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Ab Frühjahr 2022 sollen Unternehmen im Gewerbegebiet in Schildgen mit schnellem Internet versorgt werden. Dafür baut der Investor und Netzbetreiber Plusnet ein Glasfasernetz auf, ganz ohne öffentliche Mittel – mit Datengeschwindigkeiten von bis zu 1 Gibt/s. Auch die Errichtung des Netzes erfolgt in Highspeed: Der Baubeginn ist für den 3. Januar geplant.

Schnelles Internet ist Mangelware am Scheider Feld. Zumindest für den Bedarf der Unternehmen. Damit soll demnächst Schluss sein. Die Stadt hat mit dem bundesweit aktiven Telekommunikationsunternehmen Plusnet GmbH eine Vereinbarung für ein Glasfasernetz unterzeichnet. Am fand der symbolische Spatenstich für den Bau des Netzes statt.

Schon im März 2022 sollen die Unternehmen vor Ort mit bis zu 1 Gibt pro Sekunde im Up- und Downlink ans Breitband angeschlossen sein. Mit Glasfaser, die bis ins Haus reicht.

Private Investition, keine öffentlichen Mittel

Das besondere an dem Projekt: Es ist komplett privat finanziert. Plusnet, ein Tochterunternehmen der Energie Baden-Württemberg (EnBW), errichtet und betreibt das Glasfasernetz vor Ort in Eigenregie.

Stadt und Kreis zeigen sich erfreut über die Glasfasererschließung als Ergänzung der Infrastruktur vor Ort. Die öffentliche Hand leistet jedoch keinen Finanzierungsbeitrag zum Projekt.

Rund 50 Gebäude mit 70 Unternehmen will Plusnet im Gewerbegebiet an das Netz anschließen, hinzu kommen bislang unbebaute Grundstücke. Das Netz wird auf eine Länge von insgesamt rund einem Kilometer kommen.

Der Ausbau sei vergleichsweise günstig, da das deutschlandweit verfübare Datennetzwerk der Plusnet, das sogenannte Backbone, unmittelbar durch das Gewerbegebiet Scheider Feld führe, sagt der Betreiber.

Das Ausbaugebiet für das privatwirtschaftlich finanzierte Glasfasernetz, Grafik: Plusnet

Investitionssumme unbekannt

Parallel zum Ausbau erfolge die Vermarktungsphase der Glasfaseranschlüsse. Vorverträge mit den potentiellen Kunden seien nicht geschlossen worden. Man sei mit Blick auf die potentielle Nachfrage optimistisch.

Für Interessenten, die sich bis Mitte Februar 2022 für einen Glasfaseranschluss entscheiden, entfällt die Anschlussgebühr. Wie hoch die Anschlusskosten später würden gab der Betreiber nicht bekannt.

Auch über die Höhe des Investments schweigt sich Plusnet aus. „Eine signifikante Summe“ heißt es dazu. Immerhin stehen erste Eckpunkte der Tarife für Business-Kunden fest. So sollen Glasfaseranschlüsse mit Breitbandanschluss zu 50/20 Mbit/s (Dow- ,Uplink) für 49 Euro im Monat zu haben sein. Ein Tarif mit 300/75 Mbit/s (Down-, Uplink) schlägt mit 79,90 Euro/Monat zu Buche. Geschwindigkeiten von bis zu 1.000/250 Mbit/s im Up- und Downlink stehen für 129,- Euro/Monat bereit. Das Netz unterstützt Datenraten bis zu 10 Gbit/s.

Symbolischer Spatenstich, Stephan Dekker – Fachbereichsleiter Umwelt und Technik, Harald Flügge Erster Beigeordneter Frank Schubert – Key Account Manager Plusnet, Martin Westermann. Leiter der Wirtschaftsförderung, Bert Wilden, Geschäftsführer Vertrieb Plusnet, Andrea Klever, Breitbandbeauftragte Stadtentwicklungsbetrieb, Marco Andres-Gilles, Gigabitkoordinator des Rheinisch-Bergischen Kreises

Keine Alternativanbieter

Da es sich im Scheider Feld um ein privatwirtschaftliches Glasfasernetz handelt, stehen Dienste alternativer Anbieter auf dem Netz nicht zur Verfügung. Die Breitband-Services werden ausschließlich von Plusnet vermarktet. Perspektivisch seien alternative Diensteanbieter jedoch ein denkbares Modell, erklärte Plusnet.

Hintergrund: Das Gewerbegebiet „Zum Scheider Feld“ in Schildgen beherbergt 74 Firmen und ist weder in den Förderprojekten zum Breitbandausbau der Stadt Bergisch Gladbach noch des Rheinisch-Bergischen Kreises berücksichtigt. Diese fördern den Ausbau in ländlichen Gebieten (Stadt) bzw. die Anbindung der Schulen sowie unterversorgte Anschlüsse in Siedlungsbereichen und drei Gewerbegebieten (RBK). Der Schildgener Standort kam nicht zum Zuge, da keine Unterversorgung im Sinne der Förderrichtlinien (< 30 Mbit) vorlag.

Vertreter der Stadt und des Rheinisch-Bergischen Kreises zeigten sich interessiert, um mit Plusnet über weitere Projekte wie im Gewerbegebiet Scheider Feld zu sprechen.

Der Ausbau sei von keinem Vergabeverfahren abhängig, erläutert die Stadt. Der Netzbetreiber stelle Anträge beim Straßenbaulastträger und bei der Verkehrsbehörde. Sind die Unterlagen regelkonform muss eine Genehmigung erteilt werden.

Holger Crump

ist Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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