Seele. Und, Herr Richter, wer macht den hier bange? Ich darf Ihnen verraten, dass ich seit über 25 Jahren jedes Jahr eine 4tägige Radtour mit Freunden unternehme und auch sonst viel mit dem Rad unterwegs bin, dass ich seit fast 2 Jahren Menschen mit Behinderung fahre, mir gerade deswegen ein weitgehend objektives Urteil erlauben kann und stets den gesamten Verkehr beurteile. Im Gegensatz zu Ihnen, die Sie den Fahrradverkehr scheinbar als Allheilmittel sehen. Der rückwärtsgerichtete Blick hilft auch nicht, unterstreicht aber Ihre Denkweise. Ob nun Laurentiusstraße oder wo auch immer, es muss der Gesamtverkehr ertüchtigt werden, nicht nur die fehlenden Möglichkeiten für Radfahrer.

  9. Herr Richter, vielleicht würde es Ihrer Objektivität zugute kommen, wenn auch Sie sich nicht so einseitig interessieren und informieren würden.
    Familien, die sich nicht einmal ein Notebook für die schulische Ausbildung ihrer Kinder leisten können, sind sicherlich erst recht nicht in der Lage sich ein Pedelec leisten zu können. Und wenn doch: Einkäufe bewältigt eine Mutter mit mehreren Kindern dann sicher dennoch nicht mit dem Pedelec.
    Bange machen ist vielleicht etwas für Kinder im Vorschulalter, aber doch nicht für erwachsene Menschen, ich bitte Sie! Es geht einfach nur um Fakten. Verdrängt wurden Fahrradfahrer sicher nicht. Aber ja, sie blieben bei Verkehrsplanern in der Vergangenheit weitgehend unberücksichtigt. Das muss sich ändern, natürlich. Aber nicht mit Vorschlaghammer und ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse von Anwohnern und Einzelhandel. Ich hoffe nicht alle Verantwortlichen leben in ihrem Häuschen mit anschließender Garage und nur wenige Meter entfernt vom nächsten Feinkostgeschäft. Dann besteht zumindest noch Hoffnung auf sozialverträgliche Entscheidungen nicht nur bei Verkehrsplanungen.

  10. Guten Abend zusammen, es ist das erste Mal, dass ich mich an einer Diskussion hier beteilige.

    Als betroffene Familie kann ich Ihnen versichern, daß die Anwohner und der Einzelhandel sträflich vernachlässigt werden. Parkplätze sind für Anwohner nicht ausreichend vorhanden oder nicht in unmittelbarer Nähe. Einen Parkplatz vor der Haustür, Wunschdenken. Besucher empfangen…na dann erst mal Parkplatz suchen und zahlen. Seit Jahren werden die Parkmöglichkeiten verringert.

    Unser Einzelhandel hier im Laurentius Veedel leidet, durch die Baumaßnahmen der letzten Jahre. Es wird vom grünen Tisch entschieden, auf Bedürfnisse der Anwohner und Einzelhandel wird keine Rücksicht genommen.

    Als Fußgänger wäre ich für Kontrollen insbesondere für unsere Radfahrer auf dieser Strecke, da gefühlt alle Radfahrer, E-scooter sowie Rollerfahrer, verkehrt die Einbahnstraße runterfahren. Wahlweise auf der Straße oder Bürgersteig.

    Es braucht weder einen Schutzstreifen noch Fahrradweg. Fahrradfahrer in die entsprechende Richtung fahren und ihren Sicherheitsabstand zum geparkten Fahrzeug wahren, können nicht vom PKW oder LKW auf dieser Straße überholt werden.

  11. Bange machen gilt nicht, Herr Havermann. In der Welt der Fahrradfahrenden scheinen Sie sich nicht sonderlich gut auszukennen. Viele, die sich durch Fremdartiges bedroht fühlen, reagieren mit Angst und Feindbildern (hier z.B. ADFC), anstatt sich intensiv das nötige Wissen anzueignen.

    Als ich vor ca 22 Jahren meine Wege zur Arbeit nach Siegburg (ca 35 km/Strecke) mit dem Rad erledigte, sprach kaum jemand davon, dass selbiges als Alltagsbeförderungsmittel taugen könnte. Durch die Erfindung des Pedelecs hat sich insbesondere auch unter jungen Leuten dieses Fahrzeug bereits voll etabliert. Gehen Sie doch mal in ein Fahrradgeschäft und holen sich Informationen aus erster Hand. Lesen Sie doch einfach mal die Verkaufsstatistiken von E-Bikes. Was tatsächlich fehlt, sind u.a. auch Fahrradstraßen (!).

