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Die Karnevalsgesellschaften und Bürgermeister Frank Stein haben vereinbart, alle Karnevalszüge in der Stadt 2022 ausfallen zu lassen. Aus Gesundheits-, Sicherheits- und Finanzgründen. Aber nach der landesweiten Absage des Sitzungskarnevals und ohne Proklamation des Dreigestirns mache ein Karnevalsumzug keinen Sinn mehr.

„Uns blutet das Herz“, sagte Frank Reiländer, Vorsitzender des Festkomitees Bensberger Karneval. Vor allem mit Blick auf das Kinderdreigestirn, für das es keine zweite Chance geben könne. Aber angesichts der Infektionslage und nach der landesweiten Einigung auf eine Absage des Sitzungskarnevals habe es keine andere Möglichkeit gegeben.

Ohne Proklamation, sagte Martin Gerstlauer, Vorsitzender der Brauchtumsvereinigung, könne es auch kein Dreigestirn geben, ohne Dreigestirn mache auch ein Karnevalszug als Abschluss und Höhepunkte der Session einfach keinen Sinn.

Bürgermeister Frank Stein hatte am Mittwoch eine Videositzung mit allen Karnevalsvertretern geleitet. In der sehr langen und sehr konstruktiven Sitzung habe man die Entscheidung gemeinsam getroffen, für die Stadt insgesamt. Damit hätten die Jecken Vernunft gezeigt, „aber auch Zivilcourage“.

Er gehe davon aus, dass auch alle Sitzungen abgesagt werden – und dass die finanziellen Folgen für Vereine, Künstler und Veranstalter durch das Land aufgefangen werden, sagte Stein. Die Entscheidung liegt aber bei jeder einzelnen Gesellschaften.

Die Karnevals-Akteure nannten sechs Hauptgründe für die frühzeitige Absage:

  • Sämtliche Zugteilnehmer:innen müssten bereits jetzt schon das Wurfmaterial bestellen und mit der Produktion der Kostüme beginnen. Diese finanzielle Investition wäre bei einer späteren Absage nicht zu refinanzieren, die Karnevalsvereine würden hohe Verluste erleiden und das Wurfmaterial müsste – wie 2020 – kurzfristig verteilt werden.
  • Mit der Absage aller Karnevalssitzungen im Innenbereich auf Empfehlung der NRW-Landesregierung findet bis zum Straßenkarneval keine echte Session statt. Die Züge bilden aber für die Dreigestirne und Repräsentanten sowie Karnevalsvereine den Höhepunkt der am 11.11.2021 gestarteten Session. Diese Bedeutung ist mit dem Stopp der Traditionsveranstaltungen in den Sälen aber verloren gegangen.
  • Die Sicherheit der Zugteilnehmer:innen sowie die Menschen entlang der Zugstrecken kann im Hinblick auf die Corona-Pandemie mit Kontrollen und Zugangsbeschränkungen nur aufwendig und damit ebenfalls sehr kostspielig gesichert werden. Ein Restrisiko, dass sich Infektionsherde bilden, würde aber bleiben.
  • Da bereits andere Kommunen die Züge abgesagt haben, ist bei einer Durchführung in Bergisch Gladbach die Befürchtung groß, dass es einen Zustrom der Jeckinnen und Jecken aus der Umgebung geben würde. Dies kann nicht gewünscht sein und wäre nicht gut händelbar.
  • Der Kneipenkarneval nach den Zügen wäre eine weitere nicht planbare Situation. Hier wären die Gastwirte mit der Aufgabe konfrontiert, auf eine pandemiegerechte Durchführung zu achten.
  • Mit der nun einvernehmlich getroffenen Entscheidung besteht schon frühzeitig Planungssicherheit.

Bürgermeister Stein und einzelne Vertreter der Karnevalsgesellschaften machten keinen Hehl daraus, wen sie für diese Entwicklung verantwortlich machen: „Die Impfquote ist einfach nicht hoch genug als dass wir den Karneval einfach so weiter laufen lassen könnten.“ Diese bittere Absagen hätten „einzig und allein die Wirrköpfe und Uneinsichtigen zu verantworten, die sich einer Impfung verweigern.“

André Beathalter als 1. Vorsitzender der Refrather KG für uns Pänz, plädierte für eine allgemeine Impfpflicht, damit in den nächsten Jahren Zugabsagen vermieden werden könnten. „Hier zwingt uns eine Minderheit, auf unsere Freiheit zu verzichten“, konstatierte er.

