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Farbenfrohe Kunstwerke schmücken ab den Außenbereich und das Parkhaus zwischen den Senioreneinrichtungen Haus An der Jüch, Haus Quirlsberg und Helmut-Hochstetter-Haus. Mit einer Ausstellungsallee beteiligt sich die „Pop Oldies“ der Evangelischen Altenpflege an der diesjährigen Seniorenkulturwoche

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Anlässlich der Ausstellungseröffnung dankte Zsuzsanna Garstka, Leiterin des Sozialen Dienstes, allen Beteiligten und erläuterte den Hintergrund der Ausstellung, die unter dem Titel „Farbenfroh – Hauptsache bunt!“ steht: „Aufgrund der Pandemie müssen wir immer noch auf vieles verzichten und der Alltag gestaltet sich kompliziert. Deshalb brauchen wir alles, was uns optimistisch stimmt und die Lebensfreude steigert“, so Garstka.

Die Besucher sollen sich an den Ausstellungsstücken erfreuen und mit einem guten Gefühl und vielleicht einem Lächeln im Gesicht nach Hause gehen. Garstka: „Wir möchten außerdem zum Ausdruck bringen, dass ein Leben im Seniorenheim auch farbenfroh und fröhlich ist.“

Bereits im vergangenen Jahr hatten sich die Altenpflegeeinrichtungen auf dem Quirlsberg mit einer Open-Air-Kunstausstellung in der Seniorenkulturwoche präsentiert. Durch viele positive Rückmeldungen entschieden sich die Bewohner und Mitarbeiter für eine Fortsetzung. Neu ist diesmal, dass alle drei Bereiche der EVK-Altenpflege (Tagespflege, Kurzzeitpflege und vollstationäre Pflege) mit Projekten vertreten sind.

Erneut haben Menschen mit Demenz einen Beitrag zur Seniorenkulturwoche geleistet. Die kunsttherapeutische Gruppe unter Leitung von Barbara Vollbach vom Sozialen Dienst hat viele kleine Leinwände mit der sogenannten Pouring-Technik (zu Deutsch „Gießen“) gestaltet.

„Die Bewohner habe die Farben ihrer Stimmung und dem Gefühl nach ausgewählt. Der Farbverlauf geschieht durch die Fließtechnik eher zufällig“, erklärt Vollbach. „Das Arbeiten mit satten, leuchtenden und intensiven Farben haben die Senioren sehr genossen. Im Prozess haben sie erst zaghaft, dann immerzu selbstbewusster Spuren hinterlassen.“

So sei auch die zusätzliche Idee entstanden, als Künstlergruppe selbst Teil der Ausstellung zu werden und sich selbstbewusst und ausdrucksstark darzustellen. Die Senioren stellen „sich selbst“ mit ihren Einschränkungen als Keith-Haring-Motive nach und haben sich den Namen „Pop Oldies“ gegeben. Ein Statement, wie Vollbach erklärt: „Die Senioren sagen damit: Wir sind ein Teil der modernen Welt.“ Hier sind Bewohner mit Rollstuhl, Gehstock oder noch recht mobil liegend vertreten. Hier verblasst keiner. Sie leuchten in Gelb, Pink, Rot und Blau im Großplakatformat.

Die Tagespflege stellt kunterbunt bemalte Stöcke und Steine aus, die an südafrikanische Kunst erinnern sollen. Die Kurzzeitpflege spricht die Seele an mit künstlerisch aufgestellten Schiefertafeln, auf denen Lebensweisheiten und Zitate zu lesen sind. Hinzu kommen ein aufgestellter Wunschbaum und bemalte Steine und Blumen aus Ton, die den Haupteingang der Senioreneinrichtung Haus Quirlsberg schmücken. Die Bewohner des Haus An der Jüch haben ihre Ausstellungsstücke außerdem mit einem Corona-Fänger versehen, der das Virus fernhalten soll. 

Die Seniorenkulturwoche wird federführend vom Kulturbüro und Seniorenbüro der Stadt Bergisch Gladbach organisiert. Insgesamt haben 46 Kooperationspartner ein interessantes Programm zusammengestellt. Die Open-Air-Kunstausstellung der Evangelischen Altenpflege Bergisch Gladbach kann bis zum 19. September besichtigt werden.

 

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