Die vielfältigen Ergebnisse der 5. Bildungskonferenz - Zeichnerin: Kirsten Reinhold

Die Bildungskonferenz ist ein Impulsgeber für die Entwicklung der Bildungslandschaft im Rheinisch-Bergischen Kreis. Die Pandemie hat deutlich gemacht, wie wichtig digitale Bildung an Schulen ist. Aber auch in anderen Bereichen der Wirtschaft und des Privatlebens ist die künstliche Intelligenz angekommen.

Der Rheinisch-Bergischen Kreis ist bereits seit vielen Jahren einer der Vorreiter in der Bildungslandschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. „Bildung ist eins der zentralen Themen für unsere Region“, erklärte Landrat Stephan Santelmann zur Eröffnung der fünften Bildungskonferenz, „durch unser langjähriges Engagement mit vielen Netzwerkpartnern im Rheinisch-Bergischen Kreis sorgen wir gemeinsam dafür, dass die Bildungschancen für alle Menschen der Region gestärkt werden.“

Wichtiger Impulsgeber für die vielfältigen Entwicklungen in der Bildungslandschaft des Rheinisch-Bergischen Kreises ist die Bildungskonferenz, die unter dem Titel „Wie gelingt politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Partizipation in der digitalen Welt?“ stattfand. Den Auftakt der digitalen Veranstaltung machte Roboter Hilde, die die mehr als 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßte und mit Tai Chi-Übungen für Entspannung im Vorfeld der Konferenz sorgte.

Fokus auf Bildung in der digitalen Welt

Nachdem auf der letzten Bildungskonferenz im Jahr 2017 das Handlungsfeld „Digitale Bildung“ ins Leben gerufen wurde, wird dieser Weg nun konsequent fortgesetzt. „Wir haben schon einiges erreicht, auf dem wir aufbauen können, aber es gibt auch noch viel zu tun. Die Kontinuität zeichnet die gemeinsame Arbeit in unserem Bildungsnetzwerk aus“, resümierte Kreisdirektor und Bildungsdezernent Dr. Erik Werdel nach der Veranstaltung.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem aus Schule, Jugendhilfe, Politik, Wirtschaft und Verwaltung der Kommunen und des Kreises berieten bei der diesjährigen Konferenz den aktuellen Sachstand und das weitere Vorgehen in der Region, um die vielfältigen Herausforderungen rund um das Thema Partizipation mithilfe konkreter Angebote für die Region weiter anzugehen.

„Die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, wie wichtig es ist und war, dass Sie alle sich frühzeitig für das digitale Lernen engagiert haben“, lobte NRW Schulministerin Yvonne Gebauer in einer Video-Grußbotschaft an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Bildungskonferenz.

Handlungsempfehlungen entwickelt

Auftakt der Veranstaltung und Impulsgeber für den Nachmittag war die Keynote von Dr. Dirk Hecker vom Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme, der über „Künstliche Intelligenz: Was steckt hinter der Technologie Zukunft?“ sprach. „Künstliche Intelligenz ist in unserem Alltag angekommen“, machte er dabei deutlich und rief dazu auf, „mehr in die digitale Bildung zu investieren.“

Die inhaltliche Arbeit fand im Anschluss in vier Foren statt, die sich mit verschiedenen Aspekten der digitalen Bildung beschäftigten und Handlungsempfehlungen für das weitere Vorgehen gaben. Thematisiert wurden dort

  • „Förderung eines souveränen Medienverhaltens: Angebote und Strukturen zur Prävention von Cybergewalt“,
  • „Das ‚Digitale Klassenzimmer‘ für den Rheinisch-Bergischen Kreis“,
  • „Die Bedeutung von Algorithmen für die Bildung in der digitalen Realität“,
  • „Die neuen dualen Ausbildungsberufe im IT-Bereich als Chance für eine regionale Wirtschaft im Wandel“.

In den Foren wurde intensiv diskutiert und ein Vorgehen für die nächsten Jahre empfohlen. Dabei entwickelten die Expertinnen und Experten aus Schule, Wirtschaft, Jugendhilfe und der kommunalen Welt vielfältige Vorschläge für das weitere Vorgehen.

Ein Ergebnis war beispielsweise, dass Angebote zur digitalen Bildung nicht als punktuelle „Events“ sondern kontinuierlich und bereits in der Kita und unter Einbeziehung der Familien vorgehalten werden sollen.

Bei der Einführung des Schulfachs Informatik in den 5. und 6. Klassen sollen die Lehrkräfte durch die Partner im Netzwerk unterstützt werden – beispielsweise durch praktische Anwendungen aus den Bereichen Robotik und Programmierung.

Weiterhin wurde zur Unterstützung der Nutzung digitaler Medien und entsprechender Konzepte in Schulen der Bedarf an einem kreisweiten Medienzentrum für alle Lehrkräfte der Region formuliert, wie es andere Regionen bereits vorhalten.