    Den Ausführungen Herrn Schlössers kann ich mich daher voll und ganz anschließen. Auch ich gehöre der Generation an, die das Teilen von vorhandenen Verkehrsräumen noch als Normalität erlebt hat, bevor die Verdrängung durch das Automobil einsetzte.

    Mit einem „Weiter-So“ wird der Schaden nur größer. Je länger mit dem Rückbau gewartet wird, desto schwieriger lassen sich echte Lösungen finden. Der derzeitige Zustand ist doch der klare Beweis dafür. Es kann doch niemand wollen, dass mit einem Ignorieren und Vertagen von notwendigen Reformen die Einschnitte für die nachfolgenden Generationen wirklich schmerzhaft bis unmöglich werden.

    Übrigens, Seilbahnlösungen (mit Fahrradmitnahme) finde ich für weite Strecken auch super; aber was hilfts beim innerstädtischen Durchkommen?

  12. Herr Schlösser, Sie machen es sich wie schon oft zu einfach. Die Kommentare, jedenfalls die meisten, wurden sicher nicht in der Absicht geschrieben, Angst zu suggerieren. Dass die Menschen Sorgen ob der neuen Strategien haben und auch Radfahrer Schrecken verbreiten, dürfte kaum widerlegbar sein. Die einzig richtige Weise, am Verkehr teilzunehmen ist, Rücksicht aufeinander zu nehmen, das eigene Freiheitsbestreben dort zu beenden, wo das des anderen beginnt und sich an Verkehrsregeln zu halten.

    Dies darf aber nicht dazu führen, dass die gebetsmühlenartig (vor allem vom ADFC) beschimpften Autofahrer als das Grundübel angesehen werden und alle sich nicht auf 4 Rädern Fortbewegenden die Bösen sind. Polarisierung hilft nicht, miteinander müssen Lösungen gefunden werden. Eine Stadt, die, wie hier schon erwähnt, Jahrzehnte den innerstädtischen Verkehr grob vernachlässigt hat, kann nicht hoffen, mit einem neuen politischen Bündnis die Fehler der Vergangenheit in 1 Legislaturperiode zu heilen. In jedem Fall muss der gesamte Verkehr ins Boot und über Alternativen nachgedacht werden, wozu ich nicht müde werde, Seilbahnen ins Gespräch zu bringen. Dann kann auch das Radfahren wieder bei dem bleiben, wofür es eigentlich steht: Frische Luft vermitteln, den Körper ertüchtigen, Freude haben und Landschaften erkunden. Und nicht: Co2 in Mengen einatmen, sich in körperliche Gefahr begeben, hohe Investitionen wegen der Topographie eingehen – und das, damit Politiker und fehlgeleitete Lobbyisten ihr Dasein berechtigen könne und der motorisierte Individualverkehr mit ein paar Einschränkungen weiter fahren kann.

    Radfahren wird als reines Fortbewegungsmittel nicht den Status erreichen, den heute ein PKW hat und niemals unser Verkehrschaos alleine lösen. Leider scheint der ADFC aber genau das zu glauben und die Politiker in dieser Richtung beeinflussen wollen.

  13. Der Großteil der Kommentare suggeriert Angst, Schrecken und Sorge, nur weil dem ach so „bösartigen“ Radfahrer mehr Sicherheit in der Laurentiusstrasse eingeräumt werden soll…durch die Einrichtung einer Fahrradstrasse. Was ist so schlimm daran, den Radfahrenden in der Laurentiusstrasse auf einer geschätzten Länge von 500 m einen Vorrang einzuräumen. Ja, die Autofahrer werden deutlich langsamer fahren müssen und Überholen wird die Ausnahme bleiben. Aber natürlich gibt es Anlieferverkehr, und auch die Anlieger werden mit ihren Autos halten und parken dürfen. Vielleicht nicht direkt vor der Haustüre.

    Mich freut es, dass die neue Ratsmehrheit unseren innerstädtischen Verkehr verlangsamen möchte und Menschen die Möglichkeit bieten will, sich per Rad gefahrloser auf den Straßen bewegen zu können.