Ob und in welcher Form die Karnevalsgesellschaften als kleinen Ersatz für Sitzungen und Züge digitale Angebote entwickeln, ist im Moment noch offen. Dazu sei die Entscheidung noch zu frisch, sagen die Vertreter der Gesellschaften – aber wie im vergangenen Jahr werde sich da bestimmt noch einiges entwickeln.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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10 Kommentare

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  1. @ Tim B. : Vielen Dank für ihre Worte. Das kann ich so – mit einer Ausnahme unterschreiben, denn ich kann es in KEINSTER Weise nachvollziehen, wie man sich stand heute, immer noch nicht impfen lassen hat. Es ist zutiefst unsolidarisch und dumm. Nun bringt die Impflicht zeitverzögert den gleichen Effekt, den wir schon hätten haben können.

    Mein Verständnis über dise Entscheidung ist übrigens an die Menschen gerichtet, die jetzt nicht erneut auf ihren Kamellen sitzen bleiben wollen, und mehrere Stunden damit zubringen aufwändige Kostüme anzufertigen.

    Ich denke nur, dass uns dieses so besondere Kulturgut abhanden kommt und wir es live mitbekommen.
    Es ist eine andere Situation als noch vor einem Jahr.

  2. Jetzt sind die nicht gegen Corona geimpften also auch noch schuld, dass der Karneval abgesagt wird? Verstehe ich leider nicht so ganz. Sämtliche Veranstaltungen, Sitzungen usw. waren doch als 2G oder 2G+ geplant. Da darf dann doch sowieso keiner dieser Verweigerer dran teilnehmen, wo liegt also das Problem? Die sollen einfach draußen bleiben und den Rest feiern lassen! Wenn die Geimpften nun aber vor den Ungeimpften geschützt werden müssen, wozu dient dann die Impfung? Wurde uns nicht gesagt die Impfung bzw. 2-3 Impfungen schützen uns und geben uns unsere Freiheit wieder? Es hieß doch erst die Impfung hält Jahrzehnte, dann mit der zweiten haben wir lange Schutz, mindestens 1 Jahr, dann 9 Monate, nun 4-6 Monate und nun wird wie wild geboostert. Und das sind dann die Ungeimpften schuld? Macht man es sich hier mit einer Schuldzuweisung nicht zu leicht und schiebt die überstürzte Konzentration auf eine nicht ausreichend erforschte mRNA Impfung einfach auf eine Minderheit, die zweifelt und sich nicht gedankenlos einem Pharmazeutischen Experiment zur Verfügung stellt? Ich kann jeden einzelnen gut verstehen, der sich informiert was da injiziert wird und dann für sich entscheidet es nicht zu machen. Genauso respektiere ich jeden Einzelnen der sich für eine Impfung entscheidet. Virusvarianten werden immer wieder entstehen, dass liegt in der Natur eines Virus wie ich mittlerweile gelernt habe. Wie geht es dann weiter? Immer wieder ein neuer Impfstoff der 2-3 mal geimpft werden muss? Für wie lange? Für immer? Bis die ganze Menschheit zeitgleich mit dem gerade aktuellen Stoff immunisiert ist, und dann keine neue Variante mehr entstehen kann? Ist das überhaupt realistisch und möglich?
    Die Rhetorik in dieser Diskussion ist mittlerweile ganz weit von gegenseitigem Respekt und Menschenwürde entfernt, so sollte in einer Gesellschaft nicht mit- und übereinander gesprochen werden. Wo soll das hinführen? In offene Gewalt gegenüber Ungeimpften? Sollen Ungeimpfte weggesperrt werden? Was kommt danach? In solch einer Gesellschaft möchte ich nicht unbedingt leben. Seit der 1.Klasse wurde uns beigebracht seine Mitmenschen, andere Religionen, unterschiedliche Meinungen und Ansichten zu respektieren und zu achten. Alles schon wieder vergessen?
    Leider schlägt unser Herr Bürgermeister Stein mit seinen Äußerungen in die selbe Kerbe und vergrößert den Spalt in der Gesellschaft.
    Mein Wunsch wäre es, die Sprache wieder auf ein erträgliches Niveau zu bringen und andere Meinungen zu akzeptieren. Vielen Dank fürs lesen.
    Ich wünsche allen Menschen ein friedliches und harmonisches Weihnachtsfest.

