Mirko Engeln, Pfleger im Hospiz am EVK, wurde von einem Kamerateam des BR begleitet. Foro: Daniel Beer

Ein Mensch, ein Job, ein Leben. Und am Ende die Frage: Lohnt sich das? Ein Kamerateam des Bayerischen Rundfunks hat Mirko Engeln vom Hospiz am EVK Bergisch Gladbach einen Tag lang begleitet.

Lohnt sich das? Unter dieser Frage begleitet der gleichnamige YouTube-Kanal des Bayerischen Rundfunks (BR) Menschen in ihrem Beruf und zeigt ihr Leben. Rentiert es sich, für das Gehalt zu arbeiten und damit das eigene Leben zu finanzieren? Wie glücklich macht die Arbeit?

Für eine neue Folge hat das Kamerateam Mirko Engeln vom stationären Hospiz am Evangelischen Krankenhaus Bergisch Gladbach (EVK) einen Tag lang begleitet. Am Freitag, 15. Januar, läuft der Beitrag in der ARD-Sendung „Live nach neun“ (ab 09:05 Uhr), Sie können sie sich aber hier schon vorab anschauen.

Menschen bis zum Tod begleiten – das ist die Arbeit von Mirko Engeln. Sein Beruf ist Pfleger im Hospiz. Das heißt: Er kümmert sich um todkranke Menschen, verteilt Medikamente, spricht mit Ärzten und Angehörigen, aber vor allem versucht er den Menschen auf dem letzten Lebensweg ein schönes Leben zu bereiten.

Engeln hat eine dreijährige Ausbildung zum Altenpfleger gemacht. Viele Jahre hat er in einem Seniorenheim gearbeitet und ist dann zur Eröffnung im Januar 2020 in das neue Hospiz am EVK gewechselt. Er arbeitet im Schichtdienst – Früh-, Spät- und Nachtschichten. Für die Reportage hat der BR ihn Anfang Dezember während einer Frühschicht und anschließend im Privatleben begleitet.

Für das Format hat sich Mirko Engeln auf Eigeninitiative beworben: „Ich finde die Reportagen sehr interessant und wollte gerne mitmachen.“ Sehr zur Freude von BR-Redakteurin Julia Schweinberger, wie sie erklärt: „Es ist nicht so einfach, Protagonisten zu finden, die Lust haben, mit der Kamera begleitet zu werden und offen über ihr Gehalt zu sprechen.“

Überzeugungsarbeit musste Engeln im Vorfeld allerdings bei seiner Frau Isabell leisten. „Sie hatte etwas Sorge, dass es bei uns zu Hause zu unordentlich ist und wollte erst einmal aufräumen und putzen“, sagt Engeln schmunzelnd.

Authentizität ist der Redaktion des Formats aber besonders wichtig, wie Redakteurin Julia Schweinberger sagt. „Unsere Zuschauer merken es, wenn jemand nur eine Show abzieht.“ Mirko Engelns Beitrag kommt indes sehr gut an: „Ich habe viele positive Kommentare unter dem Video und auch aus meinem privaten Umfeld erhalten“, berichtet er.

Das Zuschauerinteresse am Format ist sehr groß. Seit März 2020 gibt es den YouTube-Kanal, der bereits rund 60.000 Abonnenten und fast 10 Millionen Videoaufrufe verzeichnet. Jeden Donnerstag wird eine neue Folge veröffentlicht. Und was verdient Mirko Engeln nun und lohnt sich das aus seiner Sicht? Die Antwort gibt es im Video oben – oder am Freitag in der ARD.

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2 Kommentare

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  1. Ein wunderbarer Beitrag, es ist immer wieder schön von Menschen zu hören, die gerne ihren Job machen und dabei so eine wichtige Arbeit mit viel Normalität füllen. Wie gut, dass wir teilhaben dürfen und es solche Plattformen gibt. Danke!!!

  2. Meine Anmerkung zielt nicht auf den Pfleger! Ich störe mich aber daran, dass die Reportage vom BR gemacht wurde. Ist das Team etwa aus Süddeutschland angereist und hat für die Produktion vermeidbare Kosten für Fahrten, Unterbringung und Verpflegung verursacht? Ein WDR-Team hätten den Auftrag doch wohl auch (preiswerter!) abarbeiten können! Für die angepeilte Steigerung der Rundfunkgebühren fehlt mir somit jedes Verständnis!