Die 7-Tage-Inzidenz in den NRW-Kommunen: nur in den gelben und orangenen Städten und Kreisen liegt sie unter 100.

Bürgermeister Frank Stein hatte sich dafür stark gemacht, dass auch Bergisch Gladbach zum Modellprojekt in Sachen „Testen und Öffnen“ wird. Jetzt hat das Wirtschaftsministerium NRW 14 Städte und Kreise ausgewählt, Bergisch Gladbach ist nicht dabei. Allerdings: die ausgewählte Kommunen dürfen nur öffnen, wenn die Inzidenz sieben Tage lang unter 100 lag.

14 Kommunen in NRW dürfen das öffentliche Leben bereits in den nächsten Wochen wieder hochfahren, mit einer entsprechenden digitalen Pandemiestrategie. Dabei handelt es sich um Modellprojekte, für die sich auch die Stadt Bergisch Gladbach kurzfristig beworben hatte.

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart gab es 46 „qualitativ hochwertige“ Bewerbungen von 21 Kreisen und 25 Städten, daraus wurden 14 ausgewählt, die in gut einer bzw. in zwei Wochen starten können.

Bergisch Gladbach gehört nicht dazu. Dazu könnte beigetragen haben, dass die Bewerber besondere digitale Fähigkeiten nachweisen müssen, was hier vor Ort nach wie vor ein Schwachpunkt ist. Zudem hat Bergisch Gladbach den Nachteil, eine kreisangehörige Stadt zu sein. Einige dieser Städte waren zwar jetzt erfolgreich, aber sie hatten sich gemeinsam mit den jeweiligen Landkreisen beworben.

Ab dem 19. April starten dürfen:

  • Stadt Ahaus 
  • Kreise Coesfeld und Kreis Warendorf
  • Stadt Münster
  • Stadt Mönchengladbach 
  • Kreis und Stadt Paderborn
  • Kreis Soest mit Modellprojekten in Soest und Lippstadt

Ab dem 26. April:

  • Kreis Düren
  • Stadt Essen
  • Stadt Hamm
  • Stadt Köln
  • Stadt Krefeld
  • Stadt Lennestadt
  • Stadt Siegen 
  • Hochsauerlandkreis mit den Städten Schmallenberg und Winterberg

Pinkwart stellte jedoch klar, dass diese Öffnungen nur stattfinden, „wenn der Inzidenzwert an sieben Tagen in Folge unter 100 liegt“. Sobald der Wert während der Projektzeit an sieben aufeinanderfolgenden Tagen wieder über 100 liegt, werde das Projekt beendet. Aber auch hier gibt es eine Ausnahme: „wenn die verantwortliche Kommune schlüssig darlegt, dass das Vorhaben nicht maßgeblich zu dem Abstieg in der Kommune beigetragen hat“, sagte Pinkwart.

Maßgeblich bei der Auswahl der Kommunen seien ihre „digitalen Fähigkeiten in den drei Bereichen Nachverfolgung, Testung und Impfung“ gewesen, erklärte Pinkwart. Zudem seien die Projekte in allen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen angesiedelt.

Erst in der kommenden Woche wolle man mit den Kommunen sprechen, wie der Modellversuch ablaufen und wie er wissenschaftlich begleitet werden könne, kündigte Pinkwart an.

Ziel sei es mit Hilfe der digitalen Tools soziale, kulturelle und wirtschaftliche Aktivitäten zu ermöglichen, erläuterte Pinkwart. Es gehe nicht um umfassende und flächendeckende Öffnungen. Stattdessen solle an Projekten aus klar abgegrenzten Bereichen wie Sport, Jugend und Freizeit, Theater und Kulturstätten, Handel oder Außengastronomie ein digital gestütztes Pandemie-Management beispielhaft demonstriert werden.

Die Modellprojekte gehen auf die Bund-Länder-Konferenz Anfang März zurück; seither sind die Inzidenzzahlen wieder deutlich gestiegen.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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8 Kommentare

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  1. „Durch das Modellprojekt „Öffnen mit Sicherheit“ haben sich in Tübingen (Baden-Württemberg) womöglich mehr Menschen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 angesteckt, als es ohne das Projekt der Fall gewesen wäre. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), der Eberhard Karls Universität Tübingen und der University of Southern Denmark gekommen.“ Zitat: https://merkurist.de/mainz/mainzer-wissenschaftler-mainzer-forscher-mehr-corona-infektionen-wegen-tuebingen-modellprojekt_ncW

  2. Das Robert-Koch-Institut hat einen eindringlichen „Notruf“ verbreitet, in dem die es auf die Grenzen der Krankenhauskapazitäten für Intensivpatienten hingewiesen hat. Auch lokale Medien hatten eine sehr hohen Auslastung der Krankenhäuser für die Region gemeldet. Bei einer so hohen Zahl der Intensivpatienten kann man in der Folge trotz verbesserter Behandelungsstrategien mit deutlich mehr Todesfällen rechnen.

    Bereits seit Mitte März steigt die Zahl der Intensivpatienten mit Covid-19 erneut deutlich an. Wie dem Divi-Intensivregister-Report zu entnehmen ist, sind es derzeit 4474 Intensivpatienten. Zu Jahresbeginn, inmitten der zweiten Corona-Welle, waren es knapp 5800. „Wenn das so weiter geht, werden wir in Kürze auch leider Gottes über 5000 Covid-19-Patienten haben“, sagte der ehemalige Divi-Präsident Uwe Janssens am Mittwoch gegenüber den Sendern RTL/ntv.