  3. Ihre Kommentare sind ein Beispiel für die Spaltung, die unsere Gesellschaft aktuell erfährt. Sie vergleichen meine Ansichten mit denen von Querdenkern? So weit sind wir gekommen, dass nicht mal eine normale Diskussion möglich ist. Ich bin einer der ersten Geimpften und habe auch viele Maßnahmen in der Vergangenheit für richtig empfunden.

    Trotzdem gilt, dass dieser Virus nicht einfach so weggehen wird und Karneval nun mal immer in kritischen Zeitfenstern stattfindet (Winter). Auch wenn wir alle demnächst dank Impflicht alle geimpft sind, wird es neue Varianten geben, die sich extrem schnell durchsetzen. Eine Anpassung des Impfstoff kann dann erst einige Monate später erfolgen.

    Mit ihrer Argumentation wird es nie wieder einen Karnevalszug geben können.

    Nochmal, wir reden von Veranstaltungen an der Luft, in 70 Tagen. Kneipen kann man übrigens schließen.

    Traurige Diskussionskultur!

  4. @Brings: als Quintessenz des Karnevalszuges kann ich Ihnen gerne ein paar Kamelle und abgebrochene Strüßjer unter lautem Alaafrufen in den Vorgarten schmeißen. Und nach der dritten Flasche Ommerbornerlandkorn noch dazu in den Vorgarten reihern. Und genau das ist es, was Karneval so unkontrollierbar macht, Alkohol und pure Unvernunft. Und für viele „hätt et nit immer juutjejange“. Diese Pandemie wird uns leider noch lange begleiten und von manchen liebgewonnenen Gewohnheiten, wird man sich verabschieden müssen. Zumindest solange, bis auch die letzten Impfgegner sich auf dem ein oder anderen Weg (für viele der letzte) aus der Pandemie und der Nichtsolidarität verabschiedet haben. In diesem Sinn dreimal Jlääbbich Alaaf

  5. Herr Brings,
    ich habe selten soviel Quatsch gelesen, wie sie das in Ihren Beiträge schreiben. Ich bin absolut der gleichen Meinung wie alle Antworten. Ich denke einfach, Sie haben nach zwei Jahren immer noch nicht erkannt, was diese Pandemie bedeutet. Wenn Sie sich selber in Gefahr begeben, dann ist das Ihre Sache, wenn Sie allein durch das Verbreiten solcher Statements auch andere einer Ansteckungsgefahr aussetzen, und es Ihnen offensichtlich sch…egal ist, wenn Menschen schwer erkranken oder sogar sterben, dann habe ich da keinerlei Verständnis mehr. Sie sind nicht besser, als all die Impfverweigerer (denen wir das letztlich mit zu verdanken haben). Ihr Verhalten ist nicht nur verantwortungslös, sondern hoch kriminell.

  6. Herr Brings,
    sind sie Impfgegner, Querdenker oder leben auf einem anderen Stern? Ihre Meinung kann Ihnen keiner nehmen, aber lassen sie doch ihre unsinnigen Vorschläge und Forderungen.

    Züge und Sitzungen abzusagen ist die einzig vernünftige Reaktion auf die immer noch hohen Inzidenzzahlen, die neue Virus-Variante und die Wahrscheinlichkeit, dass es nach Weihnachten und Silvester wieder mehr Infizierte nach den Familen- und sonstigen Feiern geben wird. Und das haben wir in 1. Linie Leuten wie Ihnen zu verdanken, die den Knall noch immer nicht gehört haben. Sie phantasieren von Veranstaltungen an der Luft, von Möglichkeiten, Abstand zu halten, davon, dass ihnen ein trostloser Winter bevorsteht. Wie viel trostloser aber wird es Menschen gehen, die durch das Virus einen lieben Menschen verlieren, weil u.a. 20.000.000 Menschen in Deutschland nicht oder nicht durchgeimpft sind.

    Ich bin Zeit meines erinnerten Lebens Karnevalist, auch in führender Position. Dass sich ein Karnevalszug auf die ganze Stadt verteilt, gibt es wohl nirgendwo auf der Welt und wenn sie den mit einer vollen Einkaufsstraße vergleichen, sind sie noch nie einem solchen Zug begegnet.