    Die Autostadt Bergisch Gladbach hat sich in den letzten Jahren leider zur Blechwüste entwickelt. Schauen wir uns die Wohnstrassen an den Wochenenden an. Da ist bis auf den letzten qm alles zugestellt. Spielende Kinder haben hier schon lange keine Chance mehr.

    Ich wünsche mir, dass während dieser Wahlperiode vielleicht 1.000 zusätzliche Mitbürgerinnen und Mitbürger dazu ermutigt werden können, ihre innerstädtischen Erledigungen per Rad zu erledigen. Als 72-Jähriger bin ich vor dreieinhalb Jahren trotz nicht ausreichender Radwegeinfrastruktur aufs Rad umgestiegen und habe mein Auto regelrecht degradiert: innerhalb der Stadt pro Jahr 2.000 Kilometer weniger. Das hochgerechnet auf meine erwünschten 1.000 zusätzlichen Radfahrer/innen heißt in der Abrechung: 2 Millionen Autokilometer weniger in der Stadt. Für diese Perspektive setze ich mich gerne ein. Wir sollten es versuchen.

    Trotzdem bleibe ich Realist: Die Autofahrer werden nach Abschluss dieser Ratsperiode in unserer Stadt immer noch „Chef im Ring“ sein. Aber es sollte anstelle eines Knockouts bestenfalls einen Punktsieg geben.

  14. Die Mehrzahl der Kommentare, beginnend mit dem Kommentar von Herrn Havermann, beruhigen mich nun doch etwas.
    Ich bin doch nicht alleine!
    Umweltschutz? Ja, ich bin absolut dafür.
    Kompromisslos um jeden Preis? Nein, absolut dagegen!
    Das Zauberwort heiß Balance und mit Sicherheit NICHT Ampel!
    Allein der gesunde Menschenverstand reicht auch ohne angeblich unabhängige Studien aus um zu begreifen was der Wegfall der Parkplätze für Anwohner und Einzelhandel bedeutet.
    Unsere holländischen Nachbarn als Vorbild zu nehmen finde ich „super“.
    So können wir doch den vorgeschlagenen Abriss der historischen Gebäude umsetzen und Grachten wie in Amsterdam anlegen.
    Dann fahren wir emissionsfrei mit Ruderboten zum Frisör, zum Bäcker, usw.
    Taxifahrer steigen um auf Elektroboote.
    Oder besser noch auf venezianische Gondeln.
    Dann könnte man auch auf die umweltfeindliche Herstellung der Akkumulatoren verzichten.
    Diese Pseudo-Umwelt-Politik auf allen Ebenen ist nur noch mit einer unglaublich großen Portion Humor und grenzenloser Toleranz zu ertragen.

  15. Wer hat die Idee die Odenthaler Strasse Tempo 30
    Der möchte sich doch mal auf die Autobahn Laurentiusstrasse stellen
    Tempo 30 traurig traurig

  16. Undiszipliniertes Fahrradfahren ist eine sehr negative Begleiterscheinung in Städten, in denen Fahrradfahrer bei Verkehrswegeplanungen über Jahrzehnte nur als Randerscheinung mit einbezogen wurden.
    Über zwanzig Jahre haben meine Frau und ich Deutschland und einige europäische Länder auf unseren Fahrradreisen kennen gelernt. Das Verständnis unter Fahrradfahrern in Orten mit einer gerechten Infrastruktur war freundschaftlich und aufgeschlossen, in den Autostädten dagegen oft aggressiv und egoistisch.
    Ich begrüße es sehr, dass in Bergisch Gladbach endlich auch eine Verkehrsklimawende herbei geführt wird. Alle Verkehrsteilnehmer können davon profitieren, auch die vernünftigen PKW-Besitzer.
    Wer übrigens von Grünen-Klientel-Politik spricht, sei übrigens geraten, die Scheuklappen der Vergangenheit endlich abzulegen. Wie wir alle wissen, kommt keine ernst zu nehmende Partei mehr daran vorbei, eine offensive Klimapolitik nach ganz oben auf die Agenda zu setzen .

