Foto: Thomas Merkenich

Mit der WeltFriedAkademie macht der Künstler Rolf Ketan Tepel für 100 Tage im Forum-Park Station. Im Gepäck hat er tonnenschwere Basaltblöcke, als Anlass und Sitzgelegenheit für Begegnungen, Gesprächen und Aktionen. Zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys will er einen Bogen spannen, von Kunst und Kultur zu Demokratie und Frieden.

Zwölf Blöcke aus grauem Lavabasalt hat Rolf Ketan Tepel im Kreis rund um die große Kastanie platziert – und macht damit den Forum-Park tatsächlich zu einem Forum. Hier sollen, soweit es die Corona-Bedingungen erlauben, in den kommenden 100 Tagen Gespräche und Aktionen stattfinden, in welcher Form und zu welchem Thema auch immer.

Bürgermeister Frank Stein eröffnet die WeltFriedAkademie am Samstag den 8. Mai, dem Tag der Befreiung. „Und was dann passiert – wir werden es sehen“, lässt Tepel alle Optionen weit offen.

Hinweis der Redaktion: Noch liegen die Steine auf dem Kopf, bis zur Eröffnung werden sie auf die Stahlfüße gestellt, dann verschwinden auch die Transportpaletten.

Zur Eröffnung wird Rolf Langhans, ein langjähriger Wegbegleiter Tepels, eine Performance zeigen. Wie genau sie aussieht, weiß er auch noch nicht. Aber sie beginnt am „Friedensstein“, dem vernachlässigten Friedensdenkmal im Park der Villa Zanders.

Von dort, sagt Langhans, will er einen Weg aufzeigen, „von der Kunst und Kultur, hin zur Demokratie und zum Frieden. Denn das ist ja unser eigentliches Ziel.“

Das Friedensdenkmal im Park der Villa Zanders. Foto: Helga Niekammer

Diesen Weg war das Friedensdenkmal auch gegangen, hatte Bürgermeister Frank Stein im Vorfeld berichtet: Wo heute der Forum-Platz liegt stand ein Ehrenmahl der Nazis für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. 1956 wurde es anlässlich des 100-jährigen Stadtjubiläums abgebrochen, ein Teil davon zum Gedenkstein umgewidmet und im Park der Villa Zanders aufgestellt.

Steine sind auch Tepels Thema; er hatte insgesamt 87 Basaltblöcke gesichert, die einmal das Fundament der alten Eisenbahnbrücke in Köln gewesen waren und gerade zu Schotter verarbeitet werden wollen. Eine ganze Reihe davon hat er fest in Kunstprojekten vor allem in Köln verbaut, die Blöcke im Forumpark sind seine „Reisesteine“.

Der alte Zirkuswagen dient als Unterkunft. Foto: Thomas Merkenich.

Tepel selbst wohnt während der Aktion in einem alten Zirkuswagen (aus dem Bestand von Manfred Sistig in Schildgen) – und ist da. Er fegt die bislang so wenig genutzte gepflasterte Fläche des Forum-Parks, macht sauber, und ist für alles offen.

Bei der gesamten Kulturaktion wird er unterstützt von Gerd J. Pohl, dem Intendanten des Theaters im Bensberger Puppenpavillon. Er hatte Tepel nach Bergisch Gladbach geholt – und auch er will jeden Tag als Ansprechpartner vor Ort sein.

„Das ist doch ein wunderbarer Platz“, sagt Tepel zu der grauen Fläche, die vielen Bergisch Gladbachern immer noch ein Dorn im Auge ist. Und bisher nur als Kirmesplatz und Behelfsparkplatz für die Marktbeschicker dient, obwohl sie mitten im kulturellen Herz der Stadt, zwischen Villa Zanders, Bergischem Löwen, Stadtbücherei und Gnadenkirche liegt.

Der Steinkreis soll nun einen Ort der Begegnung, des Diskurses und des kreativen Miteinanders bilden, für alle. „Die WeltFriedAkademie ist eine Einladung an alle Menschen, die an einem friedlichen Zusammenleben als Stadtfamilie mitwirken möchten”, betont Ketan. 

Von der öffentlichen Chor- und Orchesterprobe über kirchliche und Vereinsaktivitäten bis hin zur Fraktionssitzung, einem BürgerClub oder der Bürgermeistersprechstunde könnte hier unter freiem Himmel alles Mögliche stattfinden. Denn Ketan, Langhans und Pohl geht es bei diesem Projekt um das, was Joseph Beuys einst die „soziale Plastik” genannt hat: den Dialog als gelebtes Kunstwerk.

Kontakt per E-Mail: ketan@stein-des-anstosses.de oder mail@theater-im-puppenpavillon.de

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

6 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. @ Redaktion @ A. Schmidt

    Vielen Dank für die Antworten!
    Liebe Grüße und schönen Tag
    Hajo Müller

  2. Sehr geehrter Herr Müller, ja, die Steine werden noch auf die Füße gestellt, dabei verschwinden dann auch die Paletten.

  3. Hallo Herr Müller,

    irgendwie habe ich da meine Zweifel. Aber Transportpaletten sind ja auch modern. Zudem werden die hochwertigen Betonplatten, die unser Bürgermeister A.D. ausgesucht hat, so nicht beschädigt.

    Viele Grüße und schönen Tag

    A. Schmidt

  4. Kommen die Transportpaletten noch weg? Sonst sieht das wie gerade angekommen oder bald abgeholt aus? Ich finde, ohne Paletten gibt dies ein ganz anderes Bild und Gefühl.