    Sie schreiben von Unseriösität. Ich kann als Reaktion auf die verantwortungsvolle Entscheidung nur ihre Geschreibsel als unseriös erkennen. Sie haben von Karneval wie von der Gefahr durch Corona keine Ahnung.

  7. @Paul Brings: Ihre Ansicht ist durchaus nachvollziehbar und ich würde mich dieser anschließen. Ja, der Zug verteilt sich auf den ganzen Stadtteil. Und das alles ist unsere Veranstaltung, bei der wir – Stand heute – ab 2500 Teilnehmern stichprobenartig auf 2G kontrollieren müssen. Was machen wir mit denen, die das nicht wollen? Und die, die die Voraussetzungen nicht haben? Platzverweis? Wir sind keine Polizei und kein Ordnungsamt… Und die Herrschaften werden auch niemanden in Gewahrsam nehmen, um zu verhindern, dass er sich 200 m weiter wieder in die Menge drängt…

    Aber ich will hier nicht klugscheißen und schon gar nicht auf Verordnungen schimpfen – mir (uns) liegen die Karnevalisten am Herz, die jetzt Kostüme zu nähen und die Wagenaufbauten zu gestalten beginnen und jetzt für durchschnittlich 500 € pro Person Wurfmaterial bestellen.

    Und als Veranstalter (Festkomitee) haben wir auch schon will vorbereitet und den Zug angemeldet, aber da beginnt jetzt die Knautschzeit für den Zugleiter. Da müssen jetzt die Unterlagen produziert, der TÜV für die Wagen bestellt werden, etc.

    Der Straßenkarneval ist ja nicht nur der große Umzug, obwohl zu drei Bollerwagen käme ja niemand… Wir haben es ja nicht gleich sein gelassen, sondern mit 2G/2G+ gearbeitet, stellen aber fest, dass es ein Gefühl der Unsicherheit bei vielen Bürger*innen gibt, die sich aktuell nicht frisch getestet mit anderen wollen.
    Ob dieses Gefühl schnell abnimmt, können wir in 70 Tagen diskutieren…
    Die aktuelle Welle ist die Vorwelle, die von einer noch größeren Omikron-Welle gefolgt wird. Aktuell gehen alle davon aus, dass sich das Impftempo noch erhöhen muss, viel mehr Ungeimpfe die Oberarme frei machen müssen und sich bis dahin die Regeln in Kürze nochmal verschärfen werden.

    Bitte glauben Sie mir, niemand hat sich schwerer mit der Absage getan als wir (siehe Überschrift). Bleiben Sie mit Herzblut Karnevalist, wir sehen uns 2022/23 wieder.

  8. Ein Karnevalsumzug verteilt sich auf die gesamte Stadt und ist doch eigentlich nichts anderes als eine volle Einkaufsstraße (x3).

    Wir reden von Ende Februar. Die aktuelle Welle ist bereits gebrochen. Es bleiben uber 70 Tage Zeit, die Inzidenz weiter nach unten zu bringen.
    Es ist absolut unseriös, da jetzt bereits Aussagen zu tätigen.

    Karneval ohne Straßenkarneval ist nichts. Da kann man es gleich sein lassen.

  9. Hallo Herr Brings,
    es ist – nach den glaubwürdigen Aussagen der Fachleute – nicht davon auszugehen, dass Ende Februar Großveranstaltungen wirklich gefahrenlos machbar sein werden. Die Gesundheit muss oberste Priorität in der Entscheidung sein.
    Es ist natürlich auch möglich, Karneval zu feiern. In kleinerer Gruppengröße, privat organisiert und mit viel Stimmung. Ich wünsche allen Jecken dabei viel Spaß an der Freud.

  10. Find ich einfach nur falsch. Wieso plant man jetzt bereits für Ende Februar? Niemand kann vorhersagen, wie die Situation in den Krankenhäusern dann aussieht. Dieser Virus kann doch nicht auch 2022 alles bestimmen.
    Wir reden von Veranstaltungen an der Luft! Es gibt Masken, es gibt Möglichkeiten, Abstand etc zu halten.
    Damit ist ein dermaßen trostloser Winter vorprogrammiert. Was der Karneval für viele Menschen hier im Rheinland bedeutet ist vielen gar nicht klar. Sorry, aber diese politischd Entscheidung ist doch lediglich die Angst vor Negativschlagzeilen, wie Köln es am 11.11 passiert ist.

    Ganz trauriger Vorgang.