  17. Es besteht also dich noch Hoffnung, dass unsere Stadt ein gleichberechtigtes Verkehrssystem bekommt, und sich endlich von der vollständigen Ausrichtung auf das Medium Auto entfernt. Ein paar Bemerkungen zu den bereits geschriebenen Kommentaren (und ja, ich fahre viel Rad, leider pro Jahr auch ähnlich viel Auto): Natürlich gibt es unter den Radfahrern schwarze Schafe- wie es sie auch unter Fußgängern gibt, unter Auto- und Motorradfahren. Das als Begründung zu nehmen, das Auto oder Motorrad fahren zu unterbinden bzw. das Radfahren deshalb nicht zu stärken, wäre sicherlich falsch. Das der Umbau eines Verkehrssystems funktioniert beweisen mittlerweile viele Städte, vor allen Dingen bei unseren holländischen Nachbarn (inkl. Der damit verbundenen Stärkung des Einzelhandels). Meine persönlichen Erfahrungen mit sich fehlverhaltenden Verkehrsteilnehmern ist folgende: Wenn ich als Radfahrer auf mein Recht im Verkehr beharren würde, läge ich sicherlich
    Mindestens 1x pro woche unter einem Auto- als Autofahrer würde ich bei beharren auf meinem Recht nicht so viele Radfahrer ‚umfahren‘. Wichtig ist gegenseitige Rücksichtnahme und die Kommunikation untereinander (perfekt sind wir alle nicht)- das schliesst ein dankendes Handzeichen definitiv nicht aus. Ach ja, noch eines: Ein Fahrrad gehört aus Sicherheitsgründen definitiv nicht auf den Bürgersteig.

  18. Was ich noch nachreichen möchte, ich beziehe das nicht nur auf die Odenthaler Strasse sondern auch auf die Laurentius Strasse. Was die Radfahrer und Die Interessensvertreter der Radfahrer anbelangt, kann ich nur sagen: wehret den Anfängen. Die Radfahrer erobern sich immer mehr die Fussgängerzone und Rücksichtsnahme ist für viele dieser Verkehrsteilnehmer ein Fremdwort. Hauptsache ich komme durch und ich erhalte und behalte Recht. Nacht Mattes.

  19. Lasst uns doch alle alten historischen Gebäude in der Odenthaler Strasse abreissen, dann können die Grünen ihre Pläne für Fahrradfahrer durchziehen. Die Bewohner, die auf dieser Strasse sind dann nicht mehr dort und wohin sie ziehen oder wo sie wohnen ist doch ganz egal. Hauptsache der Plan, die Stadt in eine Fahrrad Stadt zu verwandeln, ist gelungen.Ein toller Plan für die Mitbürger, was sind das eigentlich für Menschen,die die Bürger als Individuen nicht mehr dulden.Ist das die neue Grüne Politik für die Stadt und ihre “ Bewohner“. ich kann gerne darauf verzichten.ich nehme lieber Rücksicht auf meine Mitmenschen und achte auch auf Ihre Wünsche.

  20. Das bringt mich dazu zu überlegen, dass der Ansatz ein ganz anderer sein sollte.
    Fakt ist, die Parkplätze müssen bleiben. Fakt ist, Bergisch Gladbach ist ein enges Tal. Fakt ist auch, dass sich jeder der drei Verkehrsteilnehmer (Autofahrer, Fußgänger, Radfahrer) im Recht fühlen. Also bleibt doch nur, dass Fahrradfahrer, Autofahrer und Fußgänger gegenseitig auf einander achten und Radfahrer und Fußgänger gemeinsam den Bürgersteig benutzen. Bei gegenseitiger Rücksichtnahme, sei es von Autofahrern, Fußgängern und Radfahrern, sollte das doch wohl möglich sein.
    Eine Fußgängerin, Auto- und Fahrradfahrerin.

  21. Auch ich kann mich Frau Wilden und Herrn Havermann nur anschließen und was das inakzeptable Verhalten vieler Radfahrer angeht. Es ist auch das erste Mal, dass ich mich hier zu Wort melde.
    Vor wenigen Wochen bin ich, an der Ampel stehend, Zeuge geworden, wie ein Radfahrer aus der Innenstadt kommend, wie wild an mir vorbei fuhr, um dann mit einem „Affenzahn“ über die r o t e Fußgänger-Ampel an der Rommerscheider Str. zu fahren. Jeder, der dies sah, schüttelte den Kopf.
    Solch ein Verhalten ist kein Einzelfall, wie gerne behauptet wird. Diese Leute anzusprechen, habe ich schon aufgegeben, denn so wie sie fahren, sind auch ihre Antworten, ihnen passiert ja nichts, sie sind eben anonym.
    Die Vorhaben betrachte ich mit einem unguten Gefühl, denn die Straßen sind schmal und die Autos werden immer breiter. Ich lasse mein Auto wo immer es geht zu Hause stehen und gehe zu Fuß, denn auch das Verhalten vieler Autofahrer lässt zu Wünschen übrig!