    In einer solchen Lage des Infektionsgeschehens und drohenden Todesfälle finde ich eine weitere Diskussion über Lockerungen, wie sie in den „Modelprojekten-Corona“ vorgesehen sind, unverantwortlich. Sie wiegt die Menschen in Sicherheit und erweckt den Eindruck, alles sei gut. So wird die Bevölkerung unvorsichtiger und das Infektionsrisiko steigt nochmal an.

    Die „Test-Option“ reicht offensichtlich nicht aus, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.

    Bei einer Inzidenz von 166,3 (13.4.2021) muss man im Rheinisch-Bergischen Kreis und dann auch in Bergisch Gladbach endlich die Notbremse ziehen. Der Landrat darf nicht weiter zögern und muss endlich handeln, um Menschenleben zu schützen! Dabei darf er sich auch nicht weiter von den Test-Plänen der Stadt Bergisch Gladbach einschläfern lassen. Testen ist richtig und wichtig, aber sie dürfen andere Schutzmaßnahmen nicht ersetzen und können diese nur ergänzen.

    Hinweis der Redaktion: Tomas M. Santillan ist Kreisvorsitzender der Linken in Rhein-Berg und ehemaliges Ratsmitglied; die Linke ist im Herbst 2020 nicht wieder in den Stadtrat gewählt worden.

  3. Nach wir vor bin ich der Ansicht, dass der Schritt des Bürgermeisters berechtigt ist. Wer die täglichen Corona Mitteilungen verfolgt stellt fest, das die Zahl der Verstorbenen, an oder mit Corona, z.Z. seit Wochen bei 37 ankert. Ein weiterer Blick auf die Feststellungen der Wissenschaft auch RKI sagt , Infektionszahlen unterliegen zu über 80 % leichten Verläufen die nicht bedingt der ärztlichen Versorgung bedürfen. Daraus ist zu schließen, die Inzidenzzahlen sind so hoch weil in ihnen auch die 80 leichten Verläufe enthalten sind. Ob das richtig ist, da mag jeder drüber nachdenken. Nein, ich bin kein sogenannter Querdenker aber die Zahlen sind nun mal in den Medien und lesen ohne über das Gelesene nachzudenken liegt mir nicht. Ich wünsche Herrn Klein zum Wohle aller Bürger viel Erfolg.

  4. Es ist richtig, dass Bergisch Gladbach kein „Modelprojekt-Corona“ wird!

    Noch vor wenigen Tagen hatte Landrat Santelmann in aller Deutlichkeit erklärt, die „Notbremse“ zu ziehen und hat damit den Antrag zur „Modelregion-Corona“ der Stadt Bergisch Gladbach sehr deutlich konterkariert. Bürgermeister Frank Stein hat sich dann aber gegen die Ansage aus dem Kreishaus gewehrt. Heute sind wir weit weg von einer Inzidenz 100, denn wir liegen in Bergisch Gladbach schon bei 148 mit deutlich steigender Tendenz. Ich habe tatsächlich nur sehr wenig Verständnis dafür, dass man sich in einer solchen Lage gegen die Notbremse wehrt, die schon längst in viele Städte NRW gilt. Noch weniger Verständnis habe ich aber für die Idee der Modelprojekte bei diesen hohen Infektions- und Todeszahlen.

    Die Stadt Bergisch Gladbach hat sich für das Modelprojekt Corona beworben und wurde so wie der Antrag aus Wermelskirchen und Burscheid abgelehnt, weil man im Rheinisch-Bergischen Kreis und den bergischen Kommunen offenbar nicht die notwendigen Fähigkeiten hat, um das Projekt solide umzusetzen. Die richtige Entscheidung!

    Das ist eine peinliche Klatsche der NRW-Landesregierung für den Landkreis und die drei bergischen Städte … Hausaufgaben machen, statt weiter versagen! …

    Hier mehr dazu lesen:>> https://www.dielinke-rbk.de/nc/partei/aktuell/detail-aktuell/news/es-ist-richtig-dass-das-bergische-land-keine-region-des-modelprojekts-corona-wird/

    Hinweis der Redaktion: Tomas M. Santillan ist Kreisvorsitzender der Linken in Rhein-Berg und ehemaliges Ratsmitglied; die Linke ist im Herbst 2020 nicht wieder in den Stadtrat gewählt worden.

  5. Die Bedingungen zur Auswahl der Teilnehmer erschließt sich mir nicht. Ich finde den Versuch von BM Stein sehr lobenswert, und der sollte auch schon durch die Vorbereitung der Maßnahmen begonnen werden. Einführen der Luca App zu exakten Nachverfolgung der Ansteckungsschwerpunkte ist doch eine Grundlage zur Darstellung von digitaler Technik. Tübingen hat auch einfach angefangen, nicht immer nur fragen – Machen ist angesagt.

  6. Kein Erfolg. Das bedaure ich sehr. Wenn es um das Wohl von Menschen geht ist es gerecht nach nun einem Jahr von Lock-down zu Lock-down und all den Belastungen für die Menschen, vor allem für unsere Kinder, jede Möglichkeit zu nutzen um das Leben wieder lebenswerter zu machen. Von irgendeiner Seite wird der Bogen überspannt. Ich hoffe auf Vernunft und Einsicht.

  7. Kann ich nicht nachvollziehen! Warum nimmt man denn der Kreis Düren seit 42 Tagen über 100, Tendenz zwar fallend jedoch wohl der Kar/Osterwoche bedingt, die Stadt Köln seit 26 Tagen Tendenz steigend. Die Stadt Köln wird vor Mai bestimmt nicht unter 100 kommen! Damit mindestens ein verschenkter Platz! Ich hätte ja aktuell „nur“ Regionen gewählt die in den letzten 10 Tagen unter 100 waren/sind!