Schulamtsdirektorin Uschi Resch betonte: „Die Schaffung eines kreisweiten Medienzentrums ist eine Herausforderung für die Region und auch mit dem Einsatz von verschiedenen Ressourcen verbunden. Aber mit Blick auf die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen muss es uns alle Anstrengung wert sein.“

Kritisch wurde beleuchtet, dass mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt keine zukunftsträchtigen Ausbildungsberufe an den Berufsschulen im Kreisgebiet angeboten werden und die fehlenden Einflussmöglichkeiten von Unternehmen hierauf. Viele Jugendliche pendeln momentan für ihre Ausbildung in IT-Berufen aus der Region aus und gehen den Unternehmen dann später als wichtige Fachkräfte verloren.

Marcus Otto, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land, warb: „Wir im Kreis müssen die Chance wahrnehmen und mit allen Partnerinnen und Partnern ins Gespräch kommen, um die Fachklassen hier vor Ort zu etablieren.“

Das regionale Bildungsnetzwerk: Vernetzung als Erfolgsformel

Im regionalen Bildungsnetzwerk des Rheinisch-Bergischen Kreises arbeiten seit über zehn Jahren Akteurinnen und Akteure der schulischen und außerschulischen Bildung, aus Wirtschaft, Politik, Arbeitsmarktförderung und Verwaltung gemeinsam erfolgreich daran, allen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in der Region möglichst gute Bildungsbedingungen und -chancen zu ermöglichen.

Dabei stehen vor allem die Übergänge zwischen den verschiedenen Bildungsphasen im Fokus. Durch die gemeinsame Ausgestaltung der Angebotsstrukturen soll dies möglichst reibungslos und erfolgreich geschehen. Gut ausgebildete Absolventinnen und Absolventen dienen dabei nicht zuletzt auch der Wirtschaftsförderung der Region – denn die Gewinnung von Fachkräften ist für Unternehmen der entscheidende Garant für die Sicherung ihrer eigenen Zukunftsfähigkeit. Grundlage für den Erfolg des vielfältigen Engagements ist die enge Vernetzung und der stetige Austausch zwischen den Partnerinnen und Partnern in der Region.

Zahlreiche digitale Projekte

In den vergangenen Jahren wurden im Amt für Bildung und Integration des Rheinisch-Bergischen Kreises bereits vielfältige digitale Bildungsprojekte umgesetzt. Dazu gehören unter anderem:

  • Online-Bewerberbuch: Das Online-Bewerberbuch des Rheinisch-Bergischen Kreises unterstützt Unternehmen und Jugendliche dabei, zueinander zu finden. Das Besondere ist, dass die Betriebe sich bei den Jugendlichen bewerben, um diese für eine bestimmte Ausbildung zu begeistern. Der Bewerbungsprozess wird damit erfolgreich umgedreht.
  • Digitale Berufs- und Studienorientierung: Während der Corona-Pandemie wurden verschiedene Angebote der Berufs- und Studienorientierung in der digitalen Welt angeboten. Tausende Schülerinnen und Schüler konnten bei digitalen Veranstaltungen und innovativen Formaten erste Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln oder ihren Weg zu Ausbildung oder Studium fortsetzen. Dazu zählten die digitalen Berufsfelderkundungstage, der Tag der dualen Ausbildung und die digitalen Tage der Studienorientierung.
  • Digitalwerkstatt: Die Digitalwerkstatt vermittelt Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften innovative Lernformen für den Unterricht. Dazu fanden beispielsweise Veranstaltungen zu den Themen „YouTube-Videos im Fachunterricht“, „Digitale Medienkompetenz und interaktive Karten im Unterricht“ und „Das Filmlabor: Filme mit einer App reflektieren und produzieren“ statt.
  • Medienscouts NRW: Bei dem Peer-Education-Programm zur Medienerziehung von Kindern und Jugendlichen übernehmen speziell geschulte Schülerinnen und Schüler, die sogenannten Medienscouts, die Information und Beratung von Gleichaltrigen zu medienbezogenen Themen. Fast alle weiterführenden Schulen und Förderschulen im Rheinisch-Bergischen Kreis sind inzwischen Medienscouts-Schulen. Auch in diesem Jahr haben wieder fünf Schulen das Medienscouts NRW Abzeichen für die Implementierung des Projekts erhalten.
  • Digitale Programmierturniere: Beim MINT-Summercamp programmierten Jugendliche Apps. Nicht wie üblich in der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach, sondern diesmal am eigenen Rechner. Ebenfalls digital fanden das MINT-Programmier-Turnier „AntMe“ und weitere Veranstaltungen zu Förderung des Interesses an den Themen Mathematik-Informatik-Naturwissenschaft- Technik (MINT) statt.

RBK

Rheinisch-Bergischer Kreis

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