  22. Ob sich eine Umgestaltung der Laurentiusstraße negativ auf den Einzelhandel auswirkt, halte ich für eine steile These. Oder sind in der Fußgängerzone Parkplätze eingerichtet? Es gibt mehrere Studien, die belegen, dass die Attraktivität und auch den Konsum sogar tendenziell erhöht wird. Schauen Sie sich doch bitte mal das oben ausgewählte Bild näher an. Sieht so eine attraktive Einkaufsstraße aus? Ich denke eher nicht. Durch die Öffnung und Umsetzung einer Fahrradstraße würde sich möglicherweise der „Durchgangsverkehr“, und somit potentielle Kunden, sogar positiv erhöhen. Zudem sind mehrere Parkplätze in wenigen Metern entfernt.

    Im Übrigen: Viele Teile der „älteren Generation“ sind mit E-Bikes unterwegs und sind dringend auf ein sicheres Fortbewegen angewiesen. Diese ist aktuell in keinster Weise vorhanden. Hier sollten Sie mir doch zustimmen…

    Abschließend nochmal: Es geht hier nicht um eine Konzentration auf den Radverkehr. Es geht darum, hier niemand zu bevorzugen.

  23. Vielen Dank, Frau Wilden, dass mal jemand außer mir das Verhalten vieler Radfahrer anprangert. Vom ADFC aber werden diese verkehrswidrigen Taten ignoriert. So wie es inakzeptable Autofahrer gibt so lassen auch viele Radfahrer am Wirken des ADFC zweifeln.

  24. Ich bin sowohl Zweirad- als auch Autofahrer. Leider muss ich immer wieder feststellen, dass sich ein erheblicher Prozentsatz der Radfahrer nicht an die Strassenverkehrsordnumg hält. Rote Ampeln werden maximal als Vorschlag betrachtet. Gehwege in beide Richtungen mitunter in erheblichem Tempo befahren.
    Als Anwohnerin der Laurentiusstrasse bin ich so lange gegen eine Öffnung der Einbahnstrasse für Radfahrer, bis sich durch eine Kennzeichenpflicht für Räder eine Chance zur Änderung ergibt. Das würde auch die in der Anonymität gebrüllten Beleidigungen aushebeln.
    Unabhängig davon würden weiter reduzierte Parkplätze nicht nur der Geschäftswelt schaden, sondern auch den Besuch der teilweise älteren Bevölkerung durch ebenfalls ältere Freunde und Familie schwer oder gar unmöglich machen. Nicht alle Mitbürger sind gut zu Fuss oder noch in der Lage ein Fahrrad zu führen.
    Die Konzentration auf den Radverkehr reduziert die Teilhabe älterer Menschen am sozialen Geschehen in der Stadt weiter. Und diese liegen uns doch, wie ich täglich lese, so sehr am Herzen.

  25. „Durch den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad . . .“ klingt, als ob die Ampel nur noch einen Schalter umlegen muss. Ist das wirklich so einfach, nur weil nun 3 Farben regieren?

    Weiß man, wie viele Radfahrer bei entsprechende Verhältnissen wirklich Laurentius- und Odenthalere straße befahren werden, bevor man wieder mal viele Parkplätze wegnimmt und die Anwohner nicht wissen, wohin? Denkt man, die Beschwerden der Anrainer der Kölner Str. wurden auch immer leiser. Also können wir das auch überall ebenso falsch machen! Ebensolcher Nonsens ist ein Stück Laurantiusstraße in beide Richtungen befahren zu lassen und die Straße mit Piktogrammen zu bepflastern, mit denen Auswertige wieder nicht zruechtkommen.

    Statt nun überall den Anrainern die Parkplätze wegzunehmen, wird es Zeit, neue zu schaffen statt voller Hoffnung, wahrscheinlich aber vergebens darauf zu vertrauen, dass viele Autofahrer aufs Rad umsteigen. Vielleicht kann ha der ADFC dabei